Welt-AML-Tag 2020

Bewusstsein für AML schaffen

Am 21. April 2020 ist der Welt-AML-Tag. Mit diesem weltweiten Aktionstag soll auf das Krankheitsbild der Akuten Myeloischen Leukämie (AML) sowie deren Auswirkungen auf das Leben von Betroffenen aufmerksam gemacht werden. Celgene unterstützt die weltweite Initiative „Know AML“, welche mit dem diesjährigen Motto „Sharing is Caring“ den Wissens- und Erfahrungsaustausch zur Erkrankung anregen möchte. Die folgenden Erläuterungen bieten einen kurzen Überblick zur häufigsten Form der akuten Leukämien bei Erwachsenen.1

Was ist eine AML?
Die Akute Myeloische Leukämie (AML) ist eine Krebserkrankung des blutbildenden Systems. Normalerweise ist die Blutbildung bei einem gesunden Menschen genau reguliert. Im Falle einer AML ist diese Regulation allerdings erheblich gestört. Bei der AML entgleist, bedingt durch genetische Veränderungen, eine frühe Vorstufe einer sogenannten myeloischen Zelle und vermehrt sich unkontrolliert. Durch die Ansammlung dieser unreifen Zellen wird die gesunde Blutbildung im Krankheitsfall verdrängt.1

Etwa 3 bis 4 Menschen pro 100.000 Einwohner in Deutschland erkranken im Jahr an AML. Überwiegend sind zwar Erwachsene betroffen, jedoch erkranken in seltenen Fällen auch Kinder. In der Altersgruppe der über 70-Jährigen steigt die Erkrankungsrate aber auf über 100 Betroffene im Jahr pro 100.000 Einwohner.2 Dabei sind Männer etwas stärker betroffen als Frauen.3

Wie entsteht eine AML?
Ursache einer AML sind bösartige, genetische Veränderungen im Knochenmark, die im Laufe des Lebens erworben werden. Durch die Veränderungen im Erbgut entartet eine frühe Vorstufe der myeloischen Zellen und vermehrt sich unkontrolliert, ohne zu funktionsfähigen Zellen auszureifen – man nennt diese Zellen auch myeloische Blasten. Sie vermehren sich schneller als andere, gesunde Zellen. Dadurch wird die normale, gesunde Blutbildung verdrängt und es kommt zu einem Mangel an ausgereiften Blutzellen, es gibt also zu wenige weiße Blutkörperchen, rote Blutkörperchen oder Blutplättchen.1

Besteht keine vorhergegangene Knochenmarks- oder Krebserkrankung, sprechen Ärzte von einer ersten, durch Veränderungen im genetischen Bauplan der Zellen entstandenen AML („primäre AML“ oder „de novo AML“). Die AML kann aber auch eine Folgeerkrankung einer bereits bestehenden Erkrankung sein, dann spricht man von einer sogenannten „sekundären AML“.4 So entwickelt ein Teil der Patienten mit einem Myelodysplastischen Syndrom (MDS) im Krankheitsverlauf eine AML.5

Gibt es „typische“ Anzeichen für eine AML?
Häufig macht sich als erste spürbare Auswirkung der AML eine sogenannte Anämie (Blutmangel) bemerkbar. Betroffene fühlen sich nicht nur häufig müde und schlapp, sondern klagen z. B. auch über Kurzatmigkeit oder Atemnot.4 Eine weitere Auffälligkeit ist, dass aufgrund des Mangels an roten Blutkörperchen oftmals Schleimhäute wie Mund- und Nasenschleimhaut erblassen.

Betroffene leiden in der Regel häufiger an verschiedenen Infektionskrankheiten als gesunde Menschen. Grund dafür ist, dass das Abwehrsystem, das maßgeblich durch sogenannte Leukozyten gebildet wird, bei einer AML-Erkrankung meist deutlich geschwächt ist. Bei einer AML sind häufig auch die sogenannten Blutplättchen (Thrombozyten) vermindert. Sie sind unter anderem dafür zuständig, dass offene Stellen (z. B. eine Schnittverletzung) schnell geschlossen und Blutungen gestoppt werden. Durch einen Mangel an Blutblättchen heilen Wunden eventuell langsamer als normal. Mitunter erscheinen auf der Haut auch kleine Einblutungen in Form von punktförmigen, roten Flecken (Petechien).1

Wie wird eine AML festgestellt?
Umfangreiche Untersuchungen helfen, Art und Ausprägung der AML genauer einzugrenzen. Bei der Auswahl der individuellen Therapie spielen mehrere Faktoren eine Rolle: So ist neben dem körperlichen Gesamtzustand und dem bisherigen Krankheitsverlauf auch entscheidend, um welchen Subtyp der AML es sich handelt. Um diesen festzustellen, wird das Blut bzw. Knochenmark im Labor auf entsprechende Kennzeichen hin untersucht.2

Leben mit AML – Informationsangebote bieten Orientierung
Die Diagnose trifft Betroffene wie auch Angehörige meist völlig unvorbereitet und kann durchaus beängstigend sein. Organisationen weltweit engagieren sich daher, um über AML aufzuklären und Patienten im Umgang mit der Erkrankung zu unterstützen. Auf dem Celgene-Informationsportal Hämatologie.info werden hämatologische Krankheitsbilder wie AML verständlich erklärt sowie praktische Hilfestellungen (z. B. zur Pflege, Ernährung und Sport) bereitgestellt. Darüber hinaus bietet das Portal einen Downloadbereich mit Informationsmaterial und eine Übersicht mit Kontaktdaten von Patientenorganisationen.

Weiterführende Informationen:
Website der weltweiten Initiative „Know AML“:
https://know-aml.com/de

Celgenes Informationsportal für AML-Patienten und deren Angehörige:
https://www.aml-hämatologie.info/erkrankung/was-ist-aml/

Referenzen
1. Kompetenznetz Leukämien. Akute Myeloische Leukämie (AML). Stand: Dezember 2017. URL: www.kompetenznetz-leukaemie.de/content/patienten/leukaemien/aml/ (letzter Zugriff: 6. April 2020).
2. Onkopedia. Leitlinie Akute Myeloische Leukämie (AML). Stand: Oktober 2019. URL: www.onkopedia.com/de/onkopedia/guidelines/akute-myeloische-leukaemie-aml/@@guideline/html/index.html (letzter Zugriff: 6. April 2020).
3. Kraywinkel K, Spix C. Onkologe 2017; 23:499–503.
4. Brandts C, et al. Die Akute Myeloische Leukämie (AML) des Erwachsenen – Wissenswerte Informationen rund um AML für Patienten und Angehörige. Stand: April 2017. URL: www.kompetenznetz-leukaemie.de/content/e53457/e55049/e55090/2017-04-AML.pdf (letzter Zugriff: 6. April 2020).
5. Nagel G, et al. Ann Hematol 2017; 96(12):1993–2003.

Foto: © Lab equipment centrifuging blood. Concept image of a blood test.3d rendering. (AdobeStock – Urheber: Connect world)