Umfassende Studienprogramme der GBG kommen Patientinnen mit Brustkrebs zugute

18.07.2016   |   10:24 CEST

Brustkrebs ist bei weitem die häufigste Form von Krebs bei Frauen: Er tritt hierzulande mehr als doppelt so häufig auf wie Darmkrebs und etwa viermal so oft wie Lungenkrebs.1 Diese weite Verbreitung hat zur Folge, dass das Mammakarzinom zu den am besten erforschten Krebsarten gehört. Viele dieser Forschungsbemühungen waren fruchtbar: Heute steht eine breite Palette an Wirkstoffen für Patientinnen mit Brustkrebs zur Verfügung. Zudem läuft noch eine Vielzahl weiterer Forschungs- und Entwicklungsprogramme, um Betroffenen in allen Stadien der Erkrankung immer effektivere und sicherere Therapien anbieten zu können.

Deutschland ist ein wichtiger Standort für die Erforschung neuer Behandlungsmöglichkeiten bei Brustkrebs. Hierzulande engagiert sich neben den forschenden pharmazeutischen Unternehmen vor allem die unabhängige wissenschaftliche German Breast Group (GBG) in der Erprobung neuer Herangehensweisen bei dieser Tumorerkrankung. Die GBG Forschungs GmbH wurde im April 2003 gegründet und agiert unter dem Leitmotiv „Heilung durch Innovation, Kompetenz und Partnerschaft“. Zu ihrem Netzwerk zählen rund 500 Studienzentren und 1.000 Studienärzten in Deutschland sowie diverse nationale und internationale Studiengruppen.

Die GBG führt derzeit Studien zu Behandlungsstrategien für alle Brustkrebsstadien durch:

  • Studien zu Operationsverfahren
  • Studien zur Behandlung in der palliativen Situation (also nicht mehr zur Heilung, sondern um das Leben zu verlängern und gleichzeitig die Lebensqualität zu verbessern)
  • Studien in der Adjuvanz (also hinsichtlich medikamentöser Therapien nach einem operativen Eingriff)
  • Studien in der Neoadjuvanz (also zu Chemotherapien, die vor einer OP angewendet werden, um den Tumor zu verkleinern)

Das Gepar-Studienprogramm umfasst beispielsweise diverse Studien im Bereich der Neoadjuvanz. Abhängig von der jeweiligen Studie erhalten Patientinnen, die per se für eine potenziell heilende Operation infrage kommen, bei denen der Tumor hiervor aber noch verkleinert bzw. zurückgedrängt werden muss, entweder moderne oder auch seit langem bewährte Wirkstoffe in neuen Kombinationen. Die GeparQuinto-Studie stellt dabei mit rund 2600 Studienteilnehmern und insgesamt 126 Studienzentren, unter anderem in Frankfurt, Düsseldorf und Kiel, die bislang größte neoadjuvante Brustkrebsstudie weltweit dar.2 In der GeparSepto-Studie wird geprüft, ob Patienten auf ein innovatives Nanotechnologie-Medikament besser ansprechen als auf eine herkömmliche Therapie, bei der derselbe Wirkstoff mit Lösungsmitteln verabreicht wird.3 An dieser Untersuchung nehmen zudem auch Frauen teil, bei denen das HER2-Eiweiß, das auf der Oberfläche von Krebszellen vorkommt und das Tumorwachstum begünstigt, vermehrt vorkommt – dies betrifft etwa 20 Prozent aller Brustkrebspatientinnen.4 Für diese HER2-positiven Patientinnen steht ein spezieller therapeutischer Antikörper zur Verfügung. Bei der GeparOcto-Studie stehen Patientinnen mit Hochrisiko-Brustkrebs im Fokus.5 GeparNuevo, eine im Vergleich noch nicht sehr weit fortgeschrittene Studie, untersucht den Effekt einer zusätzlichen Antikörpertherapie im Rahmen einer etablierten Chemotherapie bei Patientinnen mit triple-negativem Brustkrebs, also einer Tumorart, bei der sowohl Östrogen- als auch Progesteron- sowie HER2/neu-Rezeptoren fehlen.6 Dieses vergleichsweise aggressive Mammakarzinom tritt bei etwa 15 Prozent aller Frauen auf, bei denen ein Mammakarzinom diagnostiziert wird.7

Weiterführende Informationen zu diesem Thema:

Website der German Breast Group: www.germanbreastgroup.de

Website des Vereins mamazone (die größte und aktivste Brustkrebs-Patientinnen-Initiative in Deutschland): www.mamazone.de

Experteninterview zu triple-negativem Brustkrebs: mammamia-online.de

1) http://www.krebsgesellschaft.de/onko-internetportal/basis-informationen-krebs/basis-informationen-krebs-allgemeine-informationen/krebshaeufigkeit-die-aktuellen-.html
2) http://www.germanbreastgroup.de/studien/neoadjuvant/geparquinto-.html?lang=de_DE.UTF-8%2C+de_CH.U
3) http://www.germanbreastgroup.de/studien/neoadjuvant/geparsepto.html?lang=de_DE.UTF-8%2C+de_CH.U
4) http://www.mamazone.de/brustkrebs/hintergrund-brustkrebs/
5) http://www.germanbreastgroup.de/studien/neoadjuvant/geparocto.html?lang=de_DE.UTF-8%2C+de_CH.U
6) http://www.germanbreastgroup.de/studien/neoadjuvant/geparnuevo.html?lang=de_DE.UTF-8%2C+de_CH.U
7) https://mammamia-online.de/brustkrebs/brustkrebsbehandlung/das-triple-negative-mammakarzinom-eigenschaften-und-therapiemoeglichkeiten/

Bild: Breast Examination (Fotolia – Urheber: offstocker)