Das Blut: ein wahres Multitalent

02.05.2016   |   09:09 CEST

Jeder kennt diese Situation – ein Schnitt in den Finger und es blutet. Es wird ein Pflaster auf die Wunde geklebt und der „Unfall“ gerät in Vergessenheit, da das Multitalent Blut sofort eingreift, gerinnt und so die Wunde verschließt. Vielen Menschen, deren Blut nicht erkrankt ist, ist gar nicht bewusst, was das Blut tagtäglich für das menschliche Wohlergehen leistet.

Je nach Körpergewicht fließen durch unsere Adern vier bis sechs Liter Blut, das aus Blutzellen und Blutplasma besteht. Die einzelnen Bestandteile, in ihrer Konzentration genauestens aufeinander abgestimmt, übernehmen jeweils wichtige Aufgaben.

Die Blutzellen werden in rote Blutzellen (Erythrozyten), weiße Blutzellen (Leukozyten) und Blutplättchen (Thrombozyten) unterteilt. Die Erythrozyten bilden den Hauptanteil der Blutzellen. Sie sind die Sauerstofftransporteure, da sie die Organe und Gewebe mit diesem lebensnotwendigen Stoff versorgen. Als Fabrikant dient ihnen das Knochenmark, das als Ausgangstoff für die Bildung Eisen benötigt. Eine ausreichende Aufnahme von Eisen über die Nahrung unterstützt den Körper hierbei. Die Erythrozyten enthalten außerdem den roten Blutfarbstoff Hämoglobin, der dem Blut seine typische rote Farbe verleiht.

Die Leukozyten spüren als „Polizei des Körpers“ gefährliche Fremdkörper wie Bakterien, Pilze oder Viren auf und machen sie unschädlich. Außerdem schalten sie auch körpereigene Zellen aus, wenn diese beschädigt sind, damit sie dem Körper nicht schaden können. Die Leukozyten werden ebenso wie die anderen Blutzellen im Knochenmark produziert. Diese weißen Blutzellen machen etwa 0,6 Prozent der Blutzellen aus. Ihr Anteil kann steigen, wenn sich der Körper gegen eine Infektion wehren muss.

Die Thrombozyten sind die kleinsten Blutzellen von allen. Sie sind für die Blutgerinnung wichtig, da sie bei Verletzungen einen Pfropfen bilden, der die blutende Wunde verschließt. Sie können somit als körpereigene Pflaster bezeichnet werden.

Das Blutplasma, eine klare, gelbliche Flüssigkeit, enthält neben Wasser (95 Prozent) lösliche Substanzen. Es handelt sich hierbei hauptsächlich um Proteine (Eiweiße), die unter anderem für den Transport von Abwehrstoffen, Hormonen und Nährstoffen, zuständig sind. Letztere werden über das Blut zu unseren Organen gebracht; wobei gleichzeitig verschiedene Stoffwechselprodukte wie beispielsweise Kohlenstoffdioxid aus den Organen „entsorgt“ werden.

Auch die Körpertemperatur, die normalerweise zwischen 36 und 37 Grad Celsius liegt, wird mithilfe eines komplexen Steuerungssystems über das Blut reguliert. So soll sichergestellt werden, dass insbesondere die Organe auch bei schwankenden Außentemperaturen ausreichend geschützt und gleichmäßig versorgt sind.

Darüber hinaus dient das Blut als Wächter über den Wasser-, Salz- und Säurehaushalt im Körper. Stellt es einen Überschuss fest, werden diese Substanzen über das Blut zur Niere transportiert und dann dort „entsorgt“ oder über die Lunge abgeatmet.

Das Blut ist folglich für viel mehr zuständig, als nur Wunden zu verschließen. Der rote „Lebenssaft“ versorgt und heilt als ein wahres Multitalent den Körper im Dauereinsatz – darum lohnt es sich auch, es mit gesunder Ernährung und ausreichender Sauerstoffzufuhr so tatkräftig wie möglich zu unterstützen.

Weiterführender Link zu diesem Thema:
www.vitanet.de/krankheiten-symptome/blut-blutkrankheiten/blutbestandteile

Bild: Blood Cells (iStock – Copyright: BlackJack3D)