Sport und Bewegung bei multipler Sklerose (MS)

17.09.2018   |   08:08 CEST

Regelmäßigen Sport und mehr Bewegung in den Alltag zu integrieren hat eine Vielzahl von positiven Effekten. Die Muskulatur wird gestärkt, die Ausdauer verbessert und die Koordinations- sowie Leistungsfähigkeit steigen. Auch die Psyche profitiert: Körperliche Aktivität baut Stress ab, fördert das Selbstvertrauen und trägt zum allgemeinen Wohlbefinden bei. Zudem sind viele Vorteile von Sport auch bei neurologischen Erkrankungen wissenschaftlich belegt, weshalb für Menschen mit multipler Sklerose (MS) regelmäßige Bewegung ebenfalls empfehlenswert ist.

Sportliche Aktivität bei MS zahlt sich aus

Neben den allgemeinen gesundheitlichen Vorteilen von Sport kann Bewegung bei MS einen positiven Einfluss auf die Beschwerden und Folgen der Erkrankung haben, vor allem durch eine Verbesserung von Kraft, Ausdauer, des Gleichgewichtssinns und der Mobilität. Darüber hinaus kann sich körperliche Aktivität positiv auf depressive Verstimmungen, ausgeprägte Erschöpfung (Fatigue) und die allgemeine Lebensqualität auswirken.1 Um diese positiven Effekte bestmöglich auszuschöpfen sollte man Sport und Bewegung nicht nur zeitweise, sondern dauerhaft in den Alltag einzubinden.

Trotz der nachgewiesenen Pluspunkte des Sports sind viele Menschen mit MS unsicher, ob er sich auch nachteilig auf die Erkrankung auswirken kann. Studien zeigten jedoch, dass sportliche Aktivität weder einen neuen Schub auslöst noch die Erkrankung verschlechtert.1

Aktiv mit MS: Was ist zu beachten?

Wie auch die Konstitution jedes Menschen, ist jede MS unterschiedlich. Daher gilt es individuell herauszufinden, welche Sportart und welche Bewegungsintensität für den jeweiligen Betroffenen geeignet sind. Wichtig ist in jedem Fall ein Gespräch mit dem behandelnden Arzt oder auch dem Physiotherapeuten. Dabei kann besprochen werden, welche Bewegungsform infrage kommt und was persönlich beachtet werden sollte. Auch ärztlich verordneter Rehabilitationssport kann ein guter Einstieg für dauerhaft mehr Aktivität sein.

In jedem Fall sind die eigenen Leistungsgrenzen und auch eventuelle Symptome der MS zu beachten, um Überlastung zu vermeiden. Gerade beim Einstieg sind zunächst kleinere sportliche Ziele gut, um sich dann Schritt für Schritt zu steigern. Am besten ist es, auf seinen Körper zu hören und das Training an der aktuellen Verfassung auszurichten. Wenn es einmal nicht geht, darf natürlich jederzeit eine Pause eingelegt werden!

In Schwung kommen mit MS: so geht’s!

Um sich regelmäßig für Bewegung zu motivieren, ist es hilfreich, eine Sportart zu finden, die Spaß macht. Unter freiem Himmel oder im Fitnessstudio, allein oder im Team, dem eigenen Takt folgen oder zur Musik bewegen: Es gibt eine breite Auswahl an Sportarten, die ganz unterschiedliche Bedürfnisse erfüllen. Oft lohnt es sich, Verschiedenes auszuprobieren, um die passende Bewegungsform zu finden. Auch wenn Symptome oder Einschränkungen der MS berücksichtigt werden müssen, gibt es oft Hilfsmittel oder Alternativen.

Sportvereine oder Volkshochschulen bieten eine gute Möglichkeit, Sportarten auszuprobieren. Der Übungsleiter oder Trainer sollte jedoch stets darüber informiert werden, dass eine MS vorliegt, damit die individuellen Gegebenheiten beachtet werden können. Neben Sport gibt es noch viele weitere Möglichkeiten, mehr Bewegung in den Alltag zu bringen: Kürzere Wege zu Fuß oder mit dem Fahrrad zurücklegen, die Treppe statt den Aufzug benutzen oder ein Spaziergang in der Mittagspause sind Beispiele dafür.

Es lohnt sich also bei multipler Sklerose mit dem persönlichen Bewegungsprogramm zu starten. Dieses bietet die Option selbst aktiv etwas zu unternehmen, das positiv auf die Erkrankung einwirkt und zum eigenen Wohlbefinden beiträgt.

Weiterführende Informationen zum Thema:
Vielfältige Informationen zum Thema Sport und MS sowie Tipps zu geeigneten Sportarten bietet die Deutsche Multiple Sklerose Gesellschaft, Bundesverband e. V.:
https://www.dmsg.de/multiple-sklerose-infos/ms-und-sport/einfuehrung/einleitung/

Referenzen
1. Tallner A, Pfeifer K. Fitnesstraining bei Personen mit Multipler Sklerose. neuroreha 2012; 4: 162–169.

Foto:© Young Couple Riding Their Mountain Bikes (AdobeStock – Urheber: nullplus)