Welt-Blutkrebs-Tag am 28. Mai ein voller Erfolg

13.06.2016   |   10:07 CEST

„Wir besiegen Blutkrebs“ – so lautet die Mission von Peter Harf und dem Arzt Prof. Dr. med. Gerhard Ehninger, die vor 25 Jahren die DKMS (Deutsche Knochenmarkspenderdatei) mit Sitz in Tübingen gründeten. Seither ermöglichte die DKMS weltweit mehr als 50.000 an Blutkrebs erkrankten Menschen die Chance auf Heilung und betreibt mittlerweile die größte Spenderkartei der Welt. Um auf die Erkrankung aufmerksam zu machen, findet seit 2014 jährlich am Gründungstag der DKMS, dem 28. Mai, der Welt-Blutkrebs-Tag (englisch: World Blood Cancer Day; WBCD) statt.

Das rote, kaufmännische & dient als Aktionszeichen des WBCD. Es symbolisiert den Kampf gegen Blutkrebs und die Solidarität mit Blutkrebspatienten. Auch dieses Jahr haben wieder viele Menschen die rund um den Globus stattfindenden Benefiz-, Spenden- und Aufklärungsveranstaltungen besucht sowie an den Typisierungsaktionen teilgenommen. Das Ziel: für Aufmerksamkeit sorgen und Betroffenen die Chance auf einen langersehnten Spender geben. Im Zeichen des roten & haben sich neben selbst erkrankten Menschen und deren Angehörigen auch verschiedene Organisationen, Kliniken, Apotheken und freiwillige Helfer engagiert. Mit großem Einfallsreichtum folgten viele Menschen in sozialen Netzwerken dem Aufruf „Setz ein Zeichen!“: Sie posteten Fotos mit dem roten &-Zeichen bei Facebook oder twitterten diese unter dem Hashtag #wbcd2016. Auch Prominente riefen zum Mitmachen auf. Zudem wurde eine weltweite Galerie eingerichtet, auf der Menschen von jedem Kontinent der Welt ihr Foto teilen können. Die Galerie kann auf der Website des Aktionstages besucht werden.

Selbst aktiv werden und Leben retten
Für viele Betroffene stellt die Stammzelltransplantation nach wie vor die einzige Chance auf einen langfristigen Stillstand der Erkrankung dar. Nur ein Drittel der Patienten findet jedoch einen geeigneten Spender in der eigenen Familie, der Großteil der Patienten ist auf Hilfe von freiwilligen Spendern angewiesen. Je mehr Menschen sich als potenzielle Stammzellspender registrieren lassen, desto höher ist die Wahrscheinlichkeit, für einen Betroffenen seinen „genetischen Zwilling“ zu finden. Um festzustellen, ob Spender- und Empfängerstammzellen zueinander passen, ist eine einfache Typisierung notwendig. Der Vorgang dauert ungefähr 30 Sekunden und es wird lediglich mit einem speziellen Stäbchen ein Abstrich an beiden Wangeninnenseiten gemacht. Der Abstrich kann dann in einem speziellen Briefumschlag für die Auswertung an die DKMS gesendet werden, so dass die Typisierung unabhängig von festen Terminen und überall erfolgen kann. Zudem finden zu bestimmten Anlässen auch größer angelegte örtliche Typisierungsaktionen statt.

Typisieren lassen kann sich jeder, der zwischen 18 und 50 Jahre alt und generell gesund ist. Bezüglich der gesundheitlichen Eignung gelten ähnliche Anforderungen wie für eine Blutspende. Ein Test, der in rund einer Minute online und anonym auf der DKMS-Website gemacht werden kann, zeigt, wer als Spender infrage kommt: www.dkms.de/de/spender-werden

Passen die Merkmale von Spender und Patient zusammen, erfolgt die Stammzellenentnahme meist durch eine simple Blutabnahme. In selteneren Fällen werden die Stammzellen operativ aus dem Knochenmark entnommen. Ob die Spende erfolgreich war, lässt sich frühestens drei Monaten nach der Stammzelltransplantation feststellen. Dann ist es für Patienten und Spender auch möglich, anonymisiert Kontakt zueinander aufzunehmen.

Weiterführende Informationen zum Thema:
Offizielle Webseite des Welt-Blutkrebs-Tags: www.worldbloodcancerday.org/de/
Website der DKMS: www.dkms.de/de

Bild: Ohrstäbchen (Fotolia – Urheber: Dron)