CRISP-Register erhält Innovationspreis

03.04.2017   |   09:02 CEST

Das therapeutische Umfeld für Patienten mit nicht-kleinzelligem Bronchialkarzinom (Non-Small Cell Lung Cancer, NSCLC), der mit 85-90 Prozent häufigsten Form des Lungenkrebs, verändert sich dank neuer medizinischer Ansätze derzeit entscheidend.1 Führende Experten in Deutschland haben daher das Registerprojekt CRISP ins Leben gerufen. Das Ziel: die aktuelle Behandlungsrealität von Patienten mit Lungenkrebs anhand vielfältiger Parameter umfassend zu dokumentieren und zu analysieren. Aufgrund seiner einzigartigen und zukunftsweisenden Ausrichtung wurde das Studienregister CRISP von der Arbeitsgemeinschaft Internistische Onkologie (AIO) in der Deutschen Krebsgesellschaft e.V. in Zusammenarbeit mit der AIO-Studien-gGmbH Ende 2016 mit dem Preis „Innovative Studie 2016“ ausgezeichnet.

Celgene unterstützt das Projekt gemeinsam mit anderen Gesundheitsunternehmen, Forschungsinstituten und medizinischen Fachgesellschaften, die an Diagnostik und Therapie von Lungenkrebs beteiligt sind. Als forschendes Unternehmen engagiert sich Celgene im Bereich NSCLC, um langfristig die Versorgung von Patienten zu verbessern.

Die Situation von Patienten mit Lungenkrebs genau einschätzen

Der Name ist Programm: CRISP steht für „Clinical Research platform Into molecular testing, treatment and outcome of non-Small cell lung carcinoma Patients“ und ist eine wissenschaftliche Plattform, die Daten von bis zu 8.000 Patientinnen und Patienten mit metastasiertem nicht-kleinzelligem Lungenkarzinom erfasst. Erhoben wird eine Vielzahl von Parametern, die bei Diagnostik, Behandlungsverlauf und Versorgung der Patienten eine wichtige Rolle spielen, so zum Beispiel die Therapieart und -wirksamkeit in Abhängigkeit von Variablen wie Alter, Geschlecht, Wohnort, molekularer Charakterisierung, Begleiterkrankungen und Allgemeinzustand der Patienten.

Angedockt an das Register werden darüber hinaus zwei weitere wegweisende Teilprojekte realisiert: Zum einen werden Daten zur Lebensqualität erhoben, wobei die Patienten aus ihrer häuslichen Umgebung heraus Rückmeldung zu Befinden und Krankheitsalltag geben können. Zum anderen soll eine dezentrale, virtuelle Biodatenbank aufgebaut werden. Hierbei wird unter aktiver Beteiligung der Pathologen entnommenes Gewebe gesichert und für weitere Forschungsvorhaben zur Verfügung gestellt. So können zum Beispiel neue biologische Merkmale einer bestimmten Gruppe von Patienten leichter identifiziert und das bestehende Wissen über den prognostischen und prädiktiven Wert von Biomarkern erweitert werden.

Breite Unterstützung

An dem Studienregister CRISP beteiligen sich insgesamt circa 150 medizinische Zentren in ganz Deutschland, darunter Krebszentren, zertifizierte Lungenzentren und -kliniken sowie niedergelassene Onkologen. Gesteuert wird das Projekt durch eine Leitungsgruppe, der neben ihrem Sprecher Professor Frank Griesinger, Direktor der Klinik für Hämatologie und Onkologie am Pius-Hospital Oldenburg, auch Professor Michael Thomas von der Universität Heidelberg, Dr. Martin Sebastian von der Universität Frankfurt und Dr. Wilfried Eberhardt von der Universität Essen angehören. Die Gruppe engagiert sich nicht nur wissenschaftlich, sondern setzt sich auch auf politischer Ebene für die Belange von Patienten mit Lungenkrebs ein. So wurden spezielle Veranstaltungskonzepte entwickelt, die über die Erkrankung aufklären und die aktuelle Versorgungssituation in Deutschland beleuchten. Die Rekrutierung des Ende 2015 gestarteten CRISP-Studienregisters läuft voraussichtlich noch bis Ende 2018.

Weiterführende Informationen:

Video-Interview mit Professor Frank Griesinger, Oldenburg: „CRISP – Ein Projekt, das die Therapieoptionen des NSCLC weiterentwickeln wird“
https://www.krebsgesellschaft.de/onko-internetportal/kongresse/aio-herbstkongress/aio-herbstkongress-2015/crisp-ein-projekt-das-die-therapien-des-nsclc-weiterent.html

Celgene Patientenbroschüre „Das nicht-kleinzellige Lungenkarzinom – NSCLC“
http://service.celgene.de/Nichtkleinzelliger-Lungenkrebs/Patientenmaterial-NSCLC/index.html

Patientenbroschüre „Lungenkrebs – Antworten. Hilfen. Perspektiven.“ der Deutschen Krebshilfe (aus der Reihe „Die Blauen Ratgeber“):
https://www.krebshilfe.de/fileadmin/Downloads/PDFs/Blaue_Ratgeber/010_0076.pdf

Referenzen
1. Novello S, et al. Ann Oncol. 2016;27(suppl 5):v1-v27. https://www.ncbi.nlm.nih.gov/pubmed/27664245, letzter Zugriff: 17.03.2017

Bild: Lung cancer cells – 3d Rendering (Fotolia – Urheber: fotoliaxrender)