Welt-Psoriasistag 2019

Gemeinsam stark

28.10.2019   |   19:17 CET

Mit dem Welt-Psoriasistag am 29. Oktober möchten Ärzte- und Patientenverbände für mehr Aufmerksamkeit für die chronisch-entzündliche Erkrankung Schuppenflechte (Psoriasis) sorgen. Das diesjährige Motto lautet: „Let’s get connected – gemeinsam stark“ und ruft Patienten, Ärzte unterschiedlicher Fachgruppen, Selbsthilfegruppen und Verbände dazu auf, sich zu vernetzen, um gemeinsam in Verbundenheit für eine bessere Versorgung der Patienten zu sorgen. Denn trotz neuer Therapiemöglichkeiten werden vor allem viele mittelschwer bis schwer betroffene Psoriasis-Patienten nach wie vor unzureichend und nicht nach der S3 Psoriasis-Leitlinie behandelt.1

Der Welt-Psoriasistag gibt Patienten eine Stimme

Eine Erkrankung kann nur dann rechtzeitig diagnostiziert und behandelt werden, wenn sie in das Bewusstsein der Öffentlichkeit und der entsprechenden (Fach-)Ärzte rückt. Dies möchten die verschiedenen Verbände wie die Deutsche Dermatologische Gesellschaft (DDG), der Deutsche Psoriasis Bund e. V., der Berufsverband der Deutschen Dermatologen (BVDD) und andere Institutionen am Welt-Psoriasistag erreichen. Im Jahr 2019 steht daher die weitere Vernetzung aller Beteiligten im Mittelpunkt. Denn nur, wenn Fachgesellschaften, (Fach-)Ärzte und Patientenverbände Hand in Hand arbeiten, können möglichst viele Betroffene von einer adäquaten Therapie profitieren. Mit Hilfe von umfassenden Informationen können Ängste und Vorurteile abgebaut und die Lebensqualität von Betroffenen erhöht werden. Nicht zuletzt hat die Weltgesundheitsorganisation (WHO) Schuppenflechte als belastende Erkrankung mit starken Einschränkungen der Lebensqualität und das Problem der Unterversorgung vieler Patienten anerkannt. Entsprechend unterstützt auch sie Aktionen wie den Welt-Psoriasistag, um auf Schuppenflechte und die Folgen aufmerksam zu machen.2
Let's get connected

Mehr erfahren zur Erkrankung Schuppenflechte und die passende Therapie

Was ist Schuppenflechte?

Schuppenflechte, auch Psoriasis genannt, ist eine entzündliche Autoimmunerkrankung, der eine Fehlsteuerung des Immunsystems zugrunde liegt und die den ganzen Körper betrifft. Sie äußert sich durch abgegrenzte, verdickte roten Flecken (sogenannten Plaques) auf der Haut, welche silbrige Schuppen aufweisen. Die Plaques können unter anderem durch starken Juckreiz und/oder Schmerzen gekennzeichnet sein.3

Folgen der Schuppenflechte – körperlich und psychosozial:

Viele Betroffene weisen oft weitere Erkrankungen („Komorbiditäten“) auf. Stress, Infektionen, Verletzungen oder bestimmte Medikamente können die Entstehung von Schuppenflechte beeinflussen, wobei die Ursachen noch nicht vollständig geklärt sind.3 Im Verlauf der Krankheit kann sich bei den Patienten aus der Schuppenflechte auch eine Psoriasis-Arthritis (PsA) entwickeln. Hier sind bestimmte Gelenke betroffen und es kann zu weiteren belastenden Symptomen wie beispielsweise einer diffusen Schwellung der Finger oder Zehen (Daktylitis) – umgangssprachlich auch „Wurstfinger“ oder „Wurstzehen“ genannt, oder eine Sehnenansatzentzündung (Enthesitis) kommen.

Obwohl Schuppenflechte nicht ansteckend ist, werden viele Betroffene stigmatisiert. Der ablehnende Umgang in der Gesellschaft kann eine enorme Belastung sowohl für die Betroffenen selbst als auch für ihr soziales Umfeld darstellen und zu Rückzug sowie Depressionen führen.3 Dabei kommt Schuppenflechte alles andere als selten vor: Weltweit sind rund 2 % aller Menschen davon betroffen – in Deutschland leiden etwa 2 Millionen Menschen unter dieser Erkrankung.4

Wie sehr Betroffene durch die Erkrankung letztendlich in ihrer Lebensqualität eingeschränkt sind, hängt stark von der Ausprägung und Ausbreitung der Symptome ab: Starker Juckreiz, Hautsymptome an Kopf-, Hand- bzw. Fußflächen und Nagelbefall gelten als besonders belastend, sodass selbst bei leicht ausgeprägtem Hautbefall die Lebensqualität stark beeinträchtigt sein kann.5

Die passende Therapie bei Schuppenflechte

Schuppenflechte ist nicht heilbar, jedoch lassen sich die Symptome durch eine passende Therapie verbessern und häufig gut kontrollieren. Welche Therapie zum Einsatz kommt, richtet sich nach dem Schweregrad und danach, wie sehr die Lebensqualität des Betroffenen eingeschränkt ist. Leichte Formen werden an der Hautoberfläche (topisch) mit Medikamenten in verschiedenen Darreichungsformen, wie z. B. Salben, therapiert. Mittelschwere bis schwere Formen hingegen werden mit systemischen Therapien und/oder Phototherapie (verschiedene Arten von UV-Licht) behandelt.6 Systemische Therapie bedeutet, dass Medikamente verabreicht werden, die im ganzen Körper wirksam sind. Gerade im Hinblick darauf, dass sich aus einer nicht gut kontrollierten Schuppenflechte auch eine PsA entwickeln kann, ist eine gut abgestimmte Therapie von großer Bedeutung. Eine passende Behandlung kann daher nicht nur die Beschwerden selbst, sondern auch die Lebensqualität deutlich verbessern.6

Weiterführende Informationen

Weitere Informationen zum Thema Schuppenflechte finden Sie hier:

Referenzen
1. Website zum Welt-Psoriasistag: www.weltpsoriasistag.de (letzter Zugriff 22.10.2019).
2. 67th World Health Assembly, WHO 2014. Abrufbar unter http://apps.who.int/gb/ebwha/pdf_files/WHA67-REC1/A67_2014_REC1-en.pdf (letzter Zugriff: 22.10.2019).
3. Globaler Bericht zur Schuppenflechte, WHO 2016. Abrufbar unter https://apps.who.int/iris/bitstream/handle/10665/204417/9789241565189-ger.pdf (letzter Zugriff 22.10.2019).
4. Gottlieb A, et al. J Am Acad Dermatol 2008;58:851–64.
5. Mrowietz U, et al. Arch Dermatol Res 2011;303:1–10.
6. Nast A, et al. AWMF: S3-Leitlinie zur Therapie der Psoriasis vulgaris. Update 2017.. Abrufbar unter: https://www.awmf.org/uploads/tx_szleitlinien/013-001l_S3_Therapie_Psoriasis-vulgaris_2017-12.pdf (letzter Zugriff: 22.10.2019).