Schlafraubende Erkrankung – wie schlafe ich besser ein?

27.03.2018   |   15:52 CEST

Schlafen ist wichtig – darüber herrscht breite Einigkeit. Körper und Geist kommen zur Ruhe, wir verarbeiten die Erlebnisse des vergangenen Tages und bereiten uns auf einen neuen vor. Schlafen wir ausreichend und ungestört, können wir voller Energie in den neuen Tag starten. Fehlt uns allerdings Schlaf, macht sich das bemerkbar: Konzentration und Reaktionsgeschwindigkeit können beeinträchtigt sein, wir fühlen uns schlapp und energielos oder schlecht gelaunt.

Während bereits gesunde Menschen, etwa durch innere Anspannung, einen vollen Terminkalender oder Lebensgewohnheiten, wie z.­B. Schichtarbeit, Probleme beim Einschlafen haben können, trifft dies in besonderem Maße auch auf Menschen mit einer schweren oder chronischen Erkrankung zu. So leiden etwa zwei von drei Krebspatienten an krankheitsbedingten Schlafstörungen.1
Gründe hierfür können z. B. Schmerzen oder Nebenwirkungen einer Therapie sein, aber auch Ängste und Sorgen, z. B. vor dem weiteren Krankheitsverlauf oder vor einem Verlust des Arbeitsplatzes. Ebenso können Menschen mit Schuppenflechte oder Psoriasis-Arthritis Schlafschwierigkeiten haben. Neben Schmerzen und emotionaler Belastung kann bei ihnen der quälende Juckreiz, den die Erkrankungen mit sich bringen, Probleme beim Einschlafen bereiten. Auch eine Schlafapnoe, also nächtliche Atemaussetzer, die bei Menschen mit Psoriasis gehäuft auftreten, kann den Schlaf beeinträchtigen.2

Wie können Betroffene also schneller einschlafen und besseren Schlaf finden? Es kann helfen, die folgenden Tipps zu beachten:

  • Machen Sie sich nicht verrückt! Versuchen Sie sich zu entspannen und denken Sie nicht über den Schlaf nach, den Sie gerade verpassen. Dies erzeugt nur Stress, der Sie vom Schlafen abhält.1
  • Entspannen Sie sich und denken Sie an etwas Schönes, z. B. einen geplanten oder vergangenen Urlaub. Auch Übungen, die Sie im Bett ausführen können, wie progressive Muskelentspannung, können bei der Entspannung helfen.3
  • Essen Sie vor dem Zubettgehen nicht zu schwer. Optimalerweise liegt die letzte Mahlzeit bereits mehrere Stunden zurück, wenn Sie ins Bett gehen. Auch Alkohol sollten Sie, wenn überhaupt, nur in Maßen genießen.4
  • Vermeiden Sie Licht im Schlafzimmer. Auch elektronische Geräte sollten Sie nicht im Schlafzimmer nutzen und generell in der Nacht auf lautlos stellen.5
  • Sorgen Sie für frische und nicht zu warme Luft im Schlafzimmer. Am besten schläft es sich bei ca. 18 Grad Celsius. Sie können vor dem Schlafengehen die Gelegenheit nutzen, um noch einmal durchzulüften.5,6
  • Sollten Sie kalte Füße vom Schlafen abhalten, kann eine Wärmflasche Abhilfe schaffen.6 Auch das Tragen von Socken im Bett kann hilfreich sein.
  • Schaffen Sie sich ein Einschlaf-Ritual.7 Dies kann z. B. beinhalten, langsame und ruhige Musik zu hören, ein paar Seiten zu lesen oder sich die positiven Erlebnisse des vergangenen Tages bewusst zu machen. Diese gibt es auch an „schlechten“ Tagen, z. B. eine freundliche Begegnung, ein gutes Essen, weniger Schmerzen als am Vortag etc.

Dies sind nur einige Wege, um möglicherweise besser einschlafen zu können. Sie können für sich selbst ausprobieren, was für Sie am besten geeignet ist, und auch weitere für Sie hilfreiche Faktoren entdecken.
Was aber, wenn die Schlafprobleme anhalten? Da dies auch körperliche Ursachen haben kann, sollten Sie hierzu mit Ihrem Arzt sprechen. Er kann Ihnen z. B. eine psycho(onko)logische Behandlung zu beginnen, wenn emotionale Ängste und Belastungen im Vordergrund stehen. Körperliche Symptome wie z. B. Schmerzen, Übelkeit oder Juckreiz können zudem durch eine geeignete Therapie gelindert werden. Die Verschreibung eines Schlafmittels sollte hierbei die letzte Wahl darstellen. Aufgrund möglicher Nebenwirkungen sollte das Medikament nur über einen kurzen Zeitraum eingenommen werden.1

Weiterführende Informationen

Referenzen
1. Deutsche Krebsgesellschaft 2017. Abrufbar unter https://www.krebsgesellschaft.de/onko-internetportal/basis-informationen-krebs/nebenwirkungen-der-therapie/schlafstoerungen-bei-krebspatienten.html, letzter Zugriff: 2. Februar 2018.
2. Gowda S, et al.: Factors affecting sleep quality in patients with psoriasis. Journal of the American Academy of Dermatology, July 2010, Volume 63, Issue 1, Pages 114–123.
3. Meine Gesundheit. Abrufbar unter https://www.meine-gesundheit.de/ratgeber/schlaf/entspannungstechniken, letzter Zugriff: 27. Februar 2018.
4. Meine Gesundheit. Abrufbar unter https://www.meine-gesundheit.de/ratgeber/schlaf/schlaf-essen-trinken, letzter Zugriff: 27. Februar 2018.
5. Meine Gesundheit. Abrufbar unter https://www.meine-gesundheit.de/ratgeber/schlaf/schlafzimmer-bett, letzter Zugriff: 27. Februar 2018.
6. Meine Gesundheit. Abrufbar unter https://www.meine-gesundheit.de/ratgeber/schlaf/irrtuemer-schlaf, letzter Zugriff: 27. Februar 2018.
7. Meine Gesundheit. Abrufbar unter https://www.meine-gesundheit.de/ratgeber/schlaf/schlafrituale, letzter Zugriff: 27. Februar 2018.

Bild: A hidden place. Sleeping woman in deep forest lies on airbed (Fotolia – Urheber: GlebSStock)