Sport und Bewegung bei Patienten mit Krebs

27.06.2016   |   02:00 CEST

Walken, Joggen, Schwimmen, Radfahren: Ganz gleich, auf welche Sportart die Wahl fällt, wer sich bewegt hält sich fit und trägt zur eigenen Gesundheit bei – nicht nur körperlich, sondern auch geistig. Davon können auch oder sogar ganz besonders Menschen profitieren, die an Krebs erkrankt sind. Seit geraumer Zeit werden die Auswirkungen von körperlicher Aktivität bei Krebspatienten vermehrt untersucht. Dabei hat sich gezeigt, dass Sport und Bewegung nicht nur die Nebenwirkungen einer Chemotherapie mindern, sondern auch das allgemeine körperliche Wohlbefinden der Patienten verbessern können.1

Wurde Krebspatienten früher eher dazu geraten, sich möglichst zu schonen, weiß man heute, wie wichtig Bewegung ist. Dabei ist es ist ratsam, regelmäßig eine Form leichter Bewegung auszuüben – vor allem auch während der laufenden Krebstherapie, sofern es der Zustand der Patienten erlaubt. Mit moderaten Aerobic-Übungen, Reiten, Fahrrad fahren, einem täglichen Spaziergang, aber auch mit leichtem Krafttraining kann das körperliche Wohlbefinden verbessert werden: Viele Patienten fühlen sich dann weniger erschöpft und insgesamt leistungsfähiger.2

Mit regelmäßiger Bewegung können die Muskelkraft und Beweglichkeit der Gelenke wiederhergestellt werden, die eventuell durch Operationen, einige Therapien oder langes Liegen beeinträchtigt wurden. Bewegung verbessert auch die Herz-Kreislauf-Funktion deutlich. Zusätzlich wirkt Sport stimmungsaufhellend und kann Anzeichen einer Depression, die eine Krebsdiagnose häufig begleiten, entgegenwirken und lindern.3

So wirksam und sinnvoll körperliche Aktivitäten sind, sollten Krebspatienten sich nicht übernehmen. Wichtig ist, mit dem behandelnden Arzt oder einem Physiotherapeuten über die Art des Trainings zu sprechen.4 Denn: Einen allgemeinen Trainingsplan, der für jeden einzelnen Menschen passt, gibt es nicht. Darüber hinaus hat jeder Patient ein anderes Maß an körperlicher Fitness und ein anderes Körperempfinden. Gemeinsam mit dem Arzt können Menschen mit einer Krebserkrankung besprechen, welche Art von Bewegung sinnvoll ist und ihnen Spaß macht.5

Sollte eine volle Trainingseinheit am Stück zu anstrengend sein, empfiehlt es sich, die Übungen in kleinen Etappen über den Tag zu verteilen. Das Training sollte generell nicht als notwendiges Übel oder gar als Qual betrachtet werden, sondern eher als Zeit, die man für sich selbst nutzt und in der man sich etwas Gutes tut. Die Lieblingsmusik oder auch ein Trainingspartner helfen bei der Motivation und bringen Abwechslung in das Bewegungsprogramm. Zudem ist es wichtig, die Bewegungsübungen möglichst genau, langsam und in Ruhe auszuführen, denn nur so sind sie wirklich effektiv und schonend.

Weiterführende Informationen zum Thema:

Ratgeber der Deutschen Krebsgesellschaft zu Bewegung und Sport für Krebspatienten: www.krebshilfe.de (pdf)

Infoblatt des Krebsinformationsdienstes zu Bewegung und Sport bei Krebs: www.krebsinformationsdienst.de (pdf)

Mobilisations-/Dehnübungen (mit Videos): www.fin.de

10-Minuten-Training (Video mit Dehnübungen): www.youtube.com/watch?v=QGlHxhhsyKI

1) https://www.krebsinformationsdienst.de/leben/alltag/sport-nach-krebs.php
2) http://www.pharmazeutische-zeitung.de/index.php?id=medizin4_47_2001
3) https://www.krebsinformationsdienst.de/wegweiser/iblatt/iblatt-bewegung-bei-nach-krebs.pdf
4) https://www.krebsinformationsdienst.de/wegweiser/iblatt/iblatt-bewegung-bei-nach-krebs.pdf
5) https://www.krebsinformationsdienst.de/wegweiser/iblatt/iblatt-bewegung-bei-nach-krebs.pdf

Bild: Senior couple hold hands hiking in a forest, California (Fotolia – Urheber: Monkey Business)