Psoriasis-Arthritis

Bei der Psoriasis-Arthritis (PsA) (Schuppenflechtenarthritis, Arthritis psoriatica) handelt es sich um eine entzündliche, systemische Autoimmunerkrankung, bei der sich die Entzündung hauptsächlich in schmerzenden, geschwollenen Gelenken und gelenknahen Strukturen manifestiert. Ca. 30% aller Patienten mit einer Schuppenflechte (Psoriasis) entwickeln diese Form der Arthritis. Typischerweise tritt sie etwa 10 Jahre nach den ersten Haut- oder Nagelsymptomen auf, kann aber auch der Hauterkrankung voraus gehen (bei ca. 10 % der Patienten) oder gleichzeitig auftreten (bei etwa 15% der Patienten). Eine Erkrankung ist in jedem Alter möglich. Männer und Frauen sind gleichermaßen davon betroffen. Insgesamt leiden in Deutschland ca. 0,2% der Gesamtbevölkerung an einer Psoriasis-Arthritis.

Was sind die Ursachen einer PsA?

Die Ursachen für die fehlgeleitete Reaktion des Immunsystems und damit einhergehende überschießende Entzündungsreaktion sind derzeit noch nicht bekannt, wird aber mit der Schuppenflechte der Haut in Zusammenhang gesehen. Über ihre genauen Auslöser weiß man (von den bei Psoriasis diskutierten Ursachen abgesehen) bislang wenig. Für einen Teil der Betroffenen kann eine genetische bzw. erbliche Komponente angenommen werden, welche die Entstehung einer Psoriasis-Arthritis begünstigt – als alleinige Erklärung kann dies jedoch nicht dienen. Faktoren, die bereits mit dem erstmaligen Auftreten einer Psoriasis-Arthritis in Verbindung gebracht wurden, sind z. B. Verletzungen, bestimmte Infektionserkrankungen oder Medikamente, ein vermehrter Alkoholkonsum und Umwelteinflüsse, jedoch auch psychische Faktoren wie Stress.

Was sind die Symptome einer PsA?

Die Symptome einer Psoriasis-Arthritis können schubartig mit längeren Unterbrechungen auftreten. Es sind neben der Haut und den Nägeln die Gelenke (Zehen-, Knie-, Sprung- oder Fingergelenke) betroffen, in zahlreichen Fällen auch die Wirbelsäule. Die entzündlichen Prozesse verursachen Schmerzen und Schwellungen und behindern zudem die Bewegungsabläufe. Häufig tauchen neben dem Gelenkbefall auch Beschwerden an Sehnen und Sehnenansätzen auf (Enthesitis). Schwillt ein Finger oder Zeh vollständig an, spricht man von einer Daktylitis (umgangssprachlich „Wurstfinger“). Bei schwereren bzw. unbehandelten Krankheitsverläufen kann es zudem zu dauerhaften Gelenkschäden mit Verlust oder Einschränkungen der Gelenkfunktion kommen.

Wie wird eine PsA diagnostiziert?

Es existiert kein spezifischer Test, um zielsicher die Diagnose Psoriasis-Arthritis stellen zu können. Daher wird der Arzt neben der Anamnese weitere körperliche Untersuchungen (Gelenke, Haut, Nägel, Sehnen) durchführen und Laborwerte (z.B. Harnsäure, Rheumafaktor, C-reaktives Protein, Blutsenkungsgeschwindigkeit) bestimmen. Zusammen mit bildgebenden Verfahren (Skelettszintigrafie, CT, MRT, Röntgen), die charakteristische Veränderungen und Entzündungen an den Gelenken frühzeitig anzeigen, stellen diese Untersuchungen die wichtigsten Säulen zur Diagnosestellung dar. Anhand der Untersuchungsergebnisse und bestimmten Klassifikationskriterien (CASPAR – ClASsification criteria for the diagnosis of Psoriatic ARthritis) kann dann die Diagnose gestellt werden.

Wie wird die PsA behandelt?

Eine Heilung der Psoriasis-Arthritis ist bis heute nicht möglich. Die Behandlung hat zum Ziel, die entzündlichen Prozesse zu lindern und zu unterdrücken und somit die Lebensqualität des Patienten wiederherzustellen bzw. zu erhalten. Je nach Schwere der Erkrankung umfassen die therapeutischen Maßnahmen nach den gängigen Therapieempfehlungen folgendes Behandlungsspektrum:

  • Bei leichteren Fällen mit wenigen betroffenen Gelenken kommen häufig entzündungshemmende Schmerzmittel und/oder Glukokortikoide (lokal oder systemisch) zum Einsatz.
  • Sind mehrere Gelenke betroffen, werden krankheitsmodifizierende, antirheumatische Medikamente (sog. DMARDs) wie Methotrexat oder Leflunomid zur Eindämmung der überschießenden Immunreaktion eingesetzt (sog. Basistherapie (sog. Basistherapie).
  • Bei schwereren Verläufen, bei denen oben genannte Medikamente nicht oder nur unzureichend gewirkt haben, und/oder wenn die Wirbelsäule oder spezielle Körperstellen wie die Sehnenansätze betroffen sind, können sogenannte PDE4-Inhibitoren und therapeutische Antikörper (sog. Biologika) eingesetzt werden. Diese richten sich gegen die entzündungsfördernden Botenstoffe (u. a. Zytokine), die eine wichtige Rolle bei der Psoriasis-Arthritis spielen. Sie können zum Teil auch mit manchen anderen krankheitsmodifizierenden, antirheumatischen Medikamenten kombiniert werden.
  • Ergänzend hierzu können nichtmedikamentöse Therapieformen wie Physiotherapie, Massagen, Wärme- / Kältebehandlungen, Elektrotherapie, Licht- und Balneobehandlungen Linderung verschaffen.

Der Krankheitsverlauf bei Psoriasis-Arthritis ist von Patient zu Patient sehr unterschiedlich. Die für den Patienten optimale Therapie sollte zusammen mit dem behandelnden Arzt unter Berücksichtigung des Patienten-individuellen Gesundheitszustandes festgelegt werden.

Weblinks & Literatur:

  • Weiterführende Informationen zu Psoriasis-Arthritis finden Sie auf unserer Website www.diagnose-psoriasis-arthritis.de.
  • Patienteninformationen zu PsA zum Bestellen und Herunterladen erhalten Sie bei service.celgene.de.
  • Weitere Informationen zu Psoriasis Arthritis, veröffentlicht vom Institut für Qualität und Wirtschaftlichkeit im Gesundheitswesen (IQWIG), finden Sie unter www.gesundheitsinformation.de.