Welt-MS-Tag 2020

Miteinander stark

Am 30. Mai 2020 ist der Welt-MS-Tag. Bereits zum zwölften Mal wird dieser Tag zum Anlass genommen, um über die Erkrankung Multiple Sklerose (MS) aufzuklären, sowie Aufmerksamkeit für die Situation von Betroffenen zu schaffen. In Deutschland werden unter dem Motto „Miteinander Stark“ in diesem Jahr Projekte und Initiativen vorgestellt, mit denen Patienten in Kontakt treten und sich gegenseitig unterstützen können. Gleichzeitig wird in einer bundesweiten Kampagne zur Unterstützung der rund 250.000 MS-Erkrankten hierzulande aufgerufen.1, 2

Was ist Multiple Sklerose?
Multiple Sklerose (MS) ist eine entzündliche Erkrankung des zentralen Nervensystems, die das Gehirn und Rückenmark umfasst. Bei der Autoimmunerkrankung, die meist im jungen Erwachsenenalter auftritt, kommt es zu Entzündungen im Gehirn, die die schützenden Nervenhüllen (Myelinschicht) betreffen. MS kann sich bei den Patienten – je nach Ausprägung bzw. Lokalisation der Entzündungsherde – ganz unterschiedlich äußern und wird deshalb auch als „Krankheit der tausend Gesichter“ bezeichnet. Zu den Symptomen zählen unter anderem Einschränkungen beim Bewegen oder Sprechen, vorzeitige Erschöpfbarkeit (Fatigue), Blasenfunktions- und Sehstörungen sowie kognitive Beeinträchtigungen.2

Der Krankheitsverlauf ist dabei meistens schubförmig: Nach einer Phase, in der verstärkt Symptome auftreten und sich der Gesundheitszustand verschlechtert, folgt ein unterschiedlich langer Zeitraum, in der die Symptome zurückgehen und Patienten beschwerdefrei sind. Der Verlauf der MS kann jedoch nicht vorhergesagt werden und ist von Patient zu Patient unterschiedlich. So geht bei 30-40 % der Betroffenen der anfänglich schubförmige Verlauf nach 10-15 Jahren in eine Form über, bei der die Beschwerden langsam und konstant zunehmen (sekundär progredienter Verlauf). Etwa 10 % der Patienten werden mit einer MS diagnostiziert, die von Beginn an ohne erkennbare Schübe voranschreitet (primär progredienter Verlauf).2 Wenngleich MS immer noch als unheilbar gilt, stehen inzwischen Therapien zur Verfügung, die die Symptome lindern und das Fortschreiten verlangsamen können.2 Dabei kann es entscheidend sein, die Erkrankung frühzeitig zu behandeln, um langfristige Folgen zu verhindern.3, 4 Außerdem werden in der Forschung neue Wirkstoffe untersucht, um die Versorgung der Patienten zu verbessern und den Betroffenen langfristig ein aktives Leben zu ermöglichen.

Den Alltag mit MS bestreiten
Doch trotz medizinischer Fortschritte hat die Erkrankung immer noch weitreichende Auswirkungen auf das Leben der Betroffenen. Die Symptome können die Selbstständigkeit und damit die Lebensqualität maßgeblich beeinträchtigen. Dennoch gilt: Auch mit MS ist es möglich, den Alltag eigenständig zu meistern und einen aktiven Lebensstil beizubehalten.2 Regelmäßiger Sport und Bewegung können beispielsweise einen positiven Einfluss auf die Beschwerden haben. Körperliche Aktivitäten stärken die Muskulatur, das Gleichgewicht und sorgen für mehr Ausgeglichenheit.5 Neben dem Sport kann außerdem eine ausgewogene und gesunde Ernährung bei Symptomen wie Fatigue hilfreich sein.6 Generell ist es im privaten wie beruflichen Alltag wichtig, dass die Betroffenen auf ihren eigenen Körper hören, die persönlichen Grenzen nicht überschreiten und um Hilfe bitten, wenn sie benötigt wird.2

Aktionstag bietet Plattform für Betroffene
Besonders „unsichtbare Symptome“ wie kognitive Einschränkungen werden von außen häufig nicht wahrgenommen und können dazu führen, dass sich MS-Patienten mit ihrer Erkrankung alleine fühlen. „Miteinander Stark“ lautet daher das Motto, unter dem die Deutsche Multiple Sklerose Gesellschaft (DMSG) in diesem Jahr dazu aufruft, auch von Zuhause aus mit (anderen) MS-Patienten in Kontakt zu treten und sich über das Krankheitsbild zu informieren. Im Rahmen der Kampagne wird auf Postern, Websites oder sozialen Netzwerken zur Unterstützung von Betroffenen aufgerufen.1 Patienten und deren Angehörige erhalten zudem eine Plattform, um ihre Erfahrungen mit MS zu teilen und damit über die Krankheit aufzuklären. Wie es um Ihr Wissen zu MS nach dem Lesen dieses Beitrages steht, können Sie in dem untenstehenden Quiz testen.

Testen Sie hier Ihr Wissen zu MS:
1. Was ist MS?
A. Eine Form von Leukämie
B. Eine chronisch entzündliche Erkrankung des zentralen Nervensystems
C. Eine Fettstoffwechselstörung

2. In welchem Alter tritt MS meist auf?
A. Zwischen dem 20. und 40. Lebensjahr
B. Zwischen dem 70. und 80. Lebensjahr
C. Zwischen dem 10. und 15. Lebensjahr

3. Warum kann es teilweise lange dauern bis die Diagnose MS gestellt wird?
A. Die Betroffenen haben meist gar keine Beschwerden.
B. Das ist falsch. MS wird schnell und eindeutig erkannt.
C. Die Symptome sind sehr unterschiedlich und können auf andere Erkrankungen hindeuten.

Auflösung:
1. B. / 2. A. / 3. C.

Weiterführende Informationen:
Website des weltweiten Aktionstages „World MS Day“:
worldmsday.org/
Website der Deutschen Multiple Sklerose Gesellschaft (DMSG) e. V.:
www.dmsg.de

Referenzen
1. DMSG e. V. Miteinander Stark. Stärker als Multiple Sklerose: Der Welt-MS-Tag verbindet. URL: https://www.dmsg.de/multiple-sklerose-news/dmsg-aktuell/news-article/News/detail/miteinander-stark-staerker-als-multiple-sklerose-der-welt-ms-tag-verbindet/ (letzter Zugriff: 18. Mai 2020).
2. DMSG e. V. Was ist Multiple Sklerose? URL: https://www.dmsg.de/multiple-sklerose-infos/was-ist-ms/ (letzter Zugriff: 18. Mai 2020).
3. Giovannoni G, et al. Mult Scler Rel Dis 2016; 9:5–48.
4. Novotna M, et al. Neurology 2015; 85:722–729.
5. AMSEL e. V. Was Sie über Sport und körperliche Aktivität wissen sollten. URL: https://www.amsel.de/multiple-sklerose/ms-themen/ms-und-sport/einfuehrung/was-sie-ueber-sport-und-koerperliche-aktivitaet-wissen-sollten/ (letzter Zugriff: 18. Mai 2020).
6. AMSEL e. V. MS-Symptome durch Ernährung lindern. URL: https://www.amsel.de/multiple-sklerose/ms-themen/ms-und-ernaehrung/was-wir-empfehlen/ms-symptome-durch-ernaehrung-lindern/ (letzter Zugriff: 18. Mai 2020).