Lymphome ohne Chemotherapie behandeln –

eines der Forschungsziele bei Celgene

22.02.2019   |   10:19 CEST

Die meisten Patienten, bei denen eine bösartige Erkrankung des lymphatischen Systems diagnostiziert wurde, besprechen im Laufe der Behandlung mit ihrem Arzt die Option einer Chemotherapie. Denn der Einsatz von Zytostatika stellt nach wie vor die Standardbehandlung bei vielen Lymphom-Typen dar.

Die Chemotherapie bietet als Behandlungsmöglichkeit ein breites Einsatzspektrum, sie hindert das Wachstum und die Teilung von Zellen im gesamten Körper. Dies führt jedoch zu Nebenwirkungen, da auch schnell wachsende, aber gesunde Körperzellen angegriffen werden. Diese Schädigungen können sowohl zu kurz- als auch zu langfristigen Nebenwirkungen führen. Dazu gehören beispielsweise Übelkeit, schwere Erschöpfung und ein geschwächtes Immunsystem was zu einem erhöhten Risiko für Infektionen führen kann.

Obwohl der therapeutische Nutzen einer Chemotherapie in der Regel die möglichen Risiken überwiegt, sind sowohl Patienten als auch Ärzte an alternativen Lösungen interessiert. Um Patienten in Zukunft so schonend wie möglich, aber dennoch effektiv zu behandeln, untersuchen Forscher weiterhin neue Therapieansätze.

„Wir lernen viel über die verschiedenen Lymphom-Subtypen und machen Fortschritte bei der Entdeckung und Entwicklung neuer Ansätze zur Verbesserung der Lebensqualität“, so Meghan Gutierrez, Chief Executive Officer der Lymphoma Research Foundation (LRF) in den USA. „Es besteht großes Interesse an der Erforschung möglicher neuer Therapien und Kombinationsansätze, von denen viele ohne den Einsatz von Chemotherapien auskommen.“

Lymphome werden durch genetische Veränderungen in den B- und T-Zellen (B- und T-Lymphozyten) des Immunsystems verursacht. Bei Lymphom-Patienten produziert der Körper viele dieser entarteten, bösartigen Zellen. Sie werden von gesunden, funktionstüchtigen Immunzellen, die normalerweise Infektionen und andere Erkrankungen wie auch Krebs bekämpfen, nicht als bösartig erkannt. Ein zunehmender Trend in der medizinischen Forschung ist es, das Immunsystem so zu beeinflussen, dass entartete Zellen wieder identifiziert und angegriffen werden können. Dies führte beispielsweise zur Entwicklung immunmodulierender Therapien, welche die tumorzerstörenden Zellen des menschlichen Immunsystems stärken können.

Wissenschaftler erforschen weiterhin neue Behandlungsansätze, die das Immunsystem von Lymphom-Patienten stimulieren.

Die Fähigkeit gewisser Immunzellen, Tumore angreifen zu können, beruht auf der Erkennung des Tumors durch das Immunsystem. Dies kann z.B. durch Antikörper geschehen, die an der Oberfläche von Krebszellen binden. Dieser Abtötungsprozess wird als antikörperabhängige, zellvermittelte Zytotoxizität (ADCC; engl.: antibody-dependent cell-mediated cytotoxicity) bezeichnet. Bei mehreren zugelassenen Lymphom-Therapien handelt es sich in der Tat um diese Art von Antikörpern. Wissenschaftler untersuchen derzeit, ob die Kombination dieser Antikörpertherapien mit immunmodulierenden Ansätzen die Zytotoxizität weiter erhöhen kann, ohne dass eine Chemotherapie nötig ist.

„Forscher untersuchen weiterhin neue Therapieansätze, die darauf abzielen, das Immunsystem von Patienten mit Lymphomen zu stimulieren“, sagt Gutierrez. „Es ist eine unglaublich spannende Zeit, da sich die Forschung in diesem Bereich ständig weiterentwickelt.“