Krebspatienten überleben immer länger

12.10.2015   |   08:43 CEST

Ein Blick auf die derzeitige medizinische Forschungslandschaft macht schnell deutlich: Die Entwicklung neuer Therapieoptionen für Menschen mit Krebserkrankungen steht im Fokus forschender Pharmaunternehmen. Jedes dritte Medikament in der Frühphase pharmazeutischer Pipelines soll Krebs besiegen helfen.

Bis 2016 rechnet der Verband forschender Pharmaunternehmen (vfa) mit der Zulassung von bis zu 20 neuen Krebsmedikamenten, darunter auch weitere Therapieoptionen für das multiple Myelom. Dabei handelt es sich um eine nicht heilbare, jedoch inzwischen immer besser behandelbare bösartige Erkrankung des Knochenmarks. Obwohl das multiple Myelom eine seltene Erkrankung („Orphan Disease“) ist, also per Definition in Europa weniger als 5 von 10.000 Einwohnern betrifft, haben Pharmaunternehmen wie Celgene in den letzten Jahren intensiv und erfolgreich neue Therapieoptionen entwickelt und für Patienten verfügbar gemacht. Aufgrund dieser Forschungsbemühungen haben die 5-Jahres-Überlebensraten von Patienten enorm zugenommen – vor allem seit dem Jahr 2000. Schätzungen zufolge leben derzeit rund 66 Prozent der Betroffenen fünf Jahre und länger mit der Erkrankung. Möglicherweise lässt sich dieser Prozentsatz in Zukunft sogar noch steigern.

Das multiple Myelom ist nur ein Beispiel von vielen: Weltweit sterben in den letzten Jahrzehnten immer weniger Menschen an Krebs. Auch Deutschland ist hier keine Ausnahme. Neben verbesserten Screening- und Diagnosemöglichkeiten sowie den veränderten Lebensgewohnheiten der Bevölkerung sind vor allem auch zahlreiche neue Therapieoptionen ein Grund für diese positive Entwicklung.

Bei allen Erfolgen bleibt die Erforschung von Krebsmedikamenten ein sehr schwieriges Unterfangen. Der Grund: Nur in den seltensten Fällen lässt sich eine Krebserkrankung auf eine einfache Ursache-Wirkungs-Beziehung zurückführen. Vielmehr ist Krebs ein Sammelbegriff für eine Reihe lebensbedrohlicher Erkrankungen, was die Suche nach wirksamen Therapien sehr komplex macht. Und selbst wenn ein Wirkstoffkandidat im Tiermodell gute Erfolge erzielt, bedeutet dies nicht automatisch, dass er künftig Patienten zugutekommen kann: Letztendlich erhalten nur wenige Prüfpräparate, die in der präklinischen Phase vielversprechende Ansätze zeigen, auch tatsächlich eine Zulassung.

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Bild: Doctor and nurse viewing X-ray – © Photographee.eu / fotolia