Krebs – wie gehe ich mit Angst und Trauer um?

05.12.2016   |   10:11 CET

Auf die Endlichkeit des eigenen Lebens zu stoßen und sich damit auseinandersetzen zu müssen ist für die meisten von uns keine leichte Aufgabe – besonders dann nicht, wenn wir ganz plötzlich damit konfrontiert werden. Eine Krebsdiagnose stellt fast immer ein bis dahin normal geführtes Leben auf den Kopf. Auch die heute immer differenzierteren Behandlungsmöglichkeiten nehmen den Betroffenen zunächst kaum ihre existenzielle Angst. Angehörige, Freunde und Betreuer belastet das sehr und sie stellen sich die Frage: Wie mit Angst und Trauer umgehen? Nur zu oft wissen sie nicht, wie sie sich gegenüber dem geliebten kranken Menschen verhalten sollen, was sie tun oder aber was sie lassen sollen. Einfühlsam zu sein, emotionalen Beistand zu gewähren, aber auch das tägliche Leben organisieren zu helfen ist nun ganz besonders wichtig.

Diagnose Krebs – wie komme ich wieder auf die Beine?

Die Krebsdiagnose beeinflusst von Anfang an das komplette Leben der Patienten. Angst vor der Behandlung, vor möglichen Nebenwirkungen, vor der Veränderung in der Beziehung zu geliebten Menschen und davor, die eigene Eigenständigkeit zu verlieren, wird allgegenwärtig. Nicht selten reagieren Betroffene darauf mit Hilflosigkeit, Resignation oder Depression. Auch wenn zunächst gute Behandlungserfolge zu verzeichnen sind, bleibt häufig doch die Sorge, der Krebs könne nach Phasen der Besserung wiederkehren.

Menschen mit Krebs können sich jedoch auch erfolgreich an die ihnen unbekannten Umstände anpassen, ihr tägliches Leben bestmöglich eigenständig gestalten und in ihren jeweiligen Rollen als Ehepartner, Eltern, Großeltern, Freunde oder Kollegen wieder aktiv werden. Sie setzen sich also mit den veränderten Lebensbedingungen auseinander und arbeiten darauf hin, wieder emotionale Stabilität zu erreichen und mit bzw. trotz der Erkrankung im „Hier und Jetzt“ zu leben.

Der „Dämon“ Krebs – wie begegne ich negativen Gefühlen?

Entspannungsübungen und körperliche Bewegung wirken ganzheitlich auf Körper, Geist und Seele. Diese Techniken können für Menschen mit Krebs Möglichkeiten darstellen, auf Angstgefühle zu reagieren und sie gegebenenfalls zu reduzieren. Anderen Betroffenen hilft es, sich bewusst mit der Endlichkeit des Lebens auseinanderzusetzen, sich durch Lektüre kundig zu machen oder Trost in philosophischen Werken zu finden. Wieder anderen helfen Gespräche mit Freunden oder auch in Selbsthilfegruppen.

Wie auch immer jeder Einzelne auf den „Dämon“ Krebs reagiert, hohe Priorität hat stets die aktive Beteiligung am Leben und die Wahrnehmung des eigenen Körpers. Wer lernt, auf seine innere Stimme zu hören, spürt meist selbst, was ihm am besten hilft: Sollte ich vielleicht meine eigenen Bedürfnisse stärker in den Vordergrund rücken? Tut es mir gut, viel Zeit im Kreise meiner Lieben zu verbringen? Hilft es mir, wenn ich mich kreativ ausdrücke, z. B. durch Malen oder Musizieren?

Wenn Ängste überhand nehmen – wie und wo finde ich professionelle Hilfe?

Psychologische Hilfe ist sehr wertvoll – vor allem dann, wenn nach der Diagnose Krebs die Angehörigen oder Freunde als Ansprechpartner nicht infrage kommen bzw. sie nicht damit belastet werden sollen. Vielen Betroffenen fällt es jedoch nicht leicht, sich einzugestehen, dass sie Hilfe brauchen. Dies ist vor allem dann der Fall, wenn sie emotional bereits in einer Abwärtsspirale gefangen sind. Doch umso stärker das Maß der Belastung ansteigt und je höher es dauerhaft ist, desto wichtiger ist es, bestehende Hilfsangebote anzunehmen. Wenn Angehörige auf Veränderungen achten, können sie auf behutsame Art und Weise zum Besuch eines Therapeuten raten. In Selbsthilfegruppen finden sich ebenfalls Ansprechpartner, welche in der Regel viel Erfahrung mit der Erkrankung und deren Bewältigung haben und Kontakte mit Ärzten sowie zusätzlichen Anlaufstellen vermitteln können.

Umfassende Patientenmaterialien – Information und Unterstützung

Wir von Celgene Deutschland haben in jahrelanger Zusammenarbeit mit Patientengruppen, Ärzten, einer Psychologin und einer Philosophin ein breites Angebot an Patientenmaterialien entwickelt. Wer sich informieren oder Unterstützung erfahren will, kann die umfangreichen Informationen über verschiedene Krebserkrankungen (z. B. Brustkrebs, Bauchspeicheldrüsenkrebs und Blutkrebs) und weiterführende Angebote (beispielsweise eine Broschüre mit Schminktipps für Frauen mit Krebs) bestellen bzw. von unserer Service-Website herunterladen. Auch eine CD mit einer Anleitung zur Entspannungshypnose kann bestellt werden. Unter „Allgemeine Broschüren“ finden Sie psychologisch orientierte Informationen und einen Wegweiser durch die hämatologische Fachsprache. Alle Materialien sind kostenfrei erhältlich.

Weiterführende Links zu diesem Thema:

 

Bild: happy senior couple hugging on summer beach (Fotolia – Urheber: Syda Productions)