Zehn Jahre Celgene in Europa – Erfolge für Patienten

04.07.2016   |   10:02 CEST

Zu Beginn gab es nur wenige Mitarbeiter und provisorisch angemietete Büroräume, heute werden von dort Aktivitäten auf dem gesamten Kontinent gesteuert: Die Celgene-Europazentrale in Boudry blickt auf eine zehnjährige Erfolgsgeschichte zurück, in der sich vieles verändert hat. Mittlerweile sind mehr als 2.000 Mitarbeiter in Europa tätig und sechs Medikamente für zwölf Krankheitsbilder in der Europäischen Union zugelassen. Bereits seit den Anfängen in Europa trägt Tuomo Pätsi in verschiedenen Funktionen dazu bei, die Geschicke des Unternehmens zu lenken. Heute ist er Präsident der Region EMEA (Europa, Mittlerer Osten und Afrika) bei Celgene. An die Situation vor einem Jahrzehnt erinnert er sich: „Als wir unsere Tätigkeit auf Europa ausdehnten, hatten wir hierzulande noch kein zugelassenes Produkt. Was wir hatten, war eine Vision – das Ziel, uns für Patienten einzusetzen, um ihr Leben durch unsere Forschungs- und Entwicklungsvorhaben grundlegend zu verbessern.“

In den letzten zehn Jahren hat sich für Celgene weltweit einiges geändert und es handelt sich mittlerweile um einen bedeutenden globalen Biopharmaziekonzern. Die Vision ist jedoch nach wie vor dieselbe. „Wir haben eine Selbstverpflichtung, an die wir glauben und an der wir uns orientieren, nämlich schwerkranken Menschen bestmöglich zu helfen“, betont Tuomo Pätsi. Und da neben fachlich-ärztlichem Wissen auch die Perspektive von Betroffenen von hoher Relevanz ist, unterhält Celgene Kontakt zu zahlreichen Patientengruppen in unterschiedlichen Ländern. „So stellen wir sicher, dass unsere Therapien und Unternehmensaktivitäten wirklich die Bedürfnisse der Menschen adressieren, die mit den Erkrankungen leben und sie benötigen.“

Das Immunsystem nutzen, um Erkrankungen zu begegnen

Bei der Entwicklung neuer Wirkstoffe setzte Celgene von Beginn an auf das Potenzial der menschlichen Biologie. Schon vor der Expansion nach Europa 2006 war Celgene führend im Bereich der immunmodulierenden Substanzen (IMiDs®). Diese greifen das multiple Myelom, eine bösartige Erkrankung des blutbildenden Systems, sowohl durch eine direkte Tumorschädigung als auch durch Zellteilungshemmung sowie Aktivierung des Immunsystems an – der Krebs wird also quasi auch mit körpereigenen Mechanismen bekämpft. Aktuell verfügt Celgene über mehrere IMiDs®, die in verschiedenen Erkrankungsstadien des multiplen Myeloms zum Einsatz kommen können. Ferner wurde gezeigt, dass auch Patienten mit einer bestimmten Untergruppe myelodysplastischer Syndrome von dem immunmodulierenden Wirkansatz profitieren können. Auch bei bestimmten Lymphomen wird das Potenzial dieser Therapien derzeit untersucht.

„Blutkrebs ist aber bei weitem nicht das größte Feld, in dem Krebserkrankungen auftreten – häufig treten bei Patienten auch bösartige Neubildungen, also Tumoren auf“, führt Pätsi weiter aus. Im Jahr 2010 erweiterte Celgene sein Produktportfolio, um auch Patienten mit soliden Tumoren eine therapeutische Option bieten zu können. Der onkologische Wirkansatz, der bislang für Patienten mit metastasierten Formen von Brustkrebs, Bauchspeicheldrüsenkrebs und nicht-kleinzelligem Lungenkrebs zum Einsatz kommt, nutzt wiederum die menschliche Biologie – diesmal, um den Tumor „auszutricksen“: Ein Chemotherapeutikum wird in Albumin-Nanopartikel eingeschlossen. Albumin ist quasi ein Zelltaxi, denn es schleust den eigentlichen Wirkstoff aus der Blutbahn ins Innere des Tumors. Dies ist nützlich, da der Tumor bei einigen Krebsarten wie z. B. Bauchspeicheldrüsenkrebs über ein stabiles Stützgewebe verfügt, das herkömmliche Chemotherapien kaum durchdringen können. In Albumin eingeschlossen, kann der Wirkstoff dieses Gewebe jedoch passieren und die Krebszellen im Inneren des Tumors abtöten.

Im Jahr 2012 erschloss Celgene Europa mit dem Geschäftsbereich Inflammation & Immunology (kurz: I&I) zusätzlich ein völlig neues Tätigkeitsfeld, das sich der Erforschung und Entwicklung von Therapien für entzündlich bedingte Erkrankungen des Immunsystems widmet. Seit Januar 2015 ist das erste I&I-Produkt in der Europäischen Union zugelassen – ebenfalls eine immunmodulierende Substanz, die bei Schuppenflechte und Psoriasis-Arthritis zum Einsatz kommen kann. „Bei diesen Erkrankungen konnten das moderne Wirkprinzip bereits seine Effektivität zeigen. Daran möchten wir nun mit Studien in anderen Therapiegebieten anknüpfen“, so Tuomo Pätsi. „Das Gebiet der Entzündungsforschung bietet für uns und unsere Patienten viele Chancen. Daher werden wir unseren Blick auch künftig auf weitere Erkrankungen in diesem Bereich richten – beispielsweise auf die multiple Sklerose und chronisch-entzündliche Darmerkrankungen, für die wir bereits neue, innovative Therapieansätze untersuchen.“

Industrieführende Investitionen in Forschung und Entwicklung

Dass Celgene einen starken Forschungsfokus hat, zeigen die Investitionszahlen des Unternehmens: Von 2010 bis 2015 flossen jeweils rund 30 Prozent des Gesamtumsatzes wieder in Forschungs- und Entwicklungsvorhaben. Das ist weit mehr als der Branchendurchschnitt. Aktuell betreibt Celgene rund 50 Forschungsprogramme in der präklinischen Entwicklung. 25 Wirkstoffe werden derzeit in klinischen Studien untersucht. „Wir sind in der Verantwortung, weiter in unsere Spezialgebiete zu investieren und diese somit zu stärken“, betont Tuomo Pätsi.

Doch nicht nur Patienten in den privilegierteren Regionen der Welt stehen bei Celgene im Mittelpunkt – auch Erkrankungen der sogenannten Dritten Welt sind Teil der Forschungsbemühungen. Seit 2009 kooperiert das Unternehmen mit verschiedenen Hilfsorganisationen und leistet auch auf diese Art und Weise Hilfe im Kampf gegen die für diese Weltregion typischen Erkrankungen.

Zehn Jahre Celgene in Europa – Erfolge für Patienten

Bild: Vector Polygon Pattern (Fotolia – Urheber: treenabeena)