Wege zur individuellen Therapie bei Psoriasis-Arthritis

13.11.2017   |   11:43 CET

Psoriasis-Arthritis (PsA) ist eine entzündliche Erkrankung, die unter anderem die Gelenke betrifft und die meist – jedoch nicht immer – bei Menschen auftritt, die bereits an einer Schuppenflechte (Psoriasis) leiden.1 Die Erkrankung kann sich unterschiedlich äußern, was die Diagnose oftmals verzögert: Neben der schmerzhaften Entzündung einzelner Gelenke an Fingern oder Zehen (meist Finger- oder Zehenendgelenke) können auch ganze Finger oder Zehen anschwellen. Ebenso können größere Gelenke wie Hüfte, Knie oder die Wirbelsäule betroffen sein, ohne dass Finger oder Zehen Symptome zeigen. Schmerzhafte Entzündungen der Sehnenansätze, beispielsweise der Achillessehne, sind ebenfalls typisch für die PsA.

Je nach Ausprägung der Psoriasis-Arthritis unterscheidet sich auch, inwieweit die Betroffenen eingeschränkt sind. Entzündete Gelenke in den Fingern beeinträchtigen beispielsweise alltägliche Dinge wie Greifen, während Gehen durch Entzündungen an der Achillessehne erschwert werden kann. Oftmals kommen Betroffene morgens schwer aus dem Bett, da sie wegen schmerzender Gelenke kaum aufstehen können. Lähmende Müdigkeit, ein weiteres Begleitsymptom der PsA, trägt hierzu ebenfalls bei.

Alle diese Punkte müssen bei der Behandlungsentscheidung berücksichtigt werden. Bei der Wahl der Therapie ist es wichtig, dass die Patienten individuell mit einbezogen werden: Neben Symptomen spielen auch die jeweiligen Wünsche und Erwartungen der Betroffenen eine wichtige Rolle.

Die eigenen Wünsche an die Therapie festlegen

Doch bevor man seine Wünsche und Erwartungen an die Therapie mit dem Arzt besprechen kann, hilft es sich zunächst darüber klar zu werden, was Ihnen bei Ihrer Behandlung eigentlich wichtig ist. Folgende Fragen können hierbei helfen:

  • Schränken mich meine Gelenkbeschwerden ein?
  • Habe ich starke Ermüdungserscheinungen, die mich im Berufsleben belasten?
  • Leide ich an Haut- und Nagelbefall oder Juckreiz?
  • Wie wichtig ist es mir, dass meine Haut völlig erscheinungsfrei ist?
  • Bin ich viel auf Reisen, wodurch ich Medikamente schlecht kühlen kann?
  • Bevorzuge ich regelmäßige Injektionen oder eine dauerhafte orale Therapie?

Sich über diese Punkte klar zu werden ist meist ein Prozess und lässt sich nicht von heute auf morgen festlegen. Nehmen Sie sich Zeit und denken Sie über Ihre Situation nach. Oft hilft es, sich mit anderen Menschen auszutauschen, beispielsweise mit der Partnerin oder dem Partner, Angehörigen oder Freunden. Auch die Erfahrungen von anderen Betroffenen können helfen – möglichweise stoßen Sie hierdurch auf Punkte, auf die Sie noch nicht von sich aus gekommen sind, die ihnen aber wichtig sind. Eine Anlaufstelle können Selbsthilfegruppen und Patientenorganisationen sein, bei der Recherche sind Patientenforen und Erfahrungsberichte eine wertvolle Quelle.
Um gemeinsam mit dem behandelnden Arzt zu einer individuellen Therapie zu finden ist es wichtig, sich auf das Gespräch mit dem Arzt im Vorfeld entsprechend vorzubereiten. Tipps dazu können Sie hier nachlesen. Doch auch die Umsetzung der Behandlung ist ein wichtiges Thema: Die Behandlung kann nur dann wirken, wenn sie wie verordnet eingenommen wird.

Referenzen
1. Gladman, DD. Psoriatic arthritis. Dermatol Ther. 2009;22(1):40–55.

Weiterführende Informationen:

Umfangreiche Informationen zum Schuppenflechte inklusive Forum:
www.rheuma-liga.de

Website der Psoriasis-Selbsthilfegruppe Psoriasis-Bund mit Informationen zur Psoriasis-Arthritis:
www.psoriasis-bund.de/ueber-psoriasis/psoriasis-arthritis/

 

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