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Der Verlust der Haare ist eine bekannte und sichtbare Nebenwirkung vieler Chemotherapien. Neben dem Kopfhaar können auch Wimpern und Augenbrauen ausfallen. Ebenso kann sich das Hautbild verändern. Diese äußerlichen Veränderungen kommen zu den generellen Belastungen hinzu, die eine Krebserkrankung und -behandlung mit sich bringt. Hier können betroffene Frauen jedoch ansetzen: Es gibt Pflege- und Make-up-Tipps sowie alltagstaugliche Hilfsmittel, die dazu beitragen können, sich selbst auch während einer Krebstherapie attraktiv zu fühlen und die eigenen Vorzüge zu unterstreichen.

Mit Kopfbedeckungen und Make-up das Selbstbewusstsein stärken
Die wohl bekannteste äußerliche Veränderung bei einer Chemotherapie ist der Ausfall der Kopfbehaarung, dem viele Frauen mit Sorge entgegenblicken. Diese Begleiterscheinung der Behandlung kann eine Echthaarperücke kaschieren, die individuell angepasst wird und natürlich aussieht. Informationen zu Ansprechpartnern, Vorgehen und Abrechnung bei der Krankenkasse finden Sie beispielsweise hier. Manche Frauen entscheiden sich jedoch auch für bunte Tücher und Schals oder modische Kopfbedeckungen, mit denen sie experimentieren und die sie je nach Stimmungslage variieren können.
Hautveränderungen und der Verlust von Wimpern und Augenbrauen bringen ebenfalls Veränderungen im Aussehen mit sich. Dem lässt sich mit spezieller Hautpflege und Make-up entgegenwirken. Praktische Tipps und Anleitungen für Frauen, die eine Krebstherapie erhalten, finden Sie in einer umfassenden Broschüre auf Celgene.de, die Sie hier bestellen oder kostenfrei herunterladen können.

Für betroffene Frauen gibt es zusätzlich praktische Angebote: Umfassende Beratung bietet beispielsweise das Patientenprogramm LIFE der DKMS, das Kosmetik- und Beratungsseminare anbietet, die speziell auf die Bedürfnisse von Krebspatientinnen verschiedener Altersgruppen zugeschnitten sind.

Auch die Seele pflegen
Wichtig ist jedoch vor allem, dass Patientinnen sich von einer Krebsdiagnose und der Behandlung nicht entmutigen lassen – der Erhalt eines positiven Selbstbilds und das Unterstreichen der eigenen Vorzüge können hierbei eine wichtige Unterstützung sein. Auch Wellnessanwendungen können hierzu einen Beitrag leisten. Was Sie dabei beachten sollten, lesen Sie in diesem Artikel.

Weiterführende Informationen:
Ausführliches Informationsangebot für Patienten von Celgene
service.celgene.de

Video-Tutorials von DKMS LIFE
www.dkms-life.de/tutorials

Wie Kosmetik Mut machen kann: Video auf Frauenzimmer.de
www.frauenzimmer.de

Foto: Beautician doing woman’s eyebrows (Fotolia – Urheber: auremar)

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„Ich bin chronisch krank. Natürlich nehme ich meine verordnete Therapie, damit es mir so gut wie möglich geht.“ Was logisch klingt, scheitert in der Praxis häufig an mehreren Faktoren – sei es durch das bloße Vergessen oder Fehler in der Anwendung oder auch aufgrund einer bewussten Entscheidung, die Therapie auszusetzen. Tatsächlich liegt die Therapietreue bei chronisch kranken Patienten hierzulande nach Schätzungen der Weltgesundheitsorganisation nur bei circa 50 Prozent.1 Woran liegt das und was können Betroffene tun, um ihre Therapie im Alltag optimal umzusetzen?

Fallstricke erkennen
Eine Therapie einzuhalten, ist manchmal gar nicht so leicht. Die Behandlung, die im Gespräch mit dem Arzt noch gut verständlich und umsetzbar schien, lässt sich zu Hause nicht mehr so leicht durchführen oder es treten zusätzliche Fragen auf. Oft müssen verschiedene Medikamente, z. B. gegen unterschiedliche Erkrankungen, mehrmals täglich und zu unterschiedlichen Zeiten eingenommen werden. Die Behandlung so in den Alltag zu integrieren, dass man sie auch gut einhalten kann, wenn es einmal stressig wird, ist nicht einfach.

Treten Nebenwirkungen auf, kann der Gedanke aufkommen, ab und zu eine Pause von der Behandlung zu machen. Auch wenn sich die Symptome bereits verbessert haben, können Betroffene die Medikamenteneinnahme gegebenenfalls vergessen, da ihnen die eigene Erkrankung nicht mehr so präsent ist.

Strategien für den Erfolg
Patienten ist häufig nicht bewusst, dass eine Behandlung nur dann zum erwarteten Erfolg führen kann, wenn sie genauso durchgeführt wird, wie es mit dem Arzt abgesprochen ist. Eine wichtige Voraussetzung hierfür ist, dass Patienten ihre Therapie und die Schritte, die dafür nötig sind, nachvollziehen können und auch verstehen. Scheuen Sie sich daher nicht, beim Gespräch mit dem Arzt nachzufragen, wenn etwas unklar ist, oder bitten Sie um einen Medikationsplan. Dieser steht Ihnen zu, wenn Sie dauerhaft mindestens drei oder mehr Medikamente einnehmen müssen – Ärzte stellen Ihren Patienten jedoch oftmals auch so einen Medikationsplan aus. Sich im Vorfeld auf das Arztgespräch vorzubereiten kann ebenfalls helfen. Tipps dazu finden Sie hier.

Zusätzlich zum Arztgespräch hilft es vielen Patienten, sich mit ihrer Erkrankung oder Therapie genauer auseinanderzusetzen und so auch selbst zum Experten zu werden. Hierzu steht Betroffenen eine Vielzahl von Informationsmaterialien zur Verfügung.

Ebenso wichtig ist es jedoch, Strategien zu entwerfen, um die Behandlung optimal durchführen zu können. Auf der Website von Celgene steht das Faltblatt Teamarbeit – Wie es mir besser gelingt, die Empfehlungen meines Arztes umzusetzen – zur Verfügung. Dieses hilft Ihnen, sich mögliche Unklarheiten bei der Behandlung deutlich zu machen, und liefert gleichzeitig Tipps für eine erfolgreiche Umsetzung der Therapie. Denn häufig können bereits einfache Maßnahmen hilfreich sein:

  • Die Medikamenteneinnahme an die gewohnten Tätigkeiten im Tagesablauf anpassen
  • An bestimmten Stellen in der Wohnung einen Erinnerungszettel anbringen
  • Sich mithilfe von Signaltönen, z. B. einem Wecker, an die Einnahme erinnern
  • Apps zur Koordination und Erinnerung der Medikamenteneinnahme nutzen

Probieren Sie aus, was für Sie am besten funktioniert!

Referenzen
1.    Sabaté, E. (2003). Adherence to long-term therapies. Evidence for action. World Health Organization. http://apps.who.int/iris/bitstream/10665/42682/1/9241545992.pdf. Accessed April 12, 2017.

Weiterführende Informationen zum Thema:

Leitfaden des Universitätsklinikums Heidelberg – Arzneimittel richtig einnehmen

Informationen der Verbraucherzentrale zum Medikationsplan

Bild: Tabletten einnehmen (Fotolia – Urheber: ghazii)

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Schon weitestgehend gesunden Menschen fällt es nicht immer leicht, selbstbewusst aufzutreten, wenn sie sich nicht mit ihrem Körper oder in der jeweiligen Situation wohlfühlen. Kommt noch eine belastende chronische Erkrankung hinzu, die den Alltag einschränkt und mitunter sichtbar ist, fällt es nochmals schwerer, selbstbewusst durchs Leben zu gehen.

Ganz normaler Alltag?
Menschen mit chronischen Erkrankungen stehen in vielen Lebensbereichen vor Schwierigkeiten, die sie bewältigen müssen. Mitmenschen machen einen Bogen um sie oder werfen ihnen abwertende Blicke zu – solche Szenen erleben manche Menschen mit Schuppenflechte fast Tag für Tag. Aufgrund der Angst, die chronische Erkrankung könne ansteckend sein, werden sie teilweise gemieden oder sogar verletzend behandelt.
Auch Betroffene anderer chronischer Erkrankungen werden aufgrund der wahrnehmbaren Symptome ihres Krankheitsbildes stigmatisiert und zum Teil ausgegrenzt. Dies trifft beispielsweise auf Menschen mit einer chronisch-entzündlichen Darmerkrankung (CED) zu, da sie – wenn die Erkrankung nicht zufriedenstellend kontrolliert ist – mehrmals am Tag unter Durchfällen leiden. So müssen sie häufig eine Toilette aufsuchen, wobei dieses Thema in unserer Gesellschaft häufig tabuisiert wird. Hinzu kommt, dass CED meist im vergleichsweise jungen Alter erstmals auftritt, in denen die als peinlich empfundenen körperlichen Symptome und Schmerzen den Umgang während der Arbeit, in der Schule sowie im sozialen Umfeld erschweren. Auch Menschen mit multipler Sklerose, die möglicherweise Schwierigkeiten haben, ihren Urin zu halten, leiden unter dieser Situation.
Allgemein ziehen Menschen mit einer chronischen Erkrankung in der Öffentlichkeit oft Blicke auf sich. So kann es vorkommen, dass die Betroffenen sich gehemmt fühlen und vor Scham im Boden versinken möchten. Dennoch kann der selbstbewusste Umgang mit der eigenen Erkrankung und den Symptomen helfen, Vorurteilen entgegenzuwirken und sich ein Stück weit wohler in der eigenen Haut zu fühlen.

Selbstwahrnehmung und Selbstbewusstsein
Für ein gesundes Selbstbewusstsein ist es wichtig, sowohl seine Stärken als auch seine Schwächen zu kennen, ohne sich selbst zu verurteilen. Wie wird man nun aber selbstbewusst? Was sind wichtige Voraussetzungen und durch welches Handeln wird der Prozess „Selbstbewusst werden wollen“ zum Zustand „Selbstbewusst sein“ verändert?
Der allerwichtigste Punkt ist: sich selbst lieben. Das hört sich vielleicht im ersten Moment nicht unbedingt einfach an, kennt man doch die eigenen Schwächen und Fehler nur zu genau. Doch kein Mensch muss perfekt sein. Vielmehr ist es wichtig, auf die eigenen Stärken zu schauen und sich an Lob und Erfolgen zu erfreuen. Dies führt zu mehr Zufriedenheit und Gelassenheit.

Körpersprache: der erste Eindruck zählt
Doch nicht nur innerlich kann man an seinem Selbstbewusstsein arbeiten, mit einem sicheren Auftreten kann dies auch nach außen getragen werden. Hierbei helfen bereits kleine Veränderungen der Körpersprache, die automatisch eine souveränere Ausstrahlung mit sich bringen:

  • Aufrechter Gang mit hervorgehobener Brust und zurückgezogenen Schultern
  • Freundliches Lächeln
  • Augenkontakt
  • Fester Händedruck

Ein gepflegtes äußerliches Erscheinungsbild und ordentliche Kleidung runden den guten Eindruck ab.

Auch körperliche Betätigung ist hilfreich: Sport verbessert nicht nur die Körperhaltung, sondern trägt auch zu mehr Wohlbefinden und einem besseren Selbstwertgefühl bei. Es muss nicht gleich intensives Training sein – die Bewegung sollte vor allem Spaß machen und sich gut in den Alltag integrieren lassen.

Vorurteilen begegnen
Es kann außerdem von Vorteil sein, dem verletzenden, unüberlegten Verhalten des direkten Umfeldes offen zu begegnen. Oftmals hilft es, sich als erstes in sein Gegenüber hineinzuversetzen: Ist der andere womöglich einfach verunsichert und weiß nicht, wie er sich verhalten soll? Ist er vielleicht ängstlich, weil ihm relevante Informationen fehlen? Häufig kennen Menschen, die nicht selbst erkrankt sind und keine Betroffenen in ihrem näheren Umfeld haben, viele Krankheiten und ihre Symptome nicht. Daher kann es hilfreich sein, als Erkrankter selbst das kurze Gespräch über die Erkrankung zu suchen. Menschen mit Schuppenflechte können am Arbeitsplatz oder im Freundeskreis beispielsweise von sich aus erklären, dass ihre Erkrankung nicht ansteckend ist, sondern durch eine Entzündungsreaktion ausgelöst wird, die sich gegen den eigenen Körper richtet. Das Gespräch auf die eigene Erkrankung zu lenken erfordert zwar Mut, aber durch eine kurze Erklärung gibt man dem Gegenüber die Möglichkeit, Vorurteile abzubauen und mit der Situation offener, weniger ängstlich und verständnisvoller umzugehen.

Austausch mit Gleichgesinnten
Neben dem Austausch im Bekanntenkreis ist es für viele Menschen mit chronischen Erkrankungen hilfreich, mit anderen Betroffenen über die eigenen Erfahrungen und Erlebnisse zu sprechen und sich verstanden zu fühlen. Hier sind beispielsweise Patientengruppen, die regelmäßige Gruppentreffen anbieten, eine gute Anlaufstelle. Passende Vereinigungen finden Sie hier.
Auch online, in speziellen Diskussionsforen oder auf Social-Media-Plattformen, können sich Menschen mit bestimmten Erkrankungen mit „Leidensgenossen“ austauschen. Gerade auch an schwierigen Tagen kann es helfen, sich zu verdeutlichen: „Ich bin nicht allein!“

Weiterführende Information finden Sie hier:

Bild: Selbstbewusste ältere Dame (Fotolia – Urheber: Jeanette Dietl)

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Im Praxisalltag kann die Verwendung von medizinischer Fachsprache im Arzt-Patienten-Gespräch eine Herausforderung darstellen und manchmal für Verwirrung sorgen. Dennoch sind Fachbegriffe wichtig, um Symptome, Befunde oder ähnliches passgenau zu benennen. Patienten mit chronischen oder auch bösartigen Erkrankungen werden daher bestimmten Wörtern, die für ihre Diagnose und Behandlung wichtig sind, immer wieder begegnen. Somit kann es hilfreich sein, bestimmte Wörter und Ausdrücke zu kennen und ihre Bedeutung zu verstehen.

Um Betroffene und ihre Angehörigen bei diesem Unterfangen zu unterstützen, hat Celgene neben umfangreichen Materialien zu verschiedenen Erkrankungen auch sprachliche Wegweiser bzw. Glossare entwickelt:

  • Begriffe aus der Hämatologie – ein Wegweiser durch die medizinische Fachsprache
  • Kleines Kompendium Blutwerte – Blutbild und Laborwerte in der Hämatologie verständlich erklärt
  • Ein Wegweiser durch die medizinische Fachsprache bei Psoriasis und Psoriasis-Arthritis

Diese werden regelmäßig aktualisiert und können auf der Celgene-Servicewebsite kostenfrei heruntergeladen werden.

Bild: doctor with clipboard and senior woman at hospital (Fotolia – Urheber: Syda Productions)

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Bei Bauchschmerzen und Durchfällen gehen viele Menschen zunächst davon aus, dass sie bestimmte Lebensmittel nicht vertragen oder dass sie unter einer empfindlichen Verdauung leiden. Treten diese Symptome jedoch über längere Zeit auf oder gehen sie mit ausgeprägten Beschwerden einher, sollten Betroffene einen Arzt aufsuchen – auch wenn das Thema schambehaftet sein kann. Eine ärztliche Abklärung ist wichtig, denn es kann eine ernstzunehmende Ursache wie eine chronisch-entzündliche Darmerkrankung dahinter stecken, die in der Regel in Schüben auftritt und sich meist im jungen Erwachsenenalter erstmals bemerkbar macht.1

Die häufigsten und bekanntesten Vertreter der chronisch-entzündlichen Darmerkrankungen sind Morbus Crohn und Colitis ulcerosa, wobei letztere etwas häufiger vorkommt. In Deutschland leiden an diesen Erkrankungen, die für die Betroffenen einen hohen Leidensdruck bedeuten, bereits mehr als 300.000 Menschen – Tendenz steigend.2

Gestörte Barrierefunktion mit unbekannter Ursache

Beiden Krankheiten liegt eine chronische Entzündung im Verdauungstrakt zugrunde.2 Hierbei ist einerseits das empfindliche Gleichgewicht der Darmbakterien gestört, wodurch sich schädliche Erreger verstärkt vermehren und den Darm belasten. Andererseits ist die Darmschleimhaut, die sonst durch eine Schleimschicht vor Bakterien geschützt ist, durch den direkten Kontakt mit Darmbakterien dauerhaft gereizt. Daher wird auch von einer gestörten Barrierefunktion zwischen Darmschleimhaut und Darminhalt gesprochen. Die Ursachen hierfür sind nicht abschließend geklärt.2

Zwischen den Erkrankungen bestehen gewisse Unterschiede: Bei Morbus Crohn kann der gesamte Verdauungstrakt, von Mund bis After, von der Entzündung betroffen sein, wobei es jedoch selten zu Blutungen kommt. Eine Colitis ulcerosa hingegen betrifft meist nur den Dickdarm, wobei die durchgängige Entzündung häufig zu Blutungen führt. Blutiger Durchfall ist daher ein entscheidendes Merkmal, das eine Colitis ulcerosa von einem Morbus Crohn abgrenzt.2

Aufgrund der unspezifischen Hauptsymptome Bauchschmerzen und Durchfall können die Erkrankungen zunächst als Reizdarmsyndrom fehlgedeutet und häufig erst verzögert diagnostiziert werden.3 Ein Reizdarmsyndrom kann sich zwar ähnlich äußern, wird jedoch nicht durch eine Entzündung hervorgerufen. Dem Facharzt stehen verschiedene klinische Untersuchungsmethoden zur Verfügung, um festzustellen, um welches Krankheitsbild es sich handelt. Daher empfiehlt sich bei anhaltenden Symptomen der Gang zu einem Gastroenterologen.

Therapieziele: Schübe stoppen und verhindern

Eine frühzeitige Behandlung der Erkrankung ist wichtig, denn aufgrund der ständigen Durchfälle können Betroffene ihre Nahrung oftmals nicht optimal verwerten. Hierdurch kann es zu Gewichtsverlust und Mangelerscheinungen kommen, was wiederum zu Abgeschlagenheit führt. Durch den Blutverlust bei Colitis ulcerosa ist außerdem eine Anämie, also eine Blutarmut, möglich. Bei einem akuten Schub wird daher versucht, die aufgeflammte Entzündung einzudämmen, um Symptome wie Durchfälle sowie die Beschwerden während dieser Zeit bestmöglich zu lindern.

Um dauerhafte Gewebeschäden, Folgeerkrankungen und das Auftreten weiterer Schübe zu verhindern, sollte eine Behandlung auch dann erfolgen, wenn Betroffene nicht an einem akuten Schub leiden. Denn um die Erkrankung im Griff zu haben braucht es eine langfristige Behandlung, bei der sich Ärzte und Patienten eng abstimmen. Wichtig ist hierbei, dass Betroffene sich – auch in guten Zeiten – konsequent an ihre Therapie halten.

Eine Heilung der Erkrankungen ist bislang nicht möglich. Mit modernen Therapien, die am Kern der Erkrankung – der zugrundeliegenden Entzündung – ansetzen, kann in einigen Fällen jedoch ein Stillstand der Erkrankung (Remission) erreicht werden. Um die Situation der Betroffenen zu verbessern, wird intensiv an der Forschung und Entwicklung von innovativen Medikamenten gearbeitet. Auch Celgene betreibt mehrere Prüfprogramme mit modernen Wirkstoffen in unterschiedlichen Phasen der klinischen Entwicklung.

Was können Betroffene selbst tun?

Neben einer medikamentösen Behandlung kann zusätzlich auch eine Anpassung der Ernährung Linderung bringen. Hierzu gibt es von vielen Stellen, beispielsweise von Patientenorganisationen, umfangreiches Informationsmaterial. Grundsätzlich gilt jedoch: Nichts ist verboten! Erlaubt ist, was gut tut. Ausprobieren und auf den eigenen Körper hören ist die häufigste Empfehlung.

Auch in weiteren Bereichen bieten Patientenorganisationen und Fachgesellschaften wichtige Unterstützung. Informationen zur Erkrankung und der Austausch mit anderen Betroffenen können hilfreich sein, um das Leben mit Morbus Crohn oder Colitis ulcerosa bestmöglich zu meistern. Zudem weisen diese Vereinigungen auf relevante Themen hin. So steht zum Beispiel der diesjährige Aktionstag der Gastro Liga anlässlich des Welt-CED-Tages (World Inflammatory Bowel Disease Day) am 19. Mai 2017 unter dem Thema Therapietreue.

Weiterführende Informationen:
Internetseite der Deutschen Morbus Crohn/Colitis ulcerosa Vereinigung:
https://www.dccv.de/

Arztfinder und Informationsseite für Patienten des Kompetenznetzes CED:
http://www.kompetenznetz-ced.de/arztsuche.html

Ratgeber der Gastro Liga e. V. zu chronisch-entzündlichen Darmerkrankungen:
Morbus Crohn: https://www.gastro-liga.de/fileadmin/download/Morbus_Crohn_145-04-16.pdf
Colitis ulcerosa: https://www.gastro-liga.de/fileadmin/download/Colitis_ulcerosa_131-02-16.pdf

Referenzen
1. Baumgart DC, Dtsch Arztebl Int 2009; 106: 123–33.
2. Wehkamp J, Dtsch Arztebl Int 2016;113:72–82.
3. Andresen V, Dtsch Arztebl Int 2011;108:751–60.

Bild: Intestine lining and villi , Food digestion and absorption (Fotolia – Urheber: nobeastsofierce)

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Eine stationäre Behandlung, Reha-Maßnahmen oder Untersuchungen – die Gründe für einen Krankenhausaufenthalt sind unterschiedlich. In einigen Fällen bleibt genug Zeit, den Besuch im Krankenhaus gut vorzubereiten. Manchmal muss es jedoch auch recht schnell gehen. In diesem Artikel erfahren Sie, worüber es sich vor dem Krankenhausaufenthalt nachzudenken lohnt und was ins Gepäck gehört.

Das Wichtigste bereithalten

Damit die Aufnahme in das Krankenhaus reibungslos vonstattengeht und das Behandlungsteam die Behandlung bestmöglich planen kann, sind einige Unterlagen besonders wichtig. Dazu gehören:

  • Personalausweis
  • Versicherungskarte
  • Medikationsplan und Unterlagen über bisherige Untersuchungen und Behandlungen

Darüber hinaus sollten Betroffene die Medikamente mitnehmen, die sie aktuell einnehmen. Das gilt gleichermaßen für persönliche Hilfsmittel wie Brille, Hörgerät oder Zahnersatz.

Den Aufenthalt planen

Je nach Aufenthaltsgrund benötigen Patienten geeignete Kleidung, beispielsweise bequeme Alltagskleidung, Nachtwäsche oder auch Sportkleidung für Physiotherapie-Einheiten. Bei der Vorbereitung auf den Krankenhausaufenthalt kann eine detaillierte Checkliste helfen, wie sie von mehreren Websites zur Verfügung gestellt wird.

Gerade bei Menschen im höheren Lebensalter oder mit einer Grunderkrankung wie zum Beispiel Krebs kann eine ständig gepackte Notfalltasche sinnvoll sein. Diese kann z. B. etwas persönliche Wäsche enthalten und im Fall des Falles direkt mit ins Krankenhaus genommen werden.

Beschäftigung und Wohlbefinden

Oftmals ist ein Krankenhausaufenthalt mit längeren Liege- oder Ruhezeiten verbunden. Daher tun Menschen, bei denen eine Klinikeinweisung ansteht, gut daran, bei ihrer Planung auch Möglichkeiten zum Zeitvertreib zu berücksichtigen. Je nach persönlichen Vorlieben gehören beispielsweise Zeitschriften, Bücher oder Rätsel mit ins Gepäck. Für das allgemeine Wohlbefinden kann es außerdem helfen, kleinere persönliche Gegenstände oder Bilder, etwa von Familienangehörigen oder Haustieren, mitzunehmen, um sich in der ungewohnten Umgebung etwas heimischer zu fühlen.

Für den Ernstfall vorsorgen

Auch wenn viele Menschen den Gedanken an eine gesundheitliche Verschlechterung oder Komplikationen einer Operation scheuen, ist es wichtig, sich über den eigenen Willen für den Ernstfall Gedanken zu machen. So kann beispielsweise in einer Patientenverfügung festgehalten werden, welche Maßnahmen in bestimmten Situationen ergriffen oder nicht ergriffen werden sollen. Ebenfalls kann z. B. in einer Vorsorgevollmacht eine Vertrauensperson berechtigt werden, Entscheidungen zu treffen, die nicht mehr selbst getroffen werden können. Wichtig ist, dass relevante Angehörige von diesen Unterlagen und ihrem Aufenthaltsort Kenntnis haben, um sie im Ernstfall nutzen zu können.

Weiterführende Informationen:

Checkliste der Weissen Liste zur Vorbereitung auf den Krankenhausaufenthalt:
Checkliste-Krankenhausaufenthalt.pdf

Informationsbroschüre Patientenverfügung des Bundesministeriums der Justiz und für Verbraucherschutz:
www.bmjv.de

Linksammlung zu Informationsmaterial und Vorlagen zu Patientenverfügungen der Landesärztekammern:
www.bundesaerztekammer.de/patienten/patientenverfuegung/muster-formulare/

Muster einer Vorsorgevollmacht des Bundesministeriums der Justiz und für Verbraucherschutz:
www.bmjv.de

Bild: Happy senior patient reading book (Fotolia – Urheber: WavebreakMediaMicro)

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Jeder, der schon einmal Blut gespendet hat, kennt es: Vor der eigentlichen Spende gibt es einen Pieks, bei dem ein Blutstropfen zur Untersuchung gewonnen wird. Dieses Blut wird einem kurzen Test unterzogen, bei dem vor allem ein Wert wichtig ist: Der sogenannte Hb-Wert. Hb steht für Hämoglobin – ein Eiweiß, das man auch als roten Blutfarbstoff kennt. Hämoglobin enthält Eisen, an das Sauerstoff gebunden und so durch den Körper transportiert wird.1 Ist der Hb-Wert zu niedrig, kann an diesem Tag kein Blut gespendet werden – ein Schutz für den Spender, denn in diesem Fall verfügt er möglicherweise nicht über die notwendigen Reserven, um den Blutverlust durch die Spende problemlos ausgleichen zu können, sprich: rasch ausreichend neue rote Blutzellen zu bilden.1

Anämie – was ist das?

Eine Anämie, auch Blutarmut genannt, liegt nach Definition der Weltgesundheitsorganisation (WHO) vor, wenn der Hämoglobingehalt des Blutes eine bestimmte Menge unterschreitet. Dabei gelten für Männer und Frauen unterschiedliche Grenzwerte:2

  • Männer: 13 g/dl (= 130 g/l)
  • Frauen: 12 g/dl (= 120 g/l)

Eine leichte Anämie muss sich nicht in jedem Fall bemerkbar machen. Je weiter der Hämoglobin-Wert jedoch nach unten vom Richtwert abweicht, desto stärker können die Symptome sein. Betroffene verspüren dann zumeist eine ausgeprägte Müdigkeit und eine eingeschränkte Leistungsfähigkeit.3, 4 Dies rührt daher, dass dem Körper weniger Sauerstoff zur Verfügung steht, als er benötigt. Auch Schwindel, ein schnellerer Herzschlag und Hautblässe können auf eine Anämie hinweisen.4

Was kann zu einer Anämie führen?

Die Ursachen einer Anämie können vergleichsweise harmlos sein – bei ca. vier von fünf Betroffenen liegt ein Eisenmangel vor.2 Jede fünfte Frau im gebärfähigen Alter weist eine Eisenmangelanämie auf, die häufig durch die Regelblutung bedingt ist. Weitere Risikogruppen sind Säuglinge, Kleinkinder und Jugendliche. Um einer solchen Mangelerscheinung vorzubeugen, sollte auf eine ausreichende Eisenzufuhr über die Nahrung geachtet werden. Viel Eisen ist z. B. in Fleisch enthalten – vor allem in Leber.2, 5 Aber auch Vegetarier finden eine große Auswahl an eisenreichen Lebensmitteln. Eine Übersicht wichtiger Eisenquellen gibt es hier.

Lässt sich die Anämie nicht durch einen nahrungsbedingten Eisenmangel erklären, können Verletzungen bzw. Blutungen im Verdauungstrakt, ausgelöst durch Geschwüre in Magen oder Darm, aber auch internistische Erkrankungen die Ursache sein, beispielsweise Blutbildungsstörungen des Knochenmarks.6 Aus diesem Grund sollte jede Anämie, insbesondere in Fällen, bei denen die Abweichung des Hb-Werts im nicht geringen Bereich liegt, ärztlich abgeklärt werden.

Wie wird eine Anämie behandelt?

Die Behandlung einer Anämie richtet sich nach der Ursache. Wie bereits beschrieben, kann eine nahrungsbedingte Eisenmangelanämie durch eine vermehrte Aufnahme des Spurenelements über die Nahrung ausgeglichen werden. Hierfür stehen auch Präparate aus der Apotheke oder der Drogerie zur Verfügung.

Da sich die Symptome von einer nahrungsbedingten Anämie nicht unterscheiden lassen, bleibt der Auslöser einer blutungsbedingten Anämie oft lange Zeit unbemerkt. Hier muss die Blutung als Ursache die identifiziert und gestillt werden.2 Wird die Anämie durch eine Erkrankung wie z. B. Blutkrebs verursacht, kann sie sich durch eine Therapie der Grunderkrankung verbessern. In einigen Fällen sind Betroffene jedoch auf Bluttransfusionen angewiesen.4 Ferner können sogenannte Wachstumsfaktoren zum Einsatz kommen, die die Bildung von roten Blutzellen fördern. Dies muss jedoch im Einzelfall mit dem behandelnden Arzt besprochen werden.4

Referenzen

  1. Blutspendedienst des Bayrischen Roten Kreuzes. Abrufbar unter https://www.blutspendedienst.com/blutspende/haemoglobin/page/, letzter Zugriff: 07.02.2017
  2. DGHO-Onkopedia. Abrufbar unter https://www.onkopedia.com/de/onkopedia/guidelines/eisenmangel-und-eisenmangelanaemie/@@view/html/index.html, letzter Zugriff: 07.02.2017
  3. Krebsinformationsdienst. Abrufbar unter https://www.krebsinformationsdienst.de/behandlung/chemotherapie-nebenwirkungen.php, letzter Zugriff: 07.02.2017
  4. MDS Patienten Interessen Gemeinschaft. Abrufbar unter http://mds-patienten-ig.org/mds/symptome/blutarmut, letzter Zugriff: 07.02.2017.
  5. Blutspendedienst des Bayrischen Roten Kreuzes. Abrufbar unter https://www.blutspendedienst.com/blutspende/ernaehrungstipps-fuer-blutspender/page/, letzter Zugriff: 07.02.2017
  6. De Benoist B, et al. Worldwide prevalence of anaemia 1993–2005 : WHO global database on anaemia. Abrufbar unter http://apps.who.int/iris/bitstream/10665/43894/1/9789241596657_eng.pdf, letzter Zugriff: 13.02.2017

Bild: Flowing Erythrocyte Cells in a Artery (Fotolia – Urheber: Spectral-Design)

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Der Gang zum Arzt kann an hohe Erwartungen geknüpft sein. Um alle Fragen und Anliegen in der meist recht kurz bemessenen Zeit besprechen zu können, ist es wichtig, sich auf das Gespräch vorzubereiten.

Vorbereitung ist das A und O

Für eine genaue Diagnose oder die Bewertung einer aktuellen Therapie muss sich ein Arzt in sehr kurzer Zeit ein möglichst genaues Bild von der Situation des Patienten machen. Ein wichtiger Punkt gleich zu Beginn ist der Grund für den Arztbesuch. Was war der Anlass, einen Termin zu vereinbaren? Betroffene, die aufgrund der aktuellen Beschwerden zum ersten Mal beim Arzt sind, sollten diese möglichst genau beschreiben. Aber auch zur Einschätzung einer bereits laufenden Therapie oder einer durch den Patienten wahrgenommenen Veränderung des Krankheitsverlaufs ist neben der Vorgeschichte eine möglichst genaue Beschreibung der aktuellen Beschwerden wichtig. Dabei können Patienten sich an den sogenannten W-Fragen entlanghangeln:

  • Welche Beschwerden treten auf und wie äußern sich diese?
  • Wo treten sie auf (z. B. Ober-/Unterbauch, links/rechts, bestimmte Gelenke etc.)?
  • Wann treten die Beschwerden auf (z. B. nach dem Essen, nachts, nach Belastung, …)?
  • Sind sie im Lauf der Zeit stärker/intensiver geworden bzw. dauern sie länger an?

Betroffene können sich vor dem Arztbesuch vorbereiten, indem sie sich z. B. vorab Notizen machen und, wenn nötig, vor dem Arzttermin Tagebuch führen, zum Beispiel über Schmerzen oder andere neurologische Beschwerden. Häufig bieten z. B. auch Krankenkassen Vorbereitungsbögen an.

Ein vollständiger Überblick über die aktuelle Behandlung ist für den Arzt ebenfalls relevant. Hierbei gilt: Auch Therapien, die in einem anderen Zusammenhang verordnet wurden, sind für die Einschätzung sehr wichtig. Daher lohnt es sich, folgende Materialien zum Termin mitzubringen:

  • Eine Auflistung aller Präparate, die aktuell eingenommen werden – das sind neben verschreibungs-/apothekenpflichtigen Medikamenten auch frei verkäufliche homöopathische Produkte und Arzneimittel sowie Nahrungsergänzungsmittel
  • Eine Übersicht aller laufenden Behandlungen (z. B. Physiotherapie, Phototherapie, Lymphdrainage etc.)

Eigene Erwartungen einbringen

Neben dieser Standardvorbereitung ist es hilfreich, die persönlichen Erwartungen an das Arztgespräch vorab zu definieren. Diese können, abhängig vom jeweiligen Grund für den Arztbesuch, sehr unterschiedlich sein. Mögliche relevante Fragen sind:

  • Welche Informationen möchte ich von meinem Arzt erhalten?
  • Wie umfassend möchte ich über meinen Gesundheitszustand und meine Aussichten informiert werden?
  • Was muss ich für meinen Alltag mit einer Erkrankung wissen?
  • Wohin kann ich mich wenden, sollte ich weiterführende Unterstützung benötigen?

Dies sind nur wenige Beispiele für viele unterschiedliche Fragestellungen, die für Patienten wichtig sein können. Um während des Gesprächs mit dem Arzt keine Fragen zu vergessen, bietet es sich an, vor dem Termin einige Notizen zu machen. Anregungen finden Betroffene auch im Faltblatt „Teamarbeit“ von Celgene.

Offenheit während des Gesprächs essenziell

Beim Termin selbst kommen die vorab gemachten Notizen zum Einsatz, so dass der Arzt über alle Behandlungen informiert ist und ein genaues Bild vom Patienten und seinen Bedürfnissen bekommt. Manchen Menschen fällt es jedoch schwer über ihre Erkrankung zu sprechen, zum Beispiel, wenn ihnen ihre Symptome unangenehm oder peinlich sind. Doch gerade bei besonders schambehafteten Symptomen wünschen sich Patienten Linderung. Um Hilfe zu bekommen ist es daher wichtig, unangenehme Themen nicht auszuklammern und offen mit dem Arzt zu sprechen – das gilt auch bei Nachfragen. Meist sind Ärzte jedoch verständnisvoll und geübt im Gespräch auch über unangenehme Inhalte – und immer an die ärztliche Schweigepflicht gebunden. Um Hemmungen abzulegen und um keine Punkte zu vergessen helfen daher vorgefertigte Stichpunkte und Fragen, die während des Gesprächs als Gedankenstütze dienen. Gegen Ende des Gesprächs hilft es, nochmals einen Blick auf die mitgebrachten Notizen zu werfen.

Besprochenes schriftlich festhalten

Auch während des Gesprächs mit dem Arzt ist es empfehlenswert, sich Notizen zu machen, um später auf die Informationen zurückgreifen zu können. Ist ein Begriff oder eine Behandlungsmethode unklar, sollte dies angesprochen werden. Oftmals verfügen Ärzte über weiterführende Materialien rund um Erkrankungen und Therapien, die sie Patienten mitgeben können.
Auch Fragen zu möglichen Wechsel- und Nebenwirkungen, der Behandlungsdauer sowie möglichen (Selbstzahler-)Kosten sind vollkommen legitim. Ist dem Patienten unwohl mit einer von dem Arzt vorgeschlagen Behandlungsmöglichkeit, so ist es wichtig, diese Sorgen und Ängste explizit mitzuteilen. Denn eine optimale Behandlungssituation wird nur dann erreicht, wenn Arzt und Patient als Partner eine Therapie beschließen, der beide Seiten zustimmen und die sie gemeinsam umsetzen.

Stark im Team

Doch auch mit einer guten Vorbereitung sind Patienten oftmals nervös vor dem Arzttermin. Daher bietet es sich an, den Termin in Begleitung eines Familienmitglieds oder einer Freundin bzw. eines Freundes wahrzunehmen. Darüber hinaus bieten, je nach Krankheitsbild, manchmal auch Selbsthilfegruppen eine Begleitung an. Neben der emotionalen Unterstützung kann die begleitende Person bei Bedarf im Gespräch mit dem Arzt weitere Informationen beitragen, Fragen stellen und sich ebenfalls Notizen machen. Nach dem Termin kann ein Austausch über die Einschätzung des Gesprächs hilfreich sein.

Weiterführende Informationsangebote nutzen

Nach dem Gespräch ist es sinnvoll, die Notizen des Gesprächs sowie eventuelle Materialien in Ruhe durchzugehen und sich in Ruhe einen Überblick der gesammelten Informationen zu verschaffen. Einigen Patienten hilft es auch, sich umfassend weiter zu informieren und zum Experten für die eigene Krankheit zu werden. Zur Unterstützung stellt Celgene neben Informationen zu verschiedenen Erkrankungen wie Blutkrebs, Tumorerkrankungen und Schuppenflechte auch Material zum Leben mit den unterschiedlichen Krankheitsbildern zur Verfügung. Auch Informationsangebote von Selbsthilfegruppen oder Institutionen, beispielsweise der „Wegweiser“ des Krebsinformationsdienstes, können helfen.

Weiterführende Informationen:

Ratgeber für Patientenrechte des Bundes:
www.bmjv.de

Tipps für informierte Patienten:
www.mds-patienten-ig.org

Informationsmaterial der Krebshilfe:
www.krebshilfe.de

 

Bild: Arzt und Patient (Fotolia – Urheber: Alexander Raths)

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Ein Gang in die Sauna, ein erholsames Bad oder eine wohltuende Massage – all das trägt zu mehr Wohlbefinden bei, löst Verspannungen sowie Muskelschmerzen und hilft gegen Stress. Das Herz-Kreislauf-System wird durch verschiedene Wellness-Anwendungen trainiert, der Stoffwechsel angeregt.1, 2 Zudem stärken die Anwendungen die Abwehrkräfte. Beim Schmökern in Prospekten mit verschiedenen Wellnessangeboten findet sich jedoch häufig der Hinweis, dass Krebspatienten solche Behandlungen mit Vorsicht genießen sollten. Welche Punkte sind wichtig für Menschen mit bzw. nach einer Krebserkrankung?

Grünes Licht für Wellness & Co. – aber erst nach Rücksprache mit dem Arzt!

Die gute Nachricht: Einen Beleg für einen Zusammenhang von Wellnessanwendungen und Krebserkrankungen gibt es nicht. So wird z. B. durch die erhöhte Stoffwechselaktivität das Wachstum von Krebszellen nicht angeregt.1, 2 Auch die These, dass durch den Druck und das Reiben im Rahmen einer Massage Tumorzellen im Körper verteilt werden, ist nicht zutreffend.2

Je nach Tumorart und Krankheitsstadium sollten Menschen mit einer Krebserkrankung jedoch vor der Entscheidung für eine Wellnessbehandlung mit ihrem Arzt sprechen. Denn: Wärmebehandlungen, langes Baden oder Anwendungen mit ätherischen Ölen sind nicht für jeden Betroffenen und nicht in jeder Phase der Erkrankung bzw. Behandlung passend.

Das richtige Maß: auf stabilen Kreislauf achten

Wärmebehandlungen wie Saunabesuche und warme Bäder regen den Kreislauf an. Daher sind diese Anwendungen erst dann zu empfehlen, wenn der Patient sich wieder von der Therapie erholt hat und der Kreislauf stabil genug ist.2 Betroffene können sich an die Sauna auch langsam wieder „herantasten“ und beispielsweise zunächst nur ein weniger warmes Dampfbad genießen. Ein Saunagang sollte nicht länger als 15 Minuten dauern, anschließend ist eine richtige und gleichmäßige Abkühlung wichtig. Eine Brustoperation ist kein Grund, hierbei Abstriche zu machen: So kann auch der Arm an der betroffenen Körperseite mit einem Wasserguss gekühlt werden.

Auch viele Patienten, bei denen ein Lymphknoten entfernt wurde, berichten darüber, Wellnessanwendungen wie z. B. Saunabäder gut zu vertragen. Die Betroffenen sollten jedoch sorgfältig darauf achten, ob sie ein Lymphödem entwickeln – ein gewisses Risiko diesbezüglich wurde in der wissenschaftlichen Literatur bereits beschrieben.3 Lymphödeme sind Flüssigkeitsansammlungen im Gewebe aufgrund einer zu starken Produktion der Lymphflüssigkeit. Ist bereits ein Lymphödem aufgetreten, sollten die Betroffenen hohe Temperaturen generell meiden.1 Um kein Risiko einzugehen, tun Betroffene gut daran, vor einer Wärmebehandlung mit ihrem behandelnden Arzt zu sprechen.2

Massagen: Wohltat für Körper und Seele

Massagen helfen nicht nur gegen körperliche Verspannungen, sondern tun gleichsam der Seele gut – auch bei Krebspatienten. So zeigte beispielsweise eine Studie, bei der Frauen mit Brustkrebs im Frühstadium Rücken- und Nackenmassagen erhielten, deutliche positive Auswirkungen auf das Wohlbefinden: Die Behandlungen linderten die chronische Erschöpfung, halfen bei Stimmungsschwankungen sowie körperlichen Beschwerden.4 Nur wenige Faktoren schränken die Möglichkeiten für diese wohltuende Seelenauszeit zumindest zeitweise ein: Eine Massage an frischen Operationswunden oder in der Nähe des Bestrahlungsfeldes sollte vermieden werden.2

Auch durch bestimmte Krebstherapien, z. B. Chemotherapien und Bestrahlung, kann die Haut empfindlicher werden und im warmen Wasser umso schneller aufweichen.2 Ob eine Wellnessanwendung mit ätherischen Ölen, Mineralsalzen oder ähnlichen Substanzen anzuraten ist, sollte daher vorab mit dem Arzt besprochen werden.

Abwehrkräfte beachten

Wo sich viele Menschen tummeln und wo es warm ist, fühlen sich oftmals auch Keime besonders wohl. Schwimmbäder und Wellnesseinrichtungen haben hierzulande sehr hohe Hygienestandards, die regelmäßig kontrolliert werden, so dass für gesunde Menschen generell kaum ein Risiko für eine Infektion besteht. Jedoch schwächen manche Krebstherapien die Abwehrkräfte, so dass auch hier gilt: Betroffene sollten zur Sicherheit mit ihrem Arzt besprechen, ob für sie ein Besuch in einer solchen Einrichtung in der aktuellen Gesundheits- und Therapiephase bereits anzuraten ist.

Massagen und Wellnessanwendungen können einen Therapieplan vielfach bereichern – so können die Betroffenen selbst etwas zu ihrem Wohlbefinden beitragen, sich Zeit für sich selbst nehmen und ihrem Geist eine kleine Auszeit gönnen. Wenn die genannten Punkte beachtet werden, steht der Entspannung nichts im Weg.

Quellen:

  1. Medical Tribune. Perspektive Leben 5/2015. Wärmeanwendungen bei Menschen mit Krebs: Massage, Sauna und Bäder – was ist erlaubt?
  2. Sauna und Massage bei Krebs. Wellness und Wärme: Ein Risiko für Krebspatienten? Deutsches Krebsforschungszentrum. Krebsinformationsdienst. Abrufbar unter: https://www.krebsinformationsdienst.de/leben/alltag/thermalkuren-massage-sauna.php [letzter Zugriff: 21.12.2016)
  3. Showalter SL, et al. Ann Surg Oncol. 2013 Mar; 20(3): 842–849.
  4. Listing M, et al. Psychooncology 2009;18(12):1290–9.

Bild: Handtuch mit Orchidee und Kerzen (Fotolia – Urheber: racamani)

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Thalassämie ist eine in Deutschland seltene, durch Genmutation verursachte und so vererbte Erkrankung. In deren Verlauf kann – je nach Ausprägungsgrad – die Bildung von Bestandteilen der roten Blutzellen massiv gestört sein. Die Medizin unterscheidet zwischen Alpha (α)- und Beta (β)-Thalassämie. Weil Thalassämie-Erkrankungen zunächst hauptsächlich in den ehemaligen Malariagebieten des Mittelmeerraums dokumentiert wurden, existiert auch die Bezeichnung Mittelmeeranämie. Der heute verwendete Terminus Thalassämie stammt ab vom griechischen Wort η Θάλασσα – das Meer. Dieser Beitrag befasst sich vornehmlich mit der β-Thalassämie.

Beta-Thalassämie (β-Thalassämie) – eine seltene Erkrankung

Bei der β-Thalassämie werden Eiweißketten, die das Sauerstofftransport-Protein Hämoglobin bilden, fehlerhaft hergestellt. Die deformierten roten Blutkörperchen (Erythrozyten) sind nicht mehr in der Lage, Sauerstoff regelgerecht durch den Körper zu transportieren, was zu Anämie (umgangssprachlich: Blutarmut) führt. Die Patienten leiden an Abgeschlagenheit, Atemnot und verminderter körperlicher Leistungsfähigkeit.1, 2 Die Erkrankung wird bereits in den ersten Lebensmonaten festgestellt und begleitet die Patienten ein Leben lang.1 Hierzulande tritt die Krankheit erfreulicherweise nur vereinzelt auf.
Heute werden Thalassämie-Krankheitsfälle, v. a. der β-Thalassämie-Form, in Mittelmeerländern, im vorderen Orient, in Südostasien und in Afrika registriert.1, 3 Zwischen Malaria und Thalassämie besteht eine Art Wechselbeziehung.1-4

Über 260 unterschiedliche Genmutationen können derzeit die Verursacher der β-Thalassämie sein. Die Erkrankung wird in drei Formen unterteilt, in die Thalassaemia minor, Thalassaemia intermedia (oder nicht- transfusionspflichtige Thalassämie) und die Thalassaemia major.5

  • Die Thalassaemia minor zeigt i. d. R. keine klinischen Symptome und muss – außer in der Schwangerschaft – nicht therapiert werden.
  • Thalassaemia intermedia entspricht der klinischen Diagnose für eine Gruppe von Krankheitsbildern, die als mittelschwere Thalassämieform verlaufen, d. h. ohne dass primär eine für die Thalassaemia major typische chronische Transfusionsbedürftigkeit besteht.
  • Bei der Thalassaemia major handelt es sich um eine lebensbedrohliche Erkrankung (schwere Anämie) bei der nur jene Patienten Überlebenschancen haben, die lebenslang regelmäßige Bluttransfusionen erhalten.

Frühe, umfassende Behandlung unabdingbar

Nur durch allogene Knochenmarktransplantation, also die Transplantation von Zellen eines gesunden Spenders, ist eine Heilung der β-Thalassämie möglich. Für die meisten Patienten kommt sie jedoch nicht infrage, weil sie vergleichsweise risikoreich ist und geeignete Spenderstammzellen nur äußerst schwer zu finden sind.1

Zusätzlich zur chronischen Erschöpfung führt die Anämie bei entsprechender Form der Thalassämie zu Wachstumsverzögerungen, Knochendeformationen, Schädigungen innerer Organe bis hin zu Herzversagen. Die Patienten müssen, wie bereits erwähnt, ihr Leben lang Transfusionen mit gesunden roten Spender-Blutzellen erhalten, oftmals im Abstand von zwei bis vier Wochen.1, 2, 6 Diese Bluttransfusionen erhöhen allerdings den Eisengehalt im Blut der Patienten erheblich. Um Leberschäden vorzubeugen, muss er mit Medikamenten wieder gesenkt werden. Es ist Aufgabe von Fachärzten, eine derart komplexe Behandlung zu planen und durchzuführen. Dabei müssen sie ihre Patienten genau beobachten und einen dem Krankheitsbild entsprechenden ausbalancierten Bluttransfusions-Zeitplan erstellen.7

Transfusionsfreie Therapie – Verbesserung der Überlebenschancen in Entwicklungsländern?

In den westlichen Ländern mit hochentwickelten Gesundheitssystemen ist die nur selten auftretende β-Thalassämie i. d. R. behandelbar. Anders in Entwicklungsländern mit hoher Erkrankungsrate: Eine optimale Versorgung ist dort kaum möglich, einerseits, weil Fachärzte fehlen, andererseits, weil die Blutspende- Aktivitäten sehr gering sind bzw. das gespendete Blut nicht ausreichend auf Spenderkompatibilität und übertragbare Krankheiten (z. B. HIV oder Hepatitis) getestet wird. So bleibt die β-Thalassämie in vielen sogenannten Entwicklungsländern immer noch eine tödliche Krankheit.6, 8 Eine Therapie, die ohne Bluttransfusionen auskommt, wäre in diesen Ländern ein signifikanter Fortschritt. Celgene und andere pharmazeutische Unternehmen forcieren Forschung und Entwicklung auf dem Gebiet der β-Thalassämie und investieren erhebliche Mittel.

Auch für die Patienten hierzulande brächten neuartige Behandlungsformen ohne die regelmäßigen und belastenden Transfusionen mit ihren Nebenwirkungen eine große Erleichterung und eine deutliche Besserung der Lebensqualität.9 Aber noch ist es nicht soweit. Ein Appell an die Bevölkerung, auch zukünftig lebensrettendes Blut zu spenden und sich als Stammzellspender registrieren zu lassen, kann nicht dringlich genug sein.

Referenzen:

  1. Galanello, R. Beta-thalassemia. (2010) Orphanet J Rare Dis. 2010;5:11. http://www.ncbi.nlm.nih.gov/pmc/articles/PMC2893117/ Accessed April 29, 2016.
  2. Nienhuis, A. (2012) Pathophysiology and Clinical Manifestations of the β-Thalassemias. Cold Spring Harb Perspect Med. 2012;2(12): a011726.
  3. Sabeti, P. (2008) Natural selection: uncovering mechanisms of evolutionary adaptation to infectious disease. Nature Education. 2008;1(1):13.
    http://www.nature.com/scitable/topicpage/natural-selection-uncovering-mechanisms-of-evolutionary-adaptation-34539 Accessed October 12, 2016.
  4. Durand, P. (2008) Hereditary red cell disorders and malaria resistance. Haematologica. 2008 93: 961-963. http://www.haematologica.org/content/93/7/961.
  5. Cario, H. (2012) Beta Thalassämie. https://www.onkopedia.com/de/onkopedia/guidelines/beta-thalassaemie/@@view/html/index.html Accessed December 1, 2016.
  6. Borgna-Pignatti, C. (2010) The life of patients with thalassemia major. Haematologica. 2010;95:345-348. http://www.haematologica.org/content/95/3/345 Accessed April 29, 2016.
  7. Mishra, AK. (2013) Iron overload in Beta thalassaemia major and intermedia patients. Mædica. 2013;8:328-332. http://www.ncbi.nlm.nih.gov/pmc/articles/PMC3968466/ Accessed April 29, 2016.
  8. World Health Organization. (2015) Blood safety and availability. WHO.org. http://www.who.int/mediacentre/factsheets/fs279/en/. Accessed April 29, 2016.
  9. Ansari, S. (2014) Quality of life in patients with thalassemia major. Iranian journal of pediatric hematology and oncology. 2014;4:57-63. http://www.ncbi.nlm.nih.gov/pmc/articles/PMC4083201/ Accessed April 29, 2016.

Weiterführende Informationen zum Thema:
Interessengemeinschaft Sichelzellkrankheit & Thalassämie e. V.:
www.ist-ev.org

Informationsportal zu Blut- und Gerinnungserkrankungen bei Kindern und Jugendlichen:
www.kinderblutkrankheiten.de

Weiterführende Informationen zu Blutbestandteilen:
www.vitanet.de

Website des Deutschen Roten Kreuzes mit Informationen zur Blutspende:
www.drk-blutspende.de

Foto: Celgene (Urheber: Bodo Mertoglu)

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Die Bauchspeicheldrüse (Pankreas) liegt im Oberbauch, eingebettet zwischen Leber, Milz, Magen und Zwölffingerdarm.1 Sie besteht aus Kopf, Körper und Schwanz, wiegt insgesamt 70 bis 90 Gramm und ist ca. 15 bis 20 cm lang. Nicht nur ihre Nachbarn übernehmen lebenswichtige Aufgaben im Körper, auch die Bauchspeicheldrüse ist für das Leben unverzichtbar. Zum einen ist sie wichtig für die Bildung von Verdauungssäften (exokrine Funktion). Dabei produziert sie nicht nur verschiedene Enzyme zur Fett- und Eiweißspaltung, sondern auch einen Säurepuffer zur Neutralisierung der Magensäure. Außerdem ist die Bauchspeicheldrüse verantwortlich für die Blutzuckerregulation (endokrine Funktion). Dafür werden in drei verschiedenen Zelltypen die Hormone Glukagon, Insulin und Somatostatin gebildet.1

Die Bauchspeicheldrüse kann von unterschiedlichen Erkrankungen betroffen sein. Diese Erkrankungen können das ganze Organ, aber auch die exokrine oder die endokrine Funktion betreffen.

Stoffwechselerkrankung Diabetes
Diabetes mellitus ist eine Erkrankung, bei der die endokrine Funktion der Bauchspeicheldrüse betroffen ist. Dabei wird zwischen Typ-1- und Typ-2-Diabetes unterschieden. Die insulinproduzierenden Zellen des Körpers werden bei Diabetes Typ 1 durch das eigene Immunsystem zerstört. Da Insulin für die Aufnahme von Zucker in die Zellen benötigt wird, führt fehlendes Insulin zu einem Anstieg des Blutzuckerspiegels. Bei Personen mit Diabetes Typ 2 wird der Körper unempfindlich gegenüber Insulin. Da der Körper darauf häufig zunächst mit einer erhöhten Insulinproduktion reagiert, kann die Überanspruchung der Bauchspeicheldrüse dazu führen, dass sie die Fähigkeit zur Bildung von Insulin verliert.1,2

Entzündung der Bauchspeicheldrüse
Die Bauchspeicheldrüse kann ebenfalls von einer Entzündung betroffen sein (Pankreatitis), die chronisch oder akut verläuft. Die akute Pankreatitis verursacht meist starke Schmerzen im Oberbauch sowie Übelkeit und Erbrechen.1,2 Die chronische Form hingegen verläuft meist mit geringeren Beschwerden.

Eine häufige Ursache einer akuten Entzündung der Bauchspeicheldrüse sind Gallensteine. Diese entstehen, wenn durch eine fettreiche Ernährung mehr feste Bestandteile anfallen (z. B. Cholesterin und Gallenfarbstoff), als die Gallensäure lösen kann. In der Folge verbinden und verfestigen sich diese festen Bestandteile, wobei sie den Gallengang blockieren können. Auch übermäßiger Alkoholkonsum kann eine Pankreatitis auslösen.1,3

Bauchspeicheldrüsenkrebs
Außerdem ist es möglich, dass das Organ von einem Tumor betroffen ist. Das Risiko für eine Krebserkrankung an der Bauchspeicheldrüse steigt mit dem Alter an: Der Großteil der Betroffenen ist älter 65 Jahre.4 Sofern sich der Krebs noch im Frühstadium befindet und noch keine anderen Organe befallen hat, kann er durch eine Operation entfernt werden. Dabei kann es vorkommen, dass Teile des Organs mit entfernt werden müssen. Dies kann die Einnahme von Enzymen oder Zufuhr von Insulin notwendig machen, um die Funktion des (teilweise) entfernten Organs zu ersetzen.5

Allerdings ist es schwierig, Bauchspeicheldrüsenkrebs festzustellen: In der frühen Phase fehlen meist bemerkbare Krankheitszeichen und auch, wenn die Erkrankung bereits fortgeschritten ist, sind die Symptome oftmals unspezifisch (z. B. Bauch- oder Rückenschmerzen sowie Gewichtsverlust).4,6 Aus diesem Grund haben sich 60 bis 70 Prozent der Krebserkrankungen an der Bauchspeicheldrüse zum Zeitpunkt der Diagnosestellung bereits auf andere Organe ausgebreitet, sind also metastasiert.7

Gesund leben – Erkrankungen vorbeugen
Durch eine gesunde Ernährung, ausreichend Bewegung und einen aktiven Lebensstil kann der Entstehung von Erkrankungen der Bauchspeicheldrüse vorgebeugt werden. Als Risikofaktoren für Typ-2-Diabetes gelten etwa Übergewicht und eine zuckerreiche Ernährung.8 Zudem begünstigt eine fettreiche und ballaststoffarme Ernährung die Entstehung von Gallensteinen.1 Übermäßiger Alkoholkonsum und Rauchen erhöhen das Risiko sowohl für eine Entzündung als auch einen Tumor.

Somit ist es von Vorteil, Obst, Gemüse, gesunden Kohlenhydrate wie z. B. Vollkorngetreideprodukte und hochwertigen Eiweißlieferanten wie magerem Geflügelfleisch und Fisch einen festen Platz auf dem Speiseplan zuzuweisen.9 Alkohol sollte allenfalls in Maßen genossen und auf das Rauchen verzichtet werden.

Welt-Pankreaskrebstag 2016
Um die Erkrankungen Bauchspeicheldrüsenkrebs stärker ins öffentliche Bewusstsein zu rücken, fand am 17. November 2016 der 3. Welt-Pankreaskrebstag statt. Die deutsche Patientengruppe TEB (Tumore und Erkrankungen der Bauchspeicheldrüse) veranstaltete zu diesem Anlass mehrere Aktionen, unter anderem einen Informationstag in Ludwigsburg mit Vorträgen, Mitmachaktionen und Videos. Auch auf Facebook und Twitter gab es verschiedene Aktivitäten. Mehr Infos zum Welt-Pankreaskrebstag finden Sie auf dessen Homepage www.welt-pankreastag.de.

 

Weiterführende Informationen zum Thema:

Quellen:

  1. Luxem J et al. 2013. Rettungsdienst RS/RH. München: Urban & Fischer.
  2. Berufsverband Deutscher Internisten: www.internisten-im-netz.de/de_bauchspeicheldruese-haeufige-erkrankungen_869.html
  3. Stiftung für Qualität und Wirtschaftlichkeit im Gesundheitswesen: www.gesundheitsinformation.de/akute-entzuendung-der-bauchspeicheldruese.2634.de.html
  4. Seufferlein T et al. Pancreatic adenocarcinoma: ESMO-ESDO Clinical Practice Guidelines for diagnosis, treatment and follow-up. Ann Oncol 2012;23(7):vii33-vii40
  5. Deutsche Krebsgesellschaft. Bauchspeicheldrüsenkrebs – Therapie: www.krebsgesellschaft.de/onko-internetportal/basis-informationen-krebs/krebsarten/bauspeicheldruesenkrebs/therapie.html
  6. Deutsches Krebsforschungszentrum. Krebsinformationsdienst: www.krebsinformationsdienst.de/tumorarten/bauchspeicheldruesenkrebs/bauchspeicheldruesenkrebs2.php
  7. Heinemann V. Im Focus Onkologie 2009;5:70-74
  8. Stiftung für Qualität und Wirtschaftlichkeit im Gesundheitswesen: www.gesundheitsinformation.de/diabetes-typ-2.2486.de.html
  9. Deutsche Gesellschaft für Ernährung. https://www.dge.de/ernaehrungspraxis/vollwertige-ernaehrung/10-regeln-der-dge/

Bild: Herz Gesundheit Bauch (Fotolia – Urheber: underdogstudios)

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Auf die Endlichkeit des eigenen Lebens zu stoßen und sich damit auseinandersetzen zu müssen ist für die meisten von uns keine leichte Aufgabe – besonders dann nicht, wenn wir ganz plötzlich damit konfrontiert werden. Eine Krebsdiagnose stellt fast immer ein bis dahin normal geführtes Leben auf den Kopf. Auch die heute immer differenzierteren Behandlungsmöglichkeiten nehmen den Betroffenen zunächst kaum ihre existenzielle Angst. Angehörige, Freunde und Betreuer belastet das sehr und sie stellen sich die Frage: Wie mit Angst und Trauer umgehen? Nur zu oft wissen sie nicht, wie sie sich gegenüber dem geliebten kranken Menschen verhalten sollen, was sie tun oder aber was sie lassen sollen. Einfühlsam zu sein, emotionalen Beistand zu gewähren, aber auch das tägliche Leben organisieren zu helfen ist nun ganz besonders wichtig.

Diagnose Krebs – wie komme ich wieder auf die Beine?

Die Krebsdiagnose beeinflusst von Anfang an das komplette Leben der Patienten. Angst vor der Behandlung, vor möglichen Nebenwirkungen, vor der Veränderung in der Beziehung zu geliebten Menschen und davor, die eigene Eigenständigkeit zu verlieren, wird allgegenwärtig. Nicht selten reagieren Betroffene darauf mit Hilflosigkeit, Resignation oder Depression. Auch wenn zunächst gute Behandlungserfolge zu verzeichnen sind, bleibt häufig doch die Sorge, der Krebs könne nach Phasen der Besserung wiederkehren.

Menschen mit Krebs können sich jedoch auch erfolgreich an die ihnen unbekannten Umstände anpassen, ihr tägliches Leben bestmöglich eigenständig gestalten und in ihren jeweiligen Rollen als Ehepartner, Eltern, Großeltern, Freunde oder Kollegen wieder aktiv werden. Sie setzen sich also mit den veränderten Lebensbedingungen auseinander und arbeiten darauf hin, wieder emotionale Stabilität zu erreichen und mit bzw. trotz der Erkrankung im „Hier und Jetzt“ zu leben.

Der „Dämon“ Krebs – wie begegne ich negativen Gefühlen?

Entspannungsübungen und körperliche Bewegung wirken ganzheitlich auf Körper, Geist und Seele. Diese Techniken können für Menschen mit Krebs Möglichkeiten darstellen, auf Angstgefühle zu reagieren und sie gegebenenfalls zu reduzieren. Anderen Betroffenen hilft es, sich bewusst mit der Endlichkeit des Lebens auseinanderzusetzen, sich durch Lektüre kundig zu machen oder Trost in philosophischen Werken zu finden. Wieder anderen helfen Gespräche mit Freunden oder auch in Selbsthilfegruppen.

Wie auch immer jeder Einzelne auf den „Dämon“ Krebs reagiert, hohe Priorität hat stets die aktive Beteiligung am Leben und die Wahrnehmung des eigenen Körpers. Wer lernt, auf seine innere Stimme zu hören, spürt meist selbst, was ihm am besten hilft: Sollte ich vielleicht meine eigenen Bedürfnisse stärker in den Vordergrund rücken? Tut es mir gut, viel Zeit im Kreise meiner Lieben zu verbringen? Hilft es mir, wenn ich mich kreativ ausdrücke, z. B. durch Malen oder Musizieren?

Wenn Ängste überhand nehmen – wie und wo finde ich professionelle Hilfe?

Psychologische Hilfe ist sehr wertvoll – vor allem dann, wenn nach der Diagnose Krebs die Angehörigen oder Freunde als Ansprechpartner nicht infrage kommen bzw. sie nicht damit belastet werden sollen. Vielen Betroffenen fällt es jedoch nicht leicht, sich einzugestehen, dass sie Hilfe brauchen. Dies ist vor allem dann der Fall, wenn sie emotional bereits in einer Abwärtsspirale gefangen sind. Doch umso stärker das Maß der Belastung ansteigt und je höher es dauerhaft ist, desto wichtiger ist es, bestehende Hilfsangebote anzunehmen. Wenn Angehörige auf Veränderungen achten, können sie auf behutsame Art und Weise zum Besuch eines Therapeuten raten. In Selbsthilfegruppen finden sich ebenfalls Ansprechpartner, welche in der Regel viel Erfahrung mit der Erkrankung und deren Bewältigung haben und Kontakte mit Ärzten sowie zusätzlichen Anlaufstellen vermitteln können.

Umfassende Patientenmaterialien – Information und Unterstützung

Wir von Celgene Deutschland haben in jahrelanger Zusammenarbeit mit Patientengruppen, Ärzten, einer Psychologin und einer Philosophin ein breites Angebot an Patientenmaterialien entwickelt. Wer sich informieren oder Unterstützung erfahren will, kann die umfangreichen Informationen über verschiedene Krebserkrankungen (z. B. Brustkrebs, Bauchspeicheldrüsenkrebs und Blutkrebs) und weiterführende Angebote (beispielsweise eine Broschüre mit Schminktipps für Frauen mit Krebs) bestellen bzw. von unserer Service-Website herunterladen. Auch eine CD mit einer Anleitung zur Entspannungshypnose kann bestellt werden. Unter „Allgemeine Broschüren“ finden Sie psychologisch orientierte Informationen und einen Wegweiser durch die hämatologische Fachsprache. Alle Materialien sind kostenfrei erhältlich.

Weiterführende Links zu diesem Thema:

 

Bild: happy senior couple hugging on summer beach (Fotolia – Urheber: Syda Productions)

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Bei der Psoriasis-Arthritis (PsA) handelt es sich um eine entzündliche Erkrankung der Gelenke, die in Verbindung mit einer Schuppenflechte auftritt. In Deutschland befinden sich rund zwei Millionen Menschen aufgrund einer Schuppenflechte in ärztlicher Behandlung. Derzeit wird angenommen, dass ca. 30 Prozent der Menschen mit Schuppenflechte im Laufe der Zeit ebenfalls eine Psoriasis-Arthritis entwickeln.1 Davon liegen bei ca. 75 Prozent der Erkrankten etwa 15 Jahre zwischen dem Auftreten der Schuppenflechte und den ersten Gelenkbeschwerden.2 Bei 15 Prozent der Betroffenen treten die Schuppenflechte und die Gelenkentzündungen gleichzeitig auf. Bei den übrigen 10 Prozent geht die Psoriasis-Arthritis der Schuppenflechte voraus.

Eine Erkrankung, viele Gesichter

Das Erscheinungsbild und der Verlauf der Psoriasis-Arthritis sind von Fall zu Fall unterschiedlich: Es können entzündliche Schwellungen einzelner Gelenke oder eines ganzen Fingers oder Zehs auftreten, die Psoriasis-Arthritis kann aber auch die Wirbelsäule betreffen. Meist ist die Verteilung der entzündlichen Gelenke asymmetrisch. Das heißt, auf beiden Körperhälften sind nicht die gleichen Gelenke betroffen. Außerdem kann es zu Entzündungen der Sehnenansätze kommen, beispielsweise an der Ferse. Häufig sind bei Menschen mit Psoriasis-Arthritis darüber hinaus auch die Haut und die Nägel betroffen. Alle diese Symptome können zu deutlichen Einschränkungen führen und bereits einfache Alltagstätigkeiten wie das Einkaufen oder das Ankleiden negativ beeinflussen.

Das A und O: eine effektive Behandlung

Die auftretenden Entzündungen verursachen schmerzhafte Schwellungen und teilweise fortschreitende Gelenkschädigungen. Daher ist es wichtig, bei Schmerzen in den Gelenken frühzeitig einen Rheumatologen aufzusuchen, um zu klären, ob es sich um eine Psoriasis-Arthritis handelt. Je früher eine medikamentöse Therapie begonnen wird, desto effektiver ist diese in der Regel.3

Für die Behandlung stehen unterschiedliche Optionen zur Verfügung. Die Therapie sollte systemisch erfolgen, also mit Medikamenten, die die entzündlichen Prozesse im gesamten Körper eindämmen. Obwohl die medikamentöse Behandlung der Psoriasis-Arthritis nicht zur Heilung führen kann, wird sie mit dem Ziel durchgeführt, die Krankheit möglichst dauerhaft zum Stillstand zu bringen bzw. die Krankheitsaktivität zu verringern. So können Schmerzen gelindert, Funktionseinschränkungen verringert und die Lebensqualität der Betroffenen ein Stück weit verbessert werden.

Zusätzlich zur medikamentösen Therapie können Anwendungen wie Physiotherapie, Massagen sowie Wärme- und Kältebehandlungen hilfreich sein. Ist die Schuppenflechte deutlich ausgeprägt, können die sogenannte Lichttherapie und spezielle Bäder hilfreich sein. Auch Salben und Cremes können auf den betroffenen Hautstellen angewendet werden.

Den Verlauf der Erkrankung selbst beeinflussen

Menschen mit Psoriasis-Arthritis können selbst einiges zu ihrem Wohlbefinden beitragen. So wirkt sich beispielsweise eine gesunde Ernährung positiv auf die entzündlichen Vorgänge im Körper aus. Durch regelmäßige körperliche Aktivität kann die Beweglichkeit erhalten und das allgemeine Wohlbefinden gesteigert werden.

Auch ein gewisses Maß an Gelassenheit ist wichtig, denn Stress kann bei Schuppenflechte und Psoriasis-Arthritis einen Schub auslösen. Um Stress vorzubeugen oder entgegenzuwirken, haben sich unterschiedliche Strategien als wirksam erwiesen – so kann es helfen, sportlich aktiv zu sein, sich bewusst Freiräume für Ruhe und Entspannung zu schaffen, Techniken des autogenen Trainings zu erlernen, sich künstlerisch auszudrücken und vieles mehr. Dies kann auch dazu beitragen, die Lebensqualität weiter zu verbessern.

Weiterführende Informationen zu diesem Thema:

Website der Patientenorganisation Deutsche Rheuma-Liga: www.rheuma-liga.de

Funktionsübungen zur Erhaltung der Beweglichkeit von der Deutschen Rheuma-Liga:
www.rheuma-liga.de/bewegungsuebungen/

Weiterführende Informationsmaterialien für Betroffene und Angehörige: service.celgene.de/Psoriasis

Quellen

  1. Mease PJ, et al. J Am Acad Dermatol 2013;69(5):729–35.
  2. http://dgrh.de/?id=1933
  3. Haroon M et al. Ann Rheum Dis 2015;74:1045–1050.

Bild: Acute pain in a woman wrist, colored in red on dark blue background (Fotolia – Urheber: ipopba)

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Am 1. Oktober ist Welt-Brustkrebs-Tag. Der Aktionstag bildet den Auftakt für einen ganzen Monat, der weltweit im Zeichen der rosa Schleife steht – dem internationalen Symbol für die Solidarität mit Menschen, die von Brustkrebs betroffen sind. Jahr für Jahr finden im Oktober überall auf der Welt Aktionen statt, die das Bewusstsein für Brustkrebs schärfen und Möglichkeiten der Vorsorge aufzeigen möchten. Diese Aktionen haben aber auch ein weiteres Ziel: Betroffenen Frauen Mut machen. Eine der großen Kampagnen ist der Wohltätigkeitslauf Race for Survival der Aktion Pink (ehemals Susan G. Komen Deutschland e. V.). Aber auch kleinere regionale Gruppen organisieren Informationsveranstaltungen und Spendenläufe, um deutlich zu machen, wie wichtig das Thema ist. Aus gutem Grund: Jährlich erhalten allein in Deutschland ca. 70.000 Frauen die Diagnose Brustkrebs.1 Um Brustkrebs so gut wie möglich unter Kontrolle zu bekommen und vielleicht sogar zu heilen, ist es wichtig, die Erkrankung so früh wie möglich zu erkennen.2 Aus diesem Grund steht auch die breite Aufklärung zur Krebsfrüherkennung im Fokus des Welt-Brustkrebs-Tages – für Frauen jeden Alters, denn Brustkrebs kann auch bereits in einem vergleichsweise niedrigen Lebensalter auftreten.1

In puncto Behandlungsmöglichkeiten hat sich in den letzten Jahren viel getan. Da die Ursachen von Brustkrebs stetig besser verstanden werden, können Patientinnen entsprechend ihres individuellen Risikoprofils behandelt werden, sodass die Chancen auf eine Heilung oder zumindest auf eine Verlangsamung der Erkrankung ansteigen.3,4 Diese Entwicklung hat – gemeinsam mit Programmen zur Früherkennung – dazu geführt, dass heute fast 80 Prozent aller Frauen auch zehn Jahre nach der Diagnose Brustkrebs entweder mit ihrer Erkrankung leben oder als geheilt gelten.1

Welche Arten von Krebs gibt es?
Als Tumor, auch bösartige Geschwulst genannt, werden Ansammlungen von Zellen bezeichnet, die sich unkontrolliert vermehren. Im Bereich der Brust können diese bei der Selbstuntersuchung oder durch einen Arzt – abhängig von ihrer Größe und Position – zum Teil ertastet werden.2,5 Krebszellen ähneln dem sie umgebenden Gewebe, aus dem sie hervorgegangen sind, kaum noch und können an anderen Körperstellen bzw. Organen Tochtergeschwülste bilden, sogenannte Metastasen.5
Die Wahl der Therapie orientiert sich an der Größe, der Ausbreitung und den Eigenschaften der Tumorzellen. Hierzu wird z. B. untersucht, aus welchem Gewebe der Tumor entstanden ist, beispielsweise aus den Milchgängen oder den Drüsen der Brust. Ferner ist relevant, ob der Krebs auf körpereigene Stoffe wie zum Beispiel Geschlechtshormone, wie Östrogen oder Progesteron, reagiert und inwiefern genau sich die Tumorzellen von den umliegenden gesunden Zellen unterscheiden.5

Wie wird Brustkrebs behandelt?
Je früher der Krebs erkannt wird, desto besser sind in der Regel die Erfolgsaussichten einer Therapie.5 Die Behandlung erfolgt in einem frühen Stadium meist lokal, also mittels einer örtlich begrenzten Therapie. Dabei wird häufig zunächst das Tumorgewebe möglichst vollständig herausoperiert. Das bedeutet heute nicht mehr, dass die komplette Brust entfernt werden muss: Durch die frühe Erkennung der Tumoren einerseits und die Weiterentwicklung der Operationsverfahren andererseits kann oftmals ein brusterhaltender Eingriff durchgeführt werden.5

Mögliche weiterführende Behandlungen (adjuvante Therapien) nach der Operation dienen dazu, das Rückfallrisiko weiter zu senken.6 In manchen Fällen erhalten Patientinnen zudem bereits vor der Operation sogenannte neoadjuvante Therapien. Sie zielen darauf ab, den Tumor vor der Operation zu schrumpfen, so dass er besser entfernt werden kann.5 Adjuvante und neoadjuvante Behandlungen sind meist systemische Therapien, die im gesamten Körper wirksam sind und daher Krebszellen und Metastasen überall im Körper erreicht werden können.5,6 Diese Verfahren werden zum Teil mit einer lokalen Behandlung, der Bestrahlung der Brust, kombiniert.5 Ist eine Krebserkrankung bereits weit fortgeschritten und nicht mehr heilbar, weil sich bereits Metastasen in anderen Geweben gebildet haben, kann eine sogenannte palliative Therapie zum Einsatz kommen. Sie dient dazu, Leiden zu lindern, die Lebensqualität so gut wie möglich zu erhalten sowie das Leben bestmöglich zu verlängern.4

Medikamentöse Therapie bei Brustkrebs
Durch intensive Forschung auf dem Gebiet der Krebstherapie gibt es mittlerweile eine Vielzahl von systemischen Behandlungen, denen verschiedene Wirkmechanismen zugrunde liegen und die meist in Kombination angewendet werden.4 Unterschieden wird in:

  • Chemotherapien
  • Anti-Hormon-Therapien
  • Zielgerichtete Therapien

Bei einer Chemotherapie werden sogenannte Zytostatika eingesetzt, die auf schnell wachsende Gewebe wie Krebszellen wirken, indem sie Zellen an der Teilung hindern und zerstören. Da Krebszellen sich besonders häufig teilen, wirken Zytostatika vor allem auf bösartige Tumoren. Aber auch andere sich schnell teilende Zelltypen, zum Beispiel in den Haarwurzeln oder in den Schleimhäuten, können betroffen sein. Hierdurch kann es zu typischen Nebenwirkungen wie Haarausfall oder Durchfall kommen.4

Eine Anti-Hormontherapie zielt darauf ab, Tumoren, die abhängig von körpereigenen Hormonen wachsen, in ihrer Ausbreitung zu hindern. Dabei wird die Bildung von Östrogen oder Progesteron im Körper unterbunden oder es wird verhindert, dass diese beiden Hormone an Krebszellen binden und so ihr Wachstumssignal an die Zellen geben können.4,5

Zielgerichtete Therapien erkennen bestimmte Zielstrukturen im Körper, die die Krebszellen bei ihrer Vermehrung unterstützen, und blockieren diese.3,4 Zudem wurden in den letzten Jahren sogenannte Immuntherapien entwickelt, die das Immunsystem auf verschiedene Arten dabei unterstützen, den Krebs zu bekämpfen.4

Ergänzende Angebote
Um Patienten optimal zu betreuen, wird die Krebstherapie mit weiteren Behandlungen wie z. B. einer Schmerztherapie oder einer Behandlung der Nebenwirkungen der Therapie abgerundet.4 Darüber hinaus gibt es Angebote, die im Umgang mit der Erkrankung helfen, wie beispielsweise eine psychoonkologische Betreuung.

Anlaufstellen für Unterstützung: Patientenorganisationen
Einen großen Beitrag zur Unterstützung von Patienten und ihren Angehörigen leisten Patientenorganisationen und Selbsthilfegruppen durch ihre umfangreichen Angebote – vor, während und nach der Therapie. Außerdem engagieren sich viele Gruppen in der Aufklärung und Vorsorge, wie z. B. mamazone e. V. Die Patientengruppen machen sich mit einer Vielzahl von Projekten für eine breite Aufklärung stark und fördern den Austausch zwischen Patienten, Angehörigen und medizinischem Personal.

Weiterführende Informationen zum Thema:
Website service.celgene.de: Hier können verschiedene Materialien speziell für Patientinnen mit Brustkrebs oder zum Umgang mit einer Krebserkrankung allgemein heruntergeladen bzw. bestellt werden.

Website des Brustkrebs Deutschland e. V. mit umfangreichem Informationsmaterial für Patienten:
www.brustkrebsdeutschland.de

Videoanleitung zum Abtasten der Brust: https://www.youtube.com/watch?v=b6XSXhvLtBc

Quellen

    1. Robert-Koch-Institut, Zentrum für Krebsregisterdaten. www.krebsdaten.de/Krebs/DE/Content/Krebsarten/Brustkrebs/brustkrebs_node.html
    2. Früherkennung von Brustkrebs. Leitlinienprogramm Onkologie der Arbeitsgemeinschaft der Wissenschaftlichen Medizinischen Fachgesellschaften e. V., der Deutschen Krebsgesellschaft e. V. und der Deutschen Krebshilfe e. V. 2010.
      www.leitlinienprogramm-onkologie.de/docs/OL_PLL_Brustkrebsfrüherkennung.pdf
    3. WHO World Cancer Report. International Agency for Research on Cancer. 2014. http://publications.iarc.fr/Non-Series-Publications/World-Cancer-Reports/World-Cancer-Report-2014
    4. Die fortgeschrittene Erkrankung, Rezidiv und Metastasierung. Leitlinienprogramm Onkologie der Arbeitsgemeinschaft der Wissenschaftlichen Medizinischen Fachgesellschaften e. V., der Deutschen Krebsgesellschaft e. V. und der Deutschen Krebshilfe e. V. 2010. http://leitlinienprogramm-onkologie.de/uploads/tx_sbdownloader/Patientenleitlinie_Brustkrebs_2.pdf
    5. Die Ersterkrankung und DCIS. Leitlinienprogramm Onkologie der Arbeitsgemeinschaft der Wissenschaftlichen Medizinischen Fachgesellschaften e. V., der Deutschen Krebsgesellschaft e. V. und der Deutschen Krebshilfe e. V. 2010. http://leitlinienprogramm-onkologie.de/uploads/tx_sbdownloader/Patientenleitlinie_Brustkrebs_1.pdf
    6. Gonzales-Angulo, AM et al. Adv Exp Med Biol. 2007;608:1-22

Bild: Female volunteers participating in breast cancer awareness (Fotolia – Urheber: WavebreakmediaMicro)

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Die Tage sind kürzer, die Fenster bleiben öfter geschlossen und die Räume sind auf behagliche Temperaturen geheizt. Viele Menschen genießen die gemütliche Winterzeit, in der es sich so hervorragend in warmen Socken mit einer Tasse Tee auf der Couch aushalten lässt. Doch die kälteren Monate wirken sich in verschiedener Art und Weise auf unseren Körper aus. Einige Menschen werden zum Beispiel schneller müde als im Sommer; andere wiederum erkälten sich leichter, da die Luft in geschlossenen Räumen durch das vermehrte Heizen trockener ist.

Auch auf die Haut hat dies Auswirkungen: Sie wird ebenfalls trockener und neigt eher dazu, rissig zu werden. Das ist für viele gesunde Menschen im Winter ein lästiges Problem – für Menschen mit Psoriasis jedoch kann es eine schwere Belastung sein. Der Grund: Es ist in der kalten Jahreszeit zunehmend schwieriger, die betroffenen Hautpartien beschwerdefrei zu halten. Vor allem, wenn aufgrund der niedrigen Temperaturen enganliegende und lange Kleidung notwendig ist, die oftmals „zwiebelartig“ in mehreren Schichten getragen wird.

Im Sommer können UV-Strahlen eine Linderung der Schuppenflechte bringen, denn sie wirken sich in einigen Fällen positiv auf das Erkrankungsbild aus. Allerdings auch nur, wenn die Sonnenbäder nicht übermäßig genossen werden. Zugegeben ist es für die meisten Menschen aber keine erschwingliche Lösung, die kalten Monate im Süden zu verbringen. Auch das Solarium stellt aufgrund der Risiken, wie beispielsweise Hautkrebs und vorzeitiger Hautalterung, keine Alternative dar. Somit müssen Menschen mit Psoriasis ein Stück weit damit leben, dass es in dieser Zeit eventuell zu stärkeren Schüben kommen kann als in den Sommermonaten.

Umso wichtiger ist es, dass Betroffene die bestmögliche Therapie erhalten und die Behandlung so, wie mit dem Arzt besprochen, konsequent umsetzen. Im Winter kann zum Beispiel eine besonders intensive Hautpflege zusätzlich Linderung verschaffen, um der Haut ausreichend Feuchtigkeit zuzuführen. Eventuell ist es nicht ausreichend, nur milde Waschsubstanzen zu verwenden. Bestenfalls achten Betroffene nach dem Duschen oder Baden darauf, sich mit dem Handtuch nur leicht trockenzutupfen anstatt sich abzureiben. Außerdem kann es hilfreich sein, bei Aufenthalten im Freien die ungeschützten Hautpartien mit einer fetthaltigen Creme zu schützen.

Zu guter Letzt sollten insbesondere Menschen mit Psoriasis darauf achten, die Räume im Winter besonders gründlich zu lüften, und, bei sehr trockener Raumluft, eine Schale mit Wasser auf die Heizung zu stellen oder ein feuchtes Handtuch im Zimmer aufzuhängen. Davon profitieren letztlich nicht nur Menschen mit Schuppenflechte – auch alle anderen dürfen sich über weniger Erkältungsepisoden freuen, da die Atemwege nicht so schnell austrocknen und damit weniger anfällig für Viren und Bakterien sind.

Werden diese Tipps beherzigt, können sowohl Menschen mit empfindlicher Haut als auch alle anderen die Stunden vor dem Kamin so richtig genießen.

Manchen Menschen mit Psoriasis kann es zudem helfen, ihre Beobachtungen und Veränderungen, die sich auch durch äußere Einwirkungen ergeben können, festzuhalten. Als hilfreiche Unterstützung kann hier der „Psoriasis-Ordner“ bestellt werden, in dem unter anderem Beobachtungen zum Verlauf übersichtlich festgehalten werden können.

Weiterführende Informationen zum Thema Schuppenflechte:

Psoriasis-Netz: Die vielen Seiten der Schuppenflechte:
www.psoriasis-netz.de

Umfangreiche Informations- und Servicematerialen von Celgene: service.celgene.de

Informationen der Selbsthilfegruppe bei Schuppenflechte: Deutscher Psoriasis Bund e.V.
www.psoriasis-bund.de

Bild: Gesicht eincremen (Fotolia – Urheber: 3dkombinat)

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Das multiple Myelom ist eine seltene Erkrankung des Knochenmarks. Entstehung, Diagnose und Behandlung des multiplen Myeloms sind vielschichtig.

Ob ein Angehöriger oder Freund erkrankt ist oder ob Sie selbst betroffen sind: Dieser Film beantwortet wichtige Fragen rund um das multiple Myelom. Klicken Sie auf den Link um den Film anzusehen.

Das multiple Myelom – Ein Film für Patienten und deren Angehörige.

Hier geht’s zum Bestellservice für Patienten mit multiplem Myelom und deren Angehörige.

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Eine Krebsdiagnose ist ein Schock. Immer, völlig unabhängig von der jeweiligen Lebenssituation oder den finanziellen Möglichkeiten der Betroffenen – sie bedroht das Leben der Patienten, wirft sie aus der Bahn und bringt den gewohnten Alltag aus dem Rhythmus. Auch wenn sich in den letzten Jahren die Überlebensraten speziell bei einigen Krebsarten verbessert haben, ändert sich für den Betroffenen vieles. Angesichts umfangreicher Therapieangebote und Verdienstausfall stellt sich die Frage, welche Möglichkeiten der finanziellen Unterstützung es gibt. In Deutschland sieht es generell gut aus: Es stehen moderne, evidenzbasierte Behandlungsverfahren für alle Krankheitsstadien zur Verfügung. Ein breites Spektrum wird dabei von den gesetzlichen Krankenversicherungen (GKV) abgedeckt. Auch im Bereich der psychologischen Betreuung gibt es eine Fülle an Angeboten für Patienten sowie Angehörige.

Sozialgesetz und Sozialamt: umfangreiche Unterstützung im Ernstfall
Anders als in vielen Ländern sind in Deutschland zahlreiche Leistungen für Krebspatienten staatlich geregelt. So dürfen fest angestellte Arbeitnehmer im Krankheitsfall auf das übliche Prozedere einer sechswöchigen Lohnfortzahlung setzen. Krebserkrankungen gehen aber im Normallfall über diesen Zeitraum hinaus, sodass anschließend Krankengeldzahlungen geleistet werden. Selbstständige Versicherungsnehmer haben zunächst keinen Anspruch darauf, können aber bei Vertragsabschluss die Option Krankengeld wählen. Anstatt einer Ermäßigung zahlen sie dann den normalen GKV-Tarif.1 Privatversicherte können durch Abschluss einer Krankentagegeldversicherung bis zu 100 Prozent ihres früheren Einkommens erhalten.2

Verhindert die Krebserkrankung eine Rückkehr in den alten Beruf und ist eine berufliche Rehabilitation ausgeschlossen, kann Erwerbsminderungsrente beantragt werden. Die Rentenhöhe hängt dabei von dem Grad der Erkrankung ab.3

Ist das Einkommen der Betroffenen insgesamt gering, ist der Gang zum Sozialamt empfehlenswert. Hier dürfen Patient und Angehörige gegen Nachweis ihrer schwierigen finanziellen Situation mit Hilfestellungen, z. B. Wohn- und Kleidergeld, rechnen. Auch spezielle Heilbehelfe, z. B. der Wohnungsumbau oder ein behindertengerechtes Auto, werden bei Bedarf finanziert.4

Härtefallfonds der Deutschen Krebshilfe: wenn es schnell gehen muss
Eine Krebsdiagnose kann aber auch zu einem plötzlichen finanziellen Engpass führen und Anträge brauchen oftmals Wochen, bis sie abschließend bearbeitet bzw. bewilligt sind. Schnelle Unterstützung bietet der Hilfsfonds der Deutschen Krebsgesellschaft, der sich speziell an unverschuldet in finanzielle Not geratene Krebspatienten und ihre Angehörigen richtet. Um einem Missbrauch vorzubeugen, richtet sich die Bewilligung nach dem Familieneinkommen.5 Anträge und weiterführende Informationen hierzu finden sich auf der Website der Deutschen Krebshilfe.

Anerkennung einer Schwerbehinderung
Um die finanziellen Folgen einer Krebserkrankung abzumildern, besteht die Möglichkeit der Prüfung und Anerkennung einer Schwerbehinderung durch die Landesämter für soziale Angelegenheiten. Der Grad der Behinderung (GdB) skaliert sich in Zehnerschritten von 20 bis 100 Prozent, wobei bei einer bösartigen Tumorerkrankung mit einer Einstufung bei mindestens 50 Prozent gerechnet werden kann. In bestimmten Zeitintervallen (meistens fünf Jahre) erfolgt eine weitere Beurteilung und gegebenenfalls Neueinstufung. Sollte sich die Erkrankung verschlechtern, ist es ratsam, einen Antrag auf Verschlimmerung zu stellen.6

Nach der Anerkennung als Schwerbehinderter erhält der Betroffene beispielsweise ermäßigte Fahrpreise in Bus und Bahn, aber auch steuerliche Erleichterungen.7 Weitere Informationen hierzu gibt es beim Bundesministerium für Arbeit und Soziales.

Ärztliche und therapeutische Leistungen: weitgehend abgedeckt
Prinzipiell hat jeder Krebspatient das Recht, eine zweite ärztliche Meinung einzuholen, wenn es um die Diagnose oder auch die Entscheidung für eine Therapie geht. Eine Übernahmeverpflichtung dieser Kosten durch die GKV besteht dabei aber nicht. Eine vorherige Abklärung mit der Krankenkasse schafft hier Sicherheit.8

Verschreibungspflichtige Medikamente werden zum größten Teil von den Krankenkassen finanziert. Was bleibt, sind gesetzlich geregelte Zuzahlungen, die von den Patienten selbst zu tragen sind. Die Kosten pro Zuzahlung liegen zwischen fünf und zehn Euro. Die maximale Höhe der Zuzahlungsbeträge ist jedoch nach oben gedeckelt, um Betroffene nicht noch zusätzlich zu belasten. Als Obergrenze gilt ein geringer Prozentsatz des jährlichen Familien-Bruttoeinkommens. Ist diese Grenze überschritten, kann eine anteilige oder vollständige Zuzahlungsbefreiung bei der Krankenkasse beantragt werden.9 Patienten sollten zum Nachweis der Zuzahlungsbeträge unbedingt alle Quittungen aufbewahren.

Sofern sie als Therapiestandard gelten, werden bei Krebserkrankungen auch nicht-verschreibungspflichtige Arzneimittel durch die Krankenkassen erstattet.10 Als erfolgssichernde Elemente einer Behandlung finanzieren die Kassen auch den Großteil an Hilfsmittel, wie z. B. Prothesen und Perücken bei Haarausfall als Folge einer Chemotherapie. Sehhilfen werden nicht mehr bezahlt, werden aber auch nur relativ selten ausschließlich aufgrund einer Krebserkrankung benötigt.

Komplementärmedizin: Kassenübernahme nicht immer ausgeschlossen
Komplementärmedizinische Ansätze dürfen keinesfalls als Ersatz für eine evidenzbasierte, schulmedizinische onkologische Therapie angesehen werden. In einigen Fällen – z. B. bei der Hyperthermiebehandlung – können sie aber durchaus eine sinnvolle Ergänzung darstellen. Zusätzlich tut es vielen Patienten gut, aktiv und mit verschiedenen Methoden gegen die Erkrankung anzukämpfen. Um eine fundierte Entscheidung für oder gegen eine komplementäre Therapie zu treffen, ist es wichtig, dass sich Betroffene vorher gut informieren und enge Absprachen mit dem behandelnden Arzt und dem Anbieter der komplementären Maßnahmen treffen. Worauf sie hierbei ihr besonderes Augenmerk lenken sollten, hat das Informationsnetz für Krebspatienten und Angehörige (Inkanet) in einer Checkliste für eine alternative Behandlung zusammengestellt.

Eine Kostenübernahme durch die gesetzlichen Krankenkassen ist bei komplementärmedizinischen Ansätzen unwahrscheinlich. Etwas Hoffnung besteht aber: Seit 2004 räumt der Gesetzgeber den Krankenkassen die Möglichkeit von Direktverträgen mit Ärzten über die Behandlung ein. Darin können auch komplementärmedizinische Verfahren verankert werden. In jedem Fall lohnt eine Anfrage beim jeweiligen Versicherer, vor allem bei privaten Kassen.11 Die gesetzlichen Krankenkassen sind in Deutschland zur Übernahme von allen Therapien verpflichtet, die für den Patienten sinnvoll und bedarfsgerecht sind und zudem im Einklang mit dem aktuellen Stand der Forschung stehen. Nicht notwendige, wissenschaftlich nicht anerkannte oder unverhältnismäßig teure Verfahren, für die es eine gleichwertige, günstigere Alternative gibt, gehören nicht zum Leistungsportfolio der gesetzlichen Krankenkassen.12 Auch viele private Versicherer werden diese verwehren.

Psychologische Unterstützung
Im Bereich Psychotherapie besteht aktuell noch Handlungsbedarf: Während die Kosten für eine spezielle seelische Betreuung im Rahmen eines Klinikaufenthaltes praktisch immer übernommen werden, gilt es in der ambulanten Versorgung einiges zu beachten. Das Problem: Einige auf den Bereich Psychoonkologie spezialisierte Therapeuten besitzen keine Kassenzulassung. Zudem kann über die Krankenversicherungskarte nur eine psychoanalytische Therapie, eine tiefenpsychologisch fundierte Therapie oder eine Verhaltenstherapie in Anspruch genommen werden.13 Bei privaten Kassen ist dies fallabhängig. Somit sollte auch in diesem Bereich ein Gespräch mit der Krankenkasse stattfinden, bevor Leistungen in Anspruch genommen werden.

Wertvolle Unterstützung leisten auch Patientenorganisationen und Beratungsstellen, die über eine Fülle an oftmals kostenfreien Angeboten verfügen, Betroffene aber auch an entsprechende Stellen weitervermitteln können.

Weiterführende Informationen zum Thema:

1) Krankenkassen Deutschland, Selbstständige können wieder gesetzliches Krankengeld erhalten, Stand 01.08.2009
2) Deutsche Krebshilfe e.V.: Wegweiser zu Sozialleistungen – Die blauen Ratgeber, Nr. 40, Stand 03.2011, Seite 62/63
3) Arbeitsratgeber – Erwerbsminderungsrente
4) Josef Miligui: Ja ich lebe…mit Krebs – ein Ratgeber für Betroffene, Angehörige und medizinische Fachkräfte, 1. Auflage, Books on Demand (Norderstedt), Seite 104
5) Deutsche Krebshilfe e. V.: Der Härtefonds hilft in finanzieller Not
6) Hermann Delbrück: Leberkrebs – Rat und Hilfe für Betroffene und Angehörige, Verlag W. Kohlhammer, 1. Auflage 2008, S. 167
7) Bernd Röger: Finanzielle Hilfen für Menschen mit Behinderung, 5. aktualisierte Auflage, Walhalla Rechtshilfen, Kapitel 10 (Ansprüche und Vergünstigungen von A – Z)
8) Deutsche Krebshilfe e. V.: Häufige Fragen, Stand 2007
9) Beta-net – Suchmaschine für Krankheit & Soziales
10) Walter E. Aulitzky, Hubert Seiter, Werner Waldmann: Handbuch Krebs, Südwest eBooks, Kapitel „Art der Leistungen und Zuzahlungen“
11) INKA – das Informationsnetz für Krebspatienten und Angehörige, Rubrik Alternative Behandlung
12) Deutscher Krebsinformationsdienst: Individuelle Gesundheitsleistungen, letzte Aktualisierung 01.09.2014
13) Informationsportal Psychoonkologie Weser-Ems

Bild: hedef başarısı ve birlik beraberlik ruhu (Fotolia – Urheber: crazymedia)

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Alle zwei Jahre ist es Ende Juli wieder soweit: Die bayrische Landeshauptstadt steht ganz im Zeichen der Dermatologie. Unter dem Motto „Fortschritt durch Fortbildung“ kamen Hautärzte aus ganz Deutschland in München zusammen, um sich über neue wissenschaftliche Erkenntnisse und moderne Behandlungsstrategien für Patienten auszutauschen. Plenarsitzungen, Workshops, Kurse, Mittagsseminare und Satellitensymposien der Industrie – das Programm der 25. Fortbildungswoche für praktische Dermatologie und Venerologie deckte ein breites Themenspektrum ab.

Im Fokus: Psoriasis
Als Erkrankung mit weiter wachsender Relevanz stand die Schuppenflechte im Mittelpunkt mehrerer Veranstaltungen. Auch die Psoriasis-Arthritis (PsA) spielte in diesem Kontext eine Rolle, hängt sie doch eng mit der Schuppenflechte zusammen. Ob approbierte Dermatologen aus Klinik oder Praxis, junge Ärzte kurz vor der Facharztprüfung, Medizinjournalisten oder auch Mitarbeiter von Unternehmen, die in diesem Bereich tätig sind: Verschiedene Zielgruppen erhielten aktuelle Informationen zu den entzündlichen Krankheitsbildern sowie den verfügbaren Therapien. Dabei ging es unter anderem um die Empfehlungen nationaler sowie internationaler Facharztgruppen zur Behandlung von Schuppenflechte sowie Psoriasis-Arthritis und zeitgemäße Ziele einer Psoriasis-Therapie, die beispielsweise auf dem Ärztesymposium der Celgene GmbH diskutiert wurden.

Optimierte Versorgung von Menschen mit Schuppenflechte
Bei der Betrachtung der therapeutischen Möglichkeiten bei Psoriasis und PsA auf der einen Seite und der Versorgungsrealität der betroffenen Menschen auf der anderen Seite werden erhebliche Unterschiede deutlich: Während sich Fachärzte einig sind, dass die Erkrankungen mit den derzeit verfügbaren Behandlungsoptionen in den allermeisten Fällen gut zu kontrollieren sind, haben Betroffene in vielen Fällen einen hohen Leidensdruck, da sie ihre Symptome nicht in den Griff bekommen. Dies rührt zum einen daher, dass viele von ihnen gar nicht mehr zum Arzt gehen und – wenn überhaupt – rezeptfreie Arzneimittel aus der Apotheke oder „Hausmittelchen“ verwenden. Andere Betroffene suchen wegen ihrer Erkrankung nur ihren Hausarzt auf. Da es sich bei Schuppenflechte und Psoriasis-Arthritis jedoch um komplexe Entzündungserkrankungen handelt, gehören die Beratung und die Behandlung unbedingt in die Hände eines Dermatologen bzw. Rheumatologen.

Um die Behandlung durch Dermatologen flächendeckend, zielgerichtet und fortlaufend zu optimieren, haben der Berufsverband der Deutschen Dermatologen (BVDD) und die Deutsche Dermatologische Gesellschaft (DDG) Versorgungsziele für Psoriasis definiert, die jeweils fünf Jahre gültig sind. Im Anschluss evaluieren die Experten anhand aktueller Daten, inwiefern die jeweiligen Aspekte erfüllt wurden, und setzen die Ziele für die nächsten fünf Jahre fest.

Auch Celgene hat es sich zum Ziel gesetzt, das Leben von Patienten entscheidend zu verbessern – unter anderem im Bereich entzündlicher Immunerkrankungen wie Psoriasis und Psoriasis-Arthritis. PD Dr. med. Marc Alexander Radtke aus Hamburg gab auf der Veranstaltung des Unternehmens im Rahmen der Münchner Fortbildungswoche einen Überblick über unterschiedliche Behandlungsformen bei Psoriasis und betonte wie wichtig es ist, mit jedem Betroffenen gemeinsam individuelle Ziele für die Therapie festzulegen.

So kann das Medikament ausgewählt werden, welches am besten zu den Symptomen und den Ansprüchen an die Behandlung passt.

Der Programmpunkt unterstreicht Celgenes Engagement für die kontinuierliche Weiterbildung von Fachärzten. Ein nächster Schritt: Im November plant das Unternehmen erneut die zweitägige Fortbildungsveranstaltung Insight Immunology, bei der Dermatologen und Rheumatologen gemeinsam aktuelle wissenschaftliche Entwicklungen und therapeutische Strategien im Bereich der Psoriasis und der Psoriasis-Arthritis diskutieren.

Weiterführende Informationen zum Thema:
• Website der nationalen Versorgungsziele: www.versorgungsziele.de

Bild: München Panorma (Fotolia – Urheber: Michael Fleischmann)

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Unter dem Begriff „Blutkrebs“ wird eine Vielzahl von Erkrankungen zusammengefasst, die eines gemeinsam haben: Die weißen Blutzellen, eine wichtige Komponente des Immunsystems, geraten außer Kontrolle und vermehren sich rasch. Dabei verdrängen sie andere gesunde Blutzellen. Diese Vorgänge gehen von den Stammzellen im Knochenmark, also dem Ort der Blutbildung, aus. Eine anhaltende Umkehrung dieser entarteten Prozesse bzw. eine Heilung ist durch Medikamente bislang nicht möglich. Es gibt für Lymphom- und Leukämie-Patienten jedoch in einigen Fällen Hoffnung: Durch die Zerstörung der krankhaften Knochenmarkzellen und die anschließende Transplantation gesunder Stammzellen kann der Krankheitsverlauf entscheidend verbessert werden. Bei manchen Patienten kommt der Krebs durch eine Stammzelltransplantation sogar komplett und dauerhaft zum Stillstand.

Stammzelltransplantation ist nicht gleich Stammzelltransplantation

Es gibt zwei unterschiedliche Formen einer Stammzelltransplantation: die autologe Transplantation, bei der es sich bei Spender und Empfänger um dieselbe Person handelt, und die allogene Transplantation, bei der ein Blutkrebspatient Stammzellen eines anderen Menschen, seines „genetischen Zwillings“, erhält. Beide Verfahren haben Vor- und Nachteile. Welches Verfahren für welchen Patienten infrage kommt, wird gemeinsam mit dem behandelnden Hämatologen entschieden.

Die autologe Transplantation

Eine autologe Transplantation wird vor allem bei Lymphom-Patienten eingesetzt, beispielsweise beim multiplen Myelom und beim Mantelzell-Lymphom. Bei diesem Verfahren werden dem Patienten in Phasen des Krankheitsstillstands, also in der Regel nach einer erfolgreichen medikamentösen Therapie, gesunde Stammzellen entnommen und konserviert. Diese können ihm bei einem erneuten Auftreten der aktiven Erkrankung wieder zugeführt werden. Dieses Verfahren bietet diverse Vorteile: Es kann unabhängig von einem schwierig zu findenden Spender durchgeführt werden und es besteht keine Gefahr, dass der Körper die Stammzellen abstößt – schließlich handelt es sich nicht um körperfremde Zellen. Allerdings besteht bei jeder autologen Transplantation auch die Gefahr, dass bei der Stammzellrückführung auch wieder kranke Zellen transplantiert werden, die eine vorherige Chemotherapie überlebt haben. Dies kann dazu führen, dass der Blutkrebs erneut auftritt.

Die allogene Transplantation

Bei der allogenen Transplantation erhält der Patient Stammzellen eines Spenders, der nicht an Blutkrebs erkrankt ist oder war – eines Menschen mit gesunden Stammzellen. Voraussetzung für diese Behandlung ist, dass die Merkmale der Stammzellen von Spender und Empfänger möglichst identisch sind. Bei Familienmitgliedern ist die Wahrscheinlichkeit dafür deutlich höher, weshalb sich in der Regel zuerst Blutsverwandte testen lassen, ob sie als Spender infrage kommen. Bei etwa zwei Dritteln der Patienten ist dies jedoch nicht der Fall. Dann wird über globale Datenbanken ein fremder Spender gesucht. Die bekannteste deutsche Organisation, die diesen Prozess in Deutschland mitkoordiniert, ist die Deutsche Knochenmarkspenderdatei (DKMS). Die Wahrscheinlichkeit, einen passenden Spender zu finden, gelingt trotz globaler Bemühungen nicht immer. Hat ein Patient jedoch Glück und findet einen Spender, werden verschiedene Test gemacht, bevor schließlich die Zellen transplantiert werden.

Durch eine solche Stammzellspende können rund 80 Prozent der Patienten geheilt werden. Dennoch ist diese Therapie nicht frei von Risiken: In einigen Fällen kommt es nach der Transplantation zu einer sogenannten graft versus host disease, also einer Transplantat-gegen-Wirt-Reaktion. Dabei greifen die gesunden transplantierten Zellen das Gewebe des Patienten an, der die Spende erhalten hat. In diesem Fall werden Medikamente eingesetzt, die das Immunsystem unterdrücken, um schwere Nebenwirkungen zu verhindern.

Kriterien für die Wahl einer Therapie

Bei der Entscheidung für oder gegen eine bestimmte Behandlung spielen viele verschiedene Faktoren eine Rolle. Neben dem biologischen Alter des Patienten und dessen aktuellen Gesundheitszustand müssen auch Faktoren wie die persönliche Lebenssituation beachtet werden. Patienten sollten sich über alle verfügbaren Behandlungsoptionen umfassend informieren und mit ihrem behandelnden Arzt sprechen. In einigen Fällen kann es sinnvoll sein, bei einem anderen Arzt eine Zweitmeinung einzuholen. Dies ist gerade bei solch relevanten Therapieentscheidungen eine übliche Herangehensweise.

Weiterführende Informationen zu diesem Thema:

Informationen der Deutschen Krebsgesellschaft zur Knochenmark- und Blutstammzelltransplantation: www.krebsgesellschaft.de

Informationen des Krebsinformationsdienstes zum Thema Blutstammzelltransplantation: www.krebsinformationsdienst.de

Website der DKMS: www.dkms.de

Bild: Arzt mit Wattestäbchen für Speichelprobe (Fotolia – Urheber: Dan Race)

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Walken, Joggen, Schwimmen, Radfahren: Ganz gleich, auf welche Sportart die Wahl fällt, wer sich bewegt hält sich fit und trägt zur eigenen Gesundheit bei – nicht nur körperlich, sondern auch geistig. Davon können auch oder sogar ganz besonders Menschen profitieren, die an Krebs erkrankt sind. Seit geraumer Zeit werden die Auswirkungen von körperlicher Aktivität bei Krebspatienten vermehrt untersucht. Dabei hat sich gezeigt, dass Sport und Bewegung nicht nur die Nebenwirkungen einer Chemotherapie mindern, sondern auch das allgemeine körperliche Wohlbefinden der Patienten verbessern können.1

Wurde Krebspatienten früher eher dazu geraten, sich möglichst zu schonen, weiß man heute, wie wichtig Bewegung ist. Dabei ist es ist ratsam, regelmäßig eine Form leichter Bewegung auszuüben – vor allem auch während der laufenden Krebstherapie, sofern es der Zustand der Patienten erlaubt. Mit moderaten Aerobic-Übungen, Reiten, Fahrrad fahren, einem täglichen Spaziergang, aber auch mit leichtem Krafttraining kann das körperliche Wohlbefinden verbessert werden: Viele Patienten fühlen sich dann weniger erschöpft und insgesamt leistungsfähiger.2

Mit regelmäßiger Bewegung können die Muskelkraft und Beweglichkeit der Gelenke wiederhergestellt werden, die eventuell durch Operationen, einige Therapien oder langes Liegen beeinträchtigt wurden. Bewegung verbessert auch die Herz-Kreislauf-Funktion deutlich. Zusätzlich wirkt Sport stimmungsaufhellend und kann Anzeichen einer Depression, die eine Krebsdiagnose häufig begleiten, entgegenwirken und lindern.3

So wirksam und sinnvoll körperliche Aktivitäten sind, sollten Krebspatienten sich nicht übernehmen. Wichtig ist, mit dem behandelnden Arzt oder einem Physiotherapeuten über die Art des Trainings zu sprechen.4 Denn: Einen allgemeinen Trainingsplan, der für jeden einzelnen Menschen passt, gibt es nicht. Darüber hinaus hat jeder Patient ein anderes Maß an körperlicher Fitness und ein anderes Körperempfinden. Gemeinsam mit dem Arzt können Menschen mit einer Krebserkrankung besprechen, welche Art von Bewegung sinnvoll ist und ihnen Spaß macht.5

Sollte eine volle Trainingseinheit am Stück zu anstrengend sein, empfiehlt es sich, die Übungen in kleinen Etappen über den Tag zu verteilen. Das Training sollte generell nicht als notwendiges Übel oder gar als Qual betrachtet werden, sondern eher als Zeit, die man für sich selbst nutzt und in der man sich etwas Gutes tut. Die Lieblingsmusik oder auch ein Trainingspartner helfen bei der Motivation und bringen Abwechslung in das Bewegungsprogramm. Zudem ist es wichtig, die Bewegungsübungen möglichst genau, langsam und in Ruhe auszuführen, denn nur so sind sie wirklich effektiv und schonend.

Weiterführende Informationen zum Thema:

Ratgeber der Deutschen Krebsgesellschaft zu Bewegung und Sport für Krebspatienten: www.krebshilfe.de (pdf)

Infoblatt des Krebsinformationsdienstes zu Bewegung und Sport bei Krebs: www.krebsinformationsdienst.de (pdf)

Mobilisations-/Dehnübungen (mit Videos): www.fin.de

10-Minuten-Training (Video mit Dehnübungen): www.youtube.com/watch?v=QGlHxhhsyKI

1) https://www.krebsinformationsdienst.de/leben/alltag/sport-nach-krebs.php
2) http://www.pharmazeutische-zeitung.de/index.php?id=medizin4_47_2001
3) https://www.krebsinformationsdienst.de/wegweiser/iblatt/iblatt-bewegung-bei-nach-krebs.pdf
4) https://www.krebsinformationsdienst.de/wegweiser/iblatt/iblatt-bewegung-bei-nach-krebs.pdf
5) https://www.krebsinformationsdienst.de/wegweiser/iblatt/iblatt-bewegung-bei-nach-krebs.pdf

Bild: Senior couple hold hands hiking in a forest, California (Fotolia – Urheber: Monkey Business)