Bauchspeicheldrüsenkrebs

Als Bauchspeicheldrüsenkrebs (auch Pankreaskarzinom) werden bösartige Tumore der Bauchspeicheldrüse bezeichnet. Dabei handelt es sich zu 95% um sogenannte duktale Adenokarzinome, die aus Zellen des Bauchspeicheldrüsenganges entstehen, über den die im Drüsengewebe gebildeten Verdauungsenzyme in den Darm gelangen. Jährlich erkranken in Deutschland etwa 15.000 Menschen an Bauchspeicheldrüsenkrebs. Der Altersgipfel für das Auftreten der Erkrankung liegt zwischen dem 65. und 85. Lebensjahr.

Welche Ursachen hat Bauchspeicheldrüsenkrebs?

Die genauen Ursachen von Bauchspeicheldrüsenkrebs sind nicht bekannt. Es gibt jedoch Risikofaktoren, die die Entstehung dieser Krebserkrankung begünstigen können. Dazu zählen neben Rauchen vor allem ein exzessiver Alkoholkonsum und Übergewicht sowie Krankheitsfälle innerhalb der Familie. Patienten, in deren Verwandtschaft Bauchspeicheldrüsenkrebs ebenfalls aufgetreten ist, stellen allerdings nur einen relativ geringen Anteil von ca. 5-10% aller Betroffenen dar. Mit einem wesentlich höheren Risiko ist eine Vorerkrankung mit erblich bedingter Bauchspeicheldrüsenentzündung (Pankreatitis) verbunden. Bis zu 40% der Patienten, die an dieser Krankheit leiden, können bis zu ihrem 70. Lebensjahr ein Pankreaskarzinom entwickeln.
Inwiefern die Ernährung einen Einfluss auf die Krankheitsentstehung hat, ist bislang noch unklar. Große Studien haben ergeben, dass eine obst- und gemüsereiche Ernährung mit hohem Faser- und Vitamingehalt das Risiko für die Entwicklung eines Pankreaskarzinoms senken kann, was aber generell für die meisten Krebsarten gilt.

Welche Symptome verursacht Bauchspeicheldrüsenkrebs?

Da charakteristische Symptome in frühen Krankheitsstadien fehlen, wird die Diagnose Bauchspeicheldrüsenkrebs häufig erst in einem fortgeschrittenen Stadium der Erkrankung gestellt. Oft suchen die Patienten wegen einer Gelbfärbung von Haut und dem weißen Teil der Augen (Skleren) sowie einer Dunkelfärbung des Urins einen Arzt auf. Diese Gelbsucht wird dadurch verursacht, dass der Tumor durch sein Wachstum den Abfluss der Gallenflüssigkeit behindert (Verschlussikterus). Häufig klagen die Patienten auch über Gewichtsverlust oder Schmerzen im Oberbauch, die in den Rücken ausstrahlen können. Weitere Krankheitszeichen können Durchfälle und Fettstühle sein.

Wie wird Bauchspeicheldrüsenkrebs diagnostiziert?

Eine Ultraschalluntersuchung des Oberbauchs stellt die erste diagnostische Maßnahme dar. Ergänzend wird eine Computertomografie oder auch eine endoskopische Ultraschalluntersuchung der Bauchspeicheldrüsenregion (Endosonografie) durchgeführt. Die Diagnose Bauchspeicheldrüsenkrebs sollte durch Entnahme einer Gewebeprobe (Biopsie) gesichert werden. Die Ausbreitung der Erkrankung kann mithilfe zusätzlicher Untersuchungen wie Röntgenuntersuchung der Lunge, Kernspintomographie, Positronen-Emissions-Tomographie (PET) oder einer Bauchspiegelung genauer beurteilt werden.
Bei Bauchspeicheldrüsenkrebs können im Blut erhöhte Werte des Tumormarkers CA 19-9 und des weniger spezifischen Markers CEA vorliegen und zur Beurteilung des Therapieverlaufs hinzugezogen werden.
Eine sogenannte endoskopische retrograde Cholangiopankreatikografie (ERCP) wird bei einem wahrscheinlichen Verschluss des Gallen- oder Bauchspeicheldrüsenganges durchgeführt. Hier wird über ein Endoskop mithilfe eines Katheters Kontrastmittel in den Gallengang und/oder Bauchspeicheldrüsengang über deren gemeinsame Mündung im Zwölffingerdarm gespritzt. In der gleichen Sitzung kann eine bestehende Engstelle mit einem Metall- oder Plastikröhrchen (Stent) überbrückt werden.
Bei 60-70% der Patienten wird die Diagnose Bauchspeicheldrüsenkrebs im metastasierten Stadium gestellt, wenn der Tumor bereits in Organe wie Leber oder Lunge gestreut hat. Eine Heilung kann in diesem Stadium nur in wenigen Ausnahmefällen erreicht werden.

Wie kann Bauchspeicheldrüsenkrebs behandelt werden?

Im Allgemeinen sind die wichtigsten Therapieziele das Aufhalten der Erkrankung und die Lebensverlängerung sowie die Verbesserung und der möglichst lange Erhalt der Lebensqualität.
In frühen Krankheitsstadien ist das wichtigste Therapieverfahren die Entfernung des Tumorgewebes mittels Operation. Anschließend wird meist eine Chemo- und/oder Strahlentherapie durchgeführt, um nicht vollständig entferntes Tumorgewebe zu zerstören (adjuvante Therapie). Für die Chemotherapie kommen je nach Krankheitsstadium verschiedene Varianten in Frage, z.B.:

  • Monotherapie mit einer das Zellwachstum hemmenden Substanz (Zytostatikum)
  • Kombinationsbehandlung mit mehreren Zytostatika
  • Kombinationsbehandlung mit einem Zytostatikum und einem sogenannten „Small Molecule“

Die weitere palliative Therapie umfasst Maßnahmen wie Schmerztherapie, Strahlentherapie, Maßnahmen zur Erhaltung und Wiederherstellung der Durchgängigkeit des Verdauungstraktes und des Gallenabflusses, parenterale Ernährung oder Entlastungspunktionen bei Ansammlung von Flüssigkeit in der Bauchhöhle (symptomatische Aszites).
Der Krankheitsverlauf bei Bauchspeicheldrüsenkrebs ist von Patient zu Patient sehr unterschiedlich. Daher ist das persönliche Gespräch mit dem behandelnden Facharzt für Gastroenterologie und/oder Onkologie wichtig, um unter Berücksichtigung der Patienten-individuellen Faktoren die optimale Therapie zu finden.

 

Weblinks & Literatur:

  • Patienteninformationen über das metastasierte Pankreaskarzinom zum Bestellen und Herunterladen erhalten Sie bei service.celgene.de.
  • Weitere Informationen finden Sie unter anderem auf der Homepage der Deutschen Krebshilfe in Form einer Patientenbroschüre zum Thema Bauchspeicheldrüsenkrebs.
  • Deutsche Krebsgesellschaft, Bauchspeicheldrüsenkrebs