Immunonkologie: die körpereigene Abwehr gegen den Krebs aktivieren (Teil 3)

Teil 3: Zukunft der Immunonkologie – neue Wege in der Krebstherapie

Chemotherapie, Operation und Bestrahlung – für eine lange Zeit beschränkte sich das Repertoire eines Onkologen auf diese Behandlungsmöglichkeiten. Mit Einzug der Immunonkologie haben sich bei vielen Krebsarten die therapeutischen Perspektiven für Patienten entscheidend erweitert.

Immunonkologische Behandlungen richten sich nicht auf den Krebs direkt, sondern nutzen das körpereigene Abwehrsystem, um gegen Tumorzellen anzugehen. Einige Therapieformen sind bereits etabliert, darunter Antikörpertherapien oder IMiDs® (immunomodulatory drugs), eine patentgeschützte Klasse immunmodulierender Substanzen. Doch das Potenzial der Immunonkologie ist noch längst nicht ausgeschöpft und viele weitere Therapieansätze werden aktuell erforscht. Auch für Celgene ist die Immunonkologie ein wichtiger Therapie- und Forschungsschwerpunkt.

Krebsimmuntherapie: Herausforderungen erkennen – Perspektiven nutzen
Damit Patienten von innovativen immunonkologischen Therapien profitieren können, ist es neben der Forschung und Entwicklung entscheidend, die entsprechenden Rahmenbedingungen zu schaffen.1 Bei Behandlungen wie zum Beispiel der CAR-T-Zell-Therapie sind neue Herangehensweisen erforderlich, da dieser Therapieansatz andere Anforderungen an Hersteller, Ärzte und auch an das Gesundheitssystem stellt. Diagnostisch wird das große Ziel sein, die geeigneten Patienten für eine spezifische Immuntherapie zu ermitteln. Dies ist zurzeit Gegenstand aktueller Forschungsprojekte. Auch die Verabreichung unterscheidet sich: Statt einer langfristigen Behandlung ist bei der CAR-T-Zell-Therapie nur eine einmalige Gabe geplant.

Bei diesen differenzierten Therapieformen wird zudem nicht ein Wirkstoff für viele Menschen hergestellt. Stattdessen werden für jeden Patienten in einem aufwendigen Verfahren dessen körpereigene Immunzellen entnommen, im Labor modifiziert und wieder zugeführt. Zellproduktionsprozesse müssen dafür optimiert werden und an den benötigten Standorten verfügbar sein. Für die Produktion modifizierter Zellen ist umfassendes technisches Wissen erforderlich.1 Die Behandlung in spezialisierten Zentren erfordert eine spezifische Fortbildung der Fachärzte für die personalisierten immunonkologischen Therapien. Um diese dem Patienten zur Verfügung stellen zu können, müssen daher auch besondere organisatorische und logistische Voraussetzungen geschaffen werden.

Mit der Immuntherapie neue onkologische Wege beschreiten
Die Herausforderungen für die weitere Entwicklung immuntherapeutischer Ansätze sind vielfältig. Es gilt, weitere Erkenntnisse über die komplexen Mechanismen des Immunsystems zu erlangen. So können bestehende Ansatzpunkte für Therapien optimiert und mögliche neue Wege gefunden werden. „Das Immunsystem ist ein Schlüssel, um effektiv gegen bösartige Zellen vorzugehen“, betont Prof. Dr. med. Simone Boehrer, Medical Director bei Celgene Deutschland. „Celgene verfügt über langjährige Erfahrung in der Hämatologie, der Onkologie und der Immunologie. Diese bildet unser Fundament, um neue immunonkologische Wege zu beschreiten und potenziell weitere Krebsarten gut behandelbar zu machen.“

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Weiterführende Informationen zum Thema:
Über den Zusammenhang von Immunsystem und Krebs informiert der Krebsinformationsdienst des Deutschen Krebsforschungszentrums:
www.krebsinformationsdienst.de/grundlagen/immunsystem.php
Weitere Informationen zur Immunonkologie bietet auch die Deutsche Krebsgesellschaft:
www.krebsgesellschaft.de/onko-internetportal/basis-informationen-krebs/basis-informationen-krebs-allgemeine-informationen/immunonkologie-mit-dem-immunsys.html

Referenzen
1. Miller DR, et al. The Past, Present & Future of Cancer Immunotherapy: An Overview. Stand: 2015. URL: https://www.parexel.com/files/2714/8477/5088/BioPharm_The_Past_Present_and_Future_of_Cancer_Immunotherapy_Article.pdf (letzter Zugriff: 15. Januar 2020)
2. Engelbrecht C. Plattform Life Sciences 2018; 2:14–16.

Foto: © 3d illustration of cancer cells and lymphocytes (AdobeStock – Urheber: Christoph Burgstedt)