Infektionen vermeiden bei eingeschränktem Immunsystem

25.07.2018   |   11:56 CEST

Das Immunsystem ist die körpereigene Abwehr. Diese schützt uns vor Keimen, insbesondere vor Viren und Bakterien, die in den Organismus gelangen und dort Krankheiten verursachen können. Bei bestimmten Erkrankungen oder auch durch Medikamente, die das Immunsystem beeinflussen, kann dieser körpereigene Schutz jedoch geschwächt sein. Hierdurch kann das Risiko für Infektionen steigen oder diese können schwerer verlaufen.1,2 Sich vor einer Ansteckung zu schützen, ist dann besonders wichtig: Zu wissen, wo Ansteckungsgefahren lauern, ist dabei ein erster wichtiger Schritt. Ein paar einfache Hygieneregeln können helfen, damit es erst gar nicht zu einer Infektion kommt.

Händewaschen, aber richtig!

Händewaschen steht ganz oben auf der Liste der Maßnahmen, um Infektionen aus dem Weg zu gehen. Ob durch das Anfassen einer Türklinke oder beim Händeschütteln: Es gibt viele Gelegenheiten, bei denen die Hände in Kontakt mit Keimen oder Krankheitserregern kommen. Berühren die Hände anschließend das Gesicht, ist eine Übertragung über die Schleimhäute von Mund, Nase oder Augen möglich.1 Wichtig ist daher regelmäßiges und vor allem gründliches Händewaschen. Besonders in folgenden Situationen sollte man sich die Hände waschen:

  • Beim Heimkommen
  • Nach dem Toilettenbesuch
  • Nach dem Husten, Niesen oder Naseputzen
  • Vor der Nahrungszubereitung
  • Vor dem Essen

Doch worauf kommt es beim Händewaschen an? Nachdem die Hände unter fließendem Wasser angefeuchtet wurden, folgt das gründliche Einseifen von allen Seiten – auch zwischen den Fingern und auf den Handrücken – für mindestens 20 bis 30 Sekunden. Anschließend die Seife vollständig unter fließendem Wasser abspülen. Zum Schluss die Hände sorgfältig abtrocknen.

In einigen Fällen kann zusätzlich eine Desinfektion der Hände ratsam sein. Diese sollte nach dem Händewaschen durchgeführt werden, sobald die Hände trocken sind. Die richtige Methode ist bei der Händedesinfektion wichtig und sollte vom Behandlungsteam erklärt und gegebenenfalls gemeinsam geübt werden.1

Bei Husten und Niesen: sich selbst und andere schützen

Beim Husten und Niesen können sich Atemwegserkrankungen leicht verbreiten: Dabei werden Krankheitserreger regelrecht „versprüht“. Um eine solche Tröpfcheninfektion zu vermeiden, ist es empfehlenswert, sich von anderen Personen abzuwenden und in ein Einmaltaschentuch zu husten oder zu niesen. Ist keines griffbereit, besser die Armbeuge vor Mund und Nase halten, nicht die Hand.1

Gegen einige Infektionen, die durch eine Tröpfcheninfektion übertragen werden, gibt es zudem die Möglichkeit, einen Impfschutz zu erhalten.3 So empfiehlt die Ständige Impfkommission (STIKO) des Robert-Koch-Instituts in Deutschland bei Menschen mit bestimmten Erkrankungen eine Grippeschutzimpfung durchzuführen.3 Sie wird jährlich wiederholt, da sich Grippeviren schnell verändern und der Impfstoff entsprechend jedes Jahr angepasst wird.

Lebensmittelhygiene für den ungetrübten Genuss beim Essen

Die Hygienestandards bei Lebensmitteln sind in Deutschland im Allgemeinen hoch. Trotzdem gibt es einige Nahrungsmittel, in denen sich Krankheitserreger verbergen können. Häufig sind das Bakterien, zum Beispiel Salmonellen. In den meisten Fällen sind rohes Fleisch, roher Fisch, rohe Eier und Rohmilchprodukte betroffen.1,2 Darauf sollten Menschen mit geschwächtem Immunsystem daher besser verzichten. Fleisch, Fisch und Eier sollten vor dem Verzehr ausreichend erhitzt und vollständig durchgegart sein. Die meisten Keime werden bei Temperaturen zwischen 70 und 100 °C abgetötet. Vorsicht: Einige Speisen enthalten Eier im rohen Zustand. Dazu gehören beispielsweise Tiramisu, Mousse au Chocolat und Mayonnaise.

In welchem Umfang Hygienemaßnahmen zur Infektionsvermeidung empfehlenswert sind, hängt individuell davon ab, in welcher Form das Immunsystem beeinträchtigt ist. Der behandelnde Arzt kann darüber informieren, ob eine Erkrankung oder die gewählte Behandlung die körpereigene Abwehr beeinflussen und welcher Schutz vor Infektionen ratsam ist.

Weiterführende Informationen zum Thema:

Hygienetipps erhalten Sie auf dem Portal der Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung (BZgA):
www.infektionsschutz.de

Umfassende Informationen zum Thema Impfen bietet eine weitere Internetseite der BZgA:
www.impfen-info.de

Referenzen
1. Exner M, et al. Hygiene-Tipps für immunsupprimierte Patienten zur Vermeidung übertragbarer Infektionskrankheiten. Hyg Med 2011;36:36–44.
2. Robert Koch-Institut. Anforderungen an die Hygiene bei der medizinischen Versorgung von immunsupprimierten Patienten. https://www.rki.de/DE/Content/Infekt/Krankenhaushygiene/Kommission/Downloads/Immunsuppr_Rili.pdf?__blob=publicationFile letzter Zugriff: 04.06.2018
3. Robert Koch-Institut. Saisonale Influenzaimpfung: Häufig gestellte Fragen und Antworten. URL: https://www.rki.de/SharedDocs/FAQ/Impfen/Influenza/faq_ges.html?nn=2375548 (letzter Zugriff 04.06.2018).

Foto: © Smiling child little girl washing hands in bathroom (AdobeStock – Urheber: Oksana Kuzmina)