Stress erkennen und bewältigen –

auch in Krankheitssituationen

26.11.2018   |   09:36 CET

Stress ist nicht gleich Stress

Für unsere Vorfahren war Stress eine überlebenswichtige Eigenschaft des Körpers, die besonders in Gefahrensituationen über Leben und Tod entscheiden konnte. Zu Gegebenheiten wie beispielsweise der Jagd oder auf der Flucht wurde der Organismus dadurch besonders leistungsfähig. Auch heute noch wird unter Stress Adrenalin ausgeschüttet. Dies hat zur Folge, dass der Puls in die Höhe schnellt, die Atmung intensiver wird und der Blutzuckerspiegel steigt.1 Heutzutage ist kurzzeitiger Stress nicht mehr überlebenswichtig und dauerhafter Stress ist seit jeher sogar ungesund. Dieser chronische Stress ist bei vielen Menschen vorhanden, so fühlen sich rund 60 Prozent der Deutschen häufig oder manchmal gestresst.2

In Deutschland sind Menschen zwischen 30 und 39 bzw. 50 und 59 Jahren am meisten gestresst.2 Daraus folgt oft eine große Belastung für Körper und Seele. Vor allem Menschen in Krankheitssituationen leiden oftmals unter Stress. Erste Auslöser können zum Beispiel die Diagnose an sich oder die mit der Erkrankung verbundenen Schmerzen sein. Außerdem muss zusätzlich zu den alltäglichen Verpflichtungen, wie dem Job oder der Freizeit, Zeit für Arzttermine gefunden werden.

Inneres Gleichgewicht finden

Stress lässt sich in Krankheitssituationen leider oft nicht komplett vermeiden. Für das eigene Wohlbefinden ist es deshalb wichtig, dass Betroffene über kurz oder lang eine Möglichkeit finden, mit ihm umzugehen. Dafür ist es ratsam, eine gewisse Akzeptanz gegenüber der krankheitsbedingten Situation samt den aufkommenden Begleiterscheinungen aufzubauen. Ziel ist es hierbei, die innere Haltung so zu verändern, dass neben der alltäglichen Konfrontation mit der Erkrankung das Hauptaugenmerk auf die positiven Dinge des Alltags gelegt werden kann.

Der richtige Umgang mit Stress

Durch geeignete Techniken können Betroffene dauerhafte Anspannung durchaus reduzieren und so aktiv zu ihrem Wohlbefinden beitragen. Um bei aufkommendem Stress zu entspannen, kann es helfen, sich bewusst Zeiten zum Abschalten zu nehmen. In diesen kann man sich auf ein bislang vernachlässigtes Hobby, die Entdeckung neuer Talente oder zwischenmenschliche Beziehungen konzentrieren. Auch wenn es anfangs Überwindung kosten mag, kann es außerdem helfen, Gefühle zuzulassen und über eine vorliegende Erkrankung zu sprechen. Raum dafür bieten beispielsweise passende Selbsthilfegruppen.

Patientenmaterial zum Thema

Zusammen mit Dipl.-Psych. Birgit C. Wagner hat Celgene mehrere Patientenmaterialien rund um Diagnosestellung und Stressbewältigung entwickelt, die Sie hier kostenfrei herunterladen oder bestellen können. In der Broschüre: „Wut, Aggression, Stress – Wie gehe ich damit um?“ werden die Leserinnen und Leser ermutigt, den Blick auf die Situation und sich selbst zu richten und gegebenenfalls eine neue Perspektive einzunehmen. Die Materialien enthalten außerdem praktische Übungen, die ohne viel Zeitaufwand und in alltäglichen Situationen durchgeführt werden können, mitunter ist beispielsweise eine Entspannungs-CD verfügbar.

Referenzen
1. Wie Gehirn und Hormone die Stressreaktion steuern, 2018. Techniker Krankenkasse. URL: www.tk.de/techniker/gesund-leben/life-balance/was-ist-stress/gehirn-hormone-stress-2006900 (letzter Zugriff: 05.11.2018).
2. TK-Stressstudie, 2016. Entspann dich, Deutschland. Techniker Krankenkasse.

Bild: Yoga at park. Middle aged family couple sitting in lotus pose on green grass. Concept of calm and meditation. (Adobe Stock – Urheber: luengo_ua )