Nicht-kleinzelliges Lungenkarzinom

Unter dem nicht-kleinzelligen Lungen- bzw. Bronchialkarzinom (NSCLC), einer Lungenkrebsart, versteht man eine bösartige Neubildung, die von Zellen der unteren Luftwege (Bronchien) ausgeht. Lungenkrebs ist weltweit eine der häufigsten Krebserkrankungen. In Deutschland erkranken daran jährlich etwa 53.000 Menschen. Das mittlere Erkrankungsalter liegt zwischen 68 und 70 Jahren.

Bei Frauen liegt Lungenkrebs an dritter Stelle, bei Männern an zweiter Stelle der Häufigkeit aller Krebserkrankungen. Während in den letzten Jahren die Zahl der Neuerkrankungen pro Jahr bei Männern leicht rückläufig ist, steigt sie bei Frauen hingegen kontinuierlich an. Als Hauptgrund hierfür werden die veränderten Rauchgewohnheiten der Frauen gesehen

Was sind die Ursachen eines NSCLC?

Die Inhalation von Tabakrauch ist der Hauptrisikofaktor für Lungenkrebs – aktiv wie passiv. Zigarettenrauch enthält eine Vielzahl krebserregender Stoffe, die ungehindert in die Lunge gelangen können. Auch der Kontakt mit Feinstaub, ionisierenden Strahlen, Dieselmotorabgasen, Asbest, Quarzstäuben und die berufliche Exposition gegenüber Risikostoffen erhöht die Gefahr, an Lungenkrebs zu erkranken. Genetische Faktoren stehen ebenfalls im Verdacht Krebs auszulösen. Ist beispielsweise ein Verwandter bzw. mehrere Verwandte ersten Grades an Lungenkrebs erkrankt, steigt das eigene Erkrankungsrisiko ebenfalls.

Was sind die Symptome eines NSCLC?

In einem frühen Stadium verursacht Lungenkrebs i.d.R. keine Beschwerden, daher fehlen charakteristische Frühsymptome. Lungenkrebs wird häufig erst in einem fortgeschrittenen Stadium der Erkrankung erkannt und diagnostiziert. Folgende unspezifische Symptome können u.a. auftreten: langanhaltender Husten, erschwerte Atmung, Bluthusten, Schmerzen im Brustkorb, Schluckstörungen, starker Gewichtsverlust, Appetitlosigkeit, Fieber, Nachtschweiß und Schwäche.

Wie wird ein NSCLC diagnostiziert?

Um die Diagnose Lungenkrebs stellen zu können wird zunächst meist eine Röntgenaufnahme der Lunge durchgeführt. Auffällige Strukturen im Röntgenbild werden bei einer Spiegelung der Bronchien (Bronchoskopie) genauer untersucht. Weiterhin kann dabei mit einer feinen Nadel entsprechendes Gewebe (Biopsie) entnommen und von einem Spezialisten (Pathologe) auf bösartige Zellen untersucht werden. Anhand der gewebetypischen (histologischen) Merkmale kann zwischen zwei Formen des Lungenkrebs unterschieden werden, dem nicht-kleinzelligen und dem kleinzelligen Lungenkrebs. Diese Einteilung leitet sich von der Größe der verschiedenen vorgefundenen Krebszellen ab.

  • Nicht-kleinzellige Lungenkarzinome (englisch: Non Small Cell Lung Cancer; NSCLC) sind die häufigste Lungenkrebsform (ca. 80% aller diagnostizierten Fälle) und lassen sich weiteren Untergruppen zuordnen. Das sog. Plattenepithelkarzinom, ein Schleimhauttumor, wird meist durch Giftstoffe im Zigarettenrauch verursacht (ca. 30-40% aller Lungenkarzinome). Dieser wächst im Vergleich zu anderen Lungenkarzinomen langsamer und streut (metastasiert) seltener im frühen Stadium. Weitere Untergruppen sind das im Drüsengewebe der Lunge entstehende, schon früher metastasierende Adenokarzinom (ca. 45% aller Lungenkarzinome) und das großzellige Lungenkarzinom.
  • Bei dem kleinzelligen Lungenkarzinom (SCLC) handelt es sich um einen aggressiven Tumor, der vergleichsweise schnell wächst und metastasiert.

Die Ausbreitung der Tumorzellen kann mithilfe zusätzlicher Untersuchungen genauer beurteilt werden, z.B.:

  • Sonografie (Ultraschall)
  • Magnetresonanz- oder Kernspintomografie
  • Szintigrafie
  • Positronenemissionstomografie (PET)

Entdeckt man dabei Metastasen oder befallene Lymphknoten, wird dieses kranke Gewebe ebenfalls anhand einer Biopsie näher analysiert.

Wie wird das NSCLC behandelt?

Die Therapie eines nicht-kleinzelligen Lungenkarzinoms hängt von seinem Entwicklungsstadium ab. In den frühen Erkrankungsstadien kann das Ziel eine operative Entfernung des Tumors sein. Sollte eine vollständige Entfernung nicht möglich sein, kann u.U. versucht werden, den Tumor durch die Behandlung soweit zurückzudrängen und zu verkleinern, dass er wieder operabel wird. Hierfür kommt z.B. in Frage:

  • eine Chemotherapie mit einem Zytostatikum (Zellwachstum hemmende Substanz)
  • eine Strahlenbehandlung (Radiotherapie)
  • auf spezifische Merkmale des Tumors gerichtete Therapien („targeted therapies“)

Andere Behandlungsansätze (in späteren Phasen der Erkrankung) zielen hauptsächlich darauf ab, Leiden zu lindern und Lebensqualität zu erhalten.
Der Krankheitsverlauf bei nicht-kleinzelligem Lungenkrebs ist von Patient zu Patient sehr unterschiedlich. Die für den Patienten optimale Therapie sollte zusammen mit dem behandelnden Facharzt für Pneumologie und/oder Onkologie unter Berücksichtigung der Patienten-individuellen Faktoren festgelegt werden.

Weblinks & Literatur: