Metastasierter Bauchspeicheldrüsenkrebs

Pankreaskarzinome (mPanc) sind bösartige Tumore der Bauchspeicheldrüse. Dabei handelt es sich zu 95% um sogenannte duktale Adenokarzinome, die aus Zellen des Bauchspeicheldrüsenganges entstehen, über den die im Drüsengewebe gebildeten Verdauungsenzyme in den Darm gelangen. Jährlich erkranken in Deutschland etwa 15.000 Menschen an Bauchspeicheldrüsenkrebs. Der Altersgipfel für das Auftreten der Erkrankung liegt zwischen dem 65. und 85. Lebensjahr.

Symptome und Diagnose

Charakteristische Frühsymptome fehlen. Die Diagnose Bauchspeicheldrüsenkrebs wird häufig in einem fortgeschrittenen Stadium der Erkrankung gestellt. Oft suchen die Patienten wegen einer Gelbfärbung von Haut und Skleren (weißer Teil der Augen) sowie einer Dunkelfärbung des Urins einen Arzt auf. Diese Gelbsucht wird dadurch verursacht, dass der Tumor durch sein Wachstum den Abfluss der Gallenflüssigkeit behindert (Verschlussikterus). Häufig klagen die Patienten auch über Gewichtsverlust oder Schmerzen im Oberbauch, die in den Rücken ausstrahlen können. Weitere Krankheitszeichen können Durchfälle und Fettstühle sein.

Eine Ultraschalluntersuchung des Oberbauchs ist die erste diagnostische Maßnahme. Ergänzend wird eine Computertomografie oder auch eine endoskopische Ultraschalluntersuchung der Bauchspeicheldrüsenregion (Endosonografie) durchgeführt. Die Diagnose Bauchspeicheldrüsenkrebs sollte durch Entnahme einer Gewebeprobe (Biopsie) gesichert werden. Die Ausbreitung der Erkrankung kann mithilfe zusätzlicher Untersuchungen wie Röntgenuntersuchung der Lunge, Kernspintomographie, Positronenemissionstomographie (PET) oder einer Bauchspiegelung genauer beurteilt werden.

Bei Bauchspeicheldrüsenkrebs können im Blut erhöhte Werte des Tumormarkers CA 19-9 und des weniger spezifischen Markers CEA vorliegen und zur Beurteilung des Therapieverlaufs hinzugezogen werden.

Eine sogenannte endoskopische retrograde Cholangiopankreatikografie (ERCP) wird bei einem wahrscheinlichen Verschluss des Gallen- oder Bauchspeicheldrüsenganges durchgeführt. Hier wird über ein Endoskop mithilfe eines Katheters Kontrastmittel in den Gallengang und/oder Bauchspeicheldrüsengang über deren gemeinsame Mündung im Zwölffingerdarm gespritzt. In der gleichen Sitzung kann eine bestehende Engstelle mit einem Metall- oder Plastikröhrchen (Stent) überbrückt werden.

Bei 60-70% der Patienten wird die Diagnose Bauchspeicheldrüsenkrebs im metastasierten Stadium gestellt, wenn der Tumor bereits in Organe wie Leber oder Lunge gestreut hat. Eine Heilung kann in diesem Stadium nur in wenigen Ausnahmefällen erreicht werden.

Therapie und Krankheitsverlauf

Die Verlängerung des Überlebens, der Aufschub des Fortschreitens der Erkrankung und die Verbesserung sowie der möglichst lange Erhalt der Lebensqualität sind die wichtigsten Therapieziele.

Diese können mit einer Chemotherapie erreicht werden, die

  • als Monotherapie mit einem Zytostatikum (Zellwachstum hemmende Substanz) oder
  • als Kombinationsbehandlung mit mehreren Zytostatika oder
  • mit einem Zytostatikum und einem sogenannten „Small Molecule“

durchgeführt wird.

Die weitere palliative Therapie umfasst Maßnahmen wie Schmerztherapie, Strahlentherapie, Maßnahmen zur Erhaltung und Wiederherstellung der Durchgängigkeit des Verdauungstraktes und des Gallenabflusses, parenterale Ernährung oder Entlastungspunktionen bei symptomatischem Aszites (Ansammlung von Flüssigkeit in der Bauchhöhle).

Der Krankheitsverlauf bei metastasiertem Pankreaskarzinom ist von Patient zu Patient sehr unterschiedlich. Die für den Patienten optimale Therapie sollte zusammen mit dem behandelnden Arzt unter Berücksichtigung des Patienten-individuellen Gesundheitszustandes festgelegt werden.

Weblinks & Literatur: